FOTA schlägt zurück

Nur zwei Vertreter nach Genf

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Damit hat FIA-Präsident Max Mosley nicht gerechnet. Als Reaktion auf seine angekündigte Ausschreibung für Einheitsmotoren letzten Freitag (17.10.) haben die Teamchefs in einer fünfstündigen Sitzung in Shanghai entschieden, nur mit zwei Vertretern beim Krisengipfel kommenden Dienstag in Genf anzutreten.

FOTA-Präsident Luca di Montezemolo und sein Vize John Howett von Toyota werden die Teams bei der Konfrontation mit Mosley vertreten. Damit hat die Bombe, die der FIA-Präsident vor zwei Tagen platzen ließ, fehlgezündet. Statt die Teams mit dem radikalen Vorschlag auseinanderzudividieren, sitzt er jetzt zwei Vertretern gegenüber, die mit einer Stimme sprechen. Und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo kann auf Augenhöhe mit Mosley sprechen. Zum ersten Mal sitzt Ferrari nicht im Boot mit dem Weltverband.

Presse hatte die Mitteilung vor den Teams in der Hand

Schlimmer noch: Montezemolo ist sauer. Er war auf die Mosley-Aktion nicht vorbereitet. Die anderen Teamchefs auch nicht. Sie wurden um 16.00 Uhr Ortszeit in Shanghai informiert. Die Weltpresse hatte die Mitteilung der FIA 35 Minuten vorher in der Hand. Das sorgte in Teamkreisen für massiven Ärger. "Alle Parteien hatten sich auf eine klare Agenda für nächsten Dienstag geeinigt. Deshalb ist es unverständlich, dass die FIA diesen Zeitplan mit einem radikalen Vorschlag torpedieren will", klagte McLaren-Chef Ron Dennis. Er glaubt: "Die Finanzkrise schweißt uns zusammen. Es erkenne viel mehr Flexibilität unter den Teams. Die kleinen gehen auf die großen zu und umgekehrt." Genau das wollten die Drahtzieher in Paris verhindern. Es gefährdet ihre Machtposition. Das Montezemolo zum ersten Präsidenten der FOTA gewählt wurde, kam nicht von ungefähr. Alle wissen, dass Ferrari das gewichtigste Wort im Zirkus spricht.

Teams lehnen geschlossen den Einheitsmotor ab

Mit welchen Vorschlägen der Ferrari-Präsident am Dienstag in Genf antritt, bleibt geheim. Sicher ist nur. Die Teams lehnen geschlossen den Einheitsmotor ab. Sie wollen die Motorenkosten durch längere Laufzeiten um 50 Prozent reduzieren. In einem ersten Schritt sollen die Motoren drei statt zwei Wochenenden halten, in einem zweiten zwischen sechs und zehn. Dazu ist dann eine neue Motorenformel nötig. Vermutlich kommt ein 1,4 Liter-Turbo zum Einsatz. Ein Kundenteam soll ab 2010 pro Jahr nur noch fünf Millionen Euro für die Triebwerke bezahlen müssen. Das wäre ein Drittel des heutigen Preises. Es gibt Überlegungen, in diese Summe auch noch den Hybridantrieb zu integrieren.

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