Franzosen erleben ihr Waterloo

Null Punkte und viel Schrott

Pierre Gasly - GP Frankreich 2018 Foto: Wilhelm 68 Bilder

Romain Grosjean, Pierre Gasly und Esteban Ocon gingen mit großen Hoffnungen in ihr Heimrennen. Doch am Ende konnte keiner der Lokalmatadoren Punkte sammeln. Dafür gab es eine Strafe, zwei Verwarnungen und viel Arbeit für die Mechaniker.

Das Rennen auf dem Circuit Paul Ricard sollte eine große französische Party werden. Mit drei Piloten stellt die Grande Nation den größten Nationen-Block im Starterfeld. Dazu kommt mit Renault noch ein Team, das unter französischer Flagge segelt. Den Stolz auf die Rückkehr des Rennens in den F1-Kalender konnte man schon vor dem Start erkennen. Überall auf den Tribünen wurde die Tricolore geschwenkt.

Frankreich-Trio schlägt sich selbst

Verstappen, Hamilton & Räikkönen - GP Frankreich 2018 Foto: sutton-images.com
Die Farben der Overalls der Piloten auf dem Podium bildeten die Tricolore.

Am Ende konnte man die Farben Blau, Weiß und Rot nur in den Overalls der Piloten von Red Bull, Mercedes und Ferrari auf dem Podium erkennen. Aus französischer Sicht hätte das Le-Castellet-Comeback kaum enttäuschender verlaufen können. Weder Esteban Ocon, noch Pierre Gasly, noch Romain Grosjean schafften es in die Punkte. Und die Schuld daran können sie sich nur gegenseitig geben.

Schon am Start waren zwei Drittel der Lokalmatadoren draußen. In Kurve 3 krachte Gasly ins Heck von Ocon, was für beide den Ausfall und die Mechaniker viel Arbeit bedeutete. Zu allem Überfluss mussten beide Crash-Piloten nach dem Rennen auch noch bei den FIA-Kommissaren vorsprechen. Zur Debatte standen Startplatzstrafen für das kommende Rennen in Spielberg. Doch die Schiedsrichter fällten mit Verwarnung für beide Piloten ein mildes Urteil.

Ocon habe zu forsch von links in Richtung Scheitelpunkt eingelenkt. Gasly war bei der Wahl des Bremspunktes etwas zu optimistisch. Beide Fehler hätten einen Anteil daran, dass es zu der Kollision kam, so die Begründung der Stewards. Bei drei Verwarnungen setzt es eine Rückversetzung um 10 Startplätze. Für Gasly und Ocon war es allerdings jeweils erst die erste gelbe Karte.

Grosjean kassiert 5-Sekunden-Strafe

Grosjean, Ocon & Gasly - GP Frankreich 2018 Foto: Wilhelm
Vor dem Rennen grinsten die französischen Piloten noch gemeinsam in die Kamera. Anschließend fuhr sich das Trio gegenseitig in die Autos.

Somit lagen anschließend alle Hoffnungen der Franzosen auf Romain Grosjean. Doch der Haas-Pilot geriet ebenfalls schnell ins Visier der Rennleitung. Bei der ersten Untersuchung kam Grosjean noch ohne Strafe davon. Es wurde untersucht, ob er sich in der Startrunde nicht durch Abkürzen einen unfairen Vorteil verschaffte. Doch dieser Vorwurf erhärtete sich offenbar nicht.

Doch dann meldete sich die Konkurrenz bei der FIA. Man sollte sich doch den Start noch einmal genauer anschauen. „Es war so viel zu tun nach den Ereignissen am Start, dass wir erst später dazu gekommen sind, den Fall zu untersuchen“, entschuldigte sich Rennleiter Charlie Whiting. „Doch auf den TV-Bildern kann man gut erkennen, dass Grosjean immer weiter nach links zieht, während sich Ocon neben ihm befindet. Mit einer ruckartigen Bewegung verursachte Grosjean schließlich die Kollision.“

Laut Whiting habe man den Schaden durch den Kontakt am Haas deutlich erkennen können. Den Force India hatte es noch schlimmer erwischt. „Wenn mich Gasly nicht abgeräumt hätte, wäre ich wahrscheinlich schon durch den Schaden der ersten Kollision ausgeschieden“, schimpfte Ocon. Von den Kommissaren setzte es eine 5-Sekunden-Strafe, die ihn endgültig aus dem direkten Kampf mit Charles Leclerc um den letzten WM-Punkt warf. Platz 11 bedeutete, dass Grosjean neben Sergey Sirotkin weiter der einzige Pilot ohne Zähler im Feld ist.

Nur Renault konnte die französische Ehre verteidigen. Doch es hätte noch mehr rausspringen können als die Plätze 8 und 9 für Carlos Sainz und Nico Hülkenberg. Ohne den Defekt an der MGU-K wäre Sainz locker vor dem Haas von Kevin Magnussen auf Rang 6 ins Ziel gerollt. So musste der Spanier in den Schlussrunden neben dem Dänen auch noch Valtteri Bottas passieren lassen. Wäre die virtuelle Safety-Car-Phase nicht gekommen, hätte es noch unglücklicher enden können.

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