Freitagscheck F1-Mittelfeld GP Ungarn

HaasF1 und Renault im Clinch

Kevin Magnussen - HaasF1 - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - 27.7.2018 Foto: xpb 95 Bilder

Die Top 3 fahren auch in Ungarn ihr eigenes Rennen. Wie sieht es im Mittelfeld aus? Dort bestimmt HaasF1 auf eine Runde das Tempo. Im Kampf um die WM-Punkte streiten viele Mittelfeldteams mit.

Es ist nur der Trainingsfreitag. Doch es lassen sich erste Trends ablesen. HaasF1 und Renault streiten sich im Mittelfeld um den Titel „Best of the rest“. Toro Rosso ist eine Gefahr. Force India hinkt auf eine Runde zurück, sieht sich aber im Longrun gut aufgestellt. McLaren ist aktuell ein Einmann-Team. Sauber verhagelte sich den Tag mit Fehlern. Und Williams bildet auch in Budapest das Schlusslicht. Ungarn quälte die Formel 1-Teams mit Lufttemperaturen bis zu 30 Grad. Das Asphaltband erhitzte sich laut Pirelli zwischenzeitlich bis auf 60 Grad. Wir klopfen die Mittelfeldteams ab und checken deren Form.

HaasF1 mit frischen Motoren

Nur Kevin Magnussen kommt in den Genuss des kompletten Ferrari-Updates. Im Auto des Dänen stecken ein neuer Motor, Turbolader und eine neue MGU-H. Romain Grosjean bekommt nur den neuen Motor, weil er bei Turbo und der heißen Elektromaschine schon bei drei Einheiten steht. Eine vierte würde eine Strafe nach sich ziehen. Und die will man auf dem winkeligen Hungaroring tunlichst vermeiden. Überholen zählt auf dem 4,381 Kilometer langen Kurs zu den schwersten Übungen des Jahres.

Auf eine Runde führte Romain Grosjean in beiden Trainings das Mittelfeld an. Teamkollege Magnussen wurde 10 und 13. „Auf dem Papier ist es nicht unsere beste Strecke. Aber heute lief es anständig“, resümierte der WM-Neunte.

Renault mit kaputter Batterie

Nico Hülkenberg stoppte nach einer Trainingsstunde mit defekter Batterie. „Der Schaden ist ziemlich groß. Wir werden sie nicht mehr einsetzen können zu einem späteren Zeitpunkt der Saison“, sagt Chassis-Direktor Nick Chester. Renault checkte in der Pause die MGU-K und MGU-H. Und stellte keinen Schaden fest. Dagegen wirkte sich der Totalausfall im Auto auf das Getriebe aus. Die Mechaniker tauschten das Freitagsgetriebe gegen eine neue Schaltbox. Es gibt keine Strafe.

Hülkenbergs Programm schmolz in der Hitze von Budapest auf nur 37 Runden zusammen. Teamkollege Carlos Sainz strampelte 70 Runden ab. Der Spanier wurde im zweiten Durchgang Achter. Renault fehlen über vier Zehntel auf HaasF1. „Trotzdem sind wir nicht beunruhigt“, sagt Sportchef Cyril Abiteboul. „Wir sind besser unterwegs als zuletzt. Das liegt zum einen an der Streckencharakteristik, zum anderen an unseren Updates.“

Renault überarbeitete Frontflügel und Bargeboards. „Es sollte ein enger Zweikampf mit HaasF1 werden“, glaubt Abiteboul. „HaasF1 hat den besseren Motor und hängt uns generell in den schnellen Kurven ab. In den langsamen haben wir die Oberhand. Hier sollte sich das ausgleichen“, meint Chester.

Nico Hülkenberg - Renault - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - 27.7.2018 Foto: xpb
Nico Hülkenberg parkte nach einer Trainingsstunde am Streckenrand.

Toro Rosso verbessert

Toro Rosso ist im Aufwind. Ungarn passt wie erwartet zu den Fahrzeugeigenschaften des STR13. „Unser Auto ist gut in langsamen Kurven und stark auf der Bremse. Und es mag die Hitze“, erklärt Brendon Hartley. Toro Rosso sieht sich deshalb viel konkurrenzfähiger als noch in Hockenheim und Silverstone. Auch, weil das Power-Defizit des Honda-Motors weniger wirkt.

Im ersten Training testete das Team aus Faenza unterschiedliche Fahrzeugeinstellungen, um die Aerodynamik ins optimale Fenster zu bekommen. Das Team experimentierte mit unterschiedlichen Federn, Dämpfern und variierte die Fahrzeughöhe. Hartley spricht von einem sauberen Trainingstag. Sowohl auf seiner schnellen Runde als auch auf den Longruns steckte der Neuseeländer öfters im Verkehr fest. „Pierres Rundenzeit ist eine gute Referenz. Wir sollten am Q3 kratzen können.“ Gasly schaffte es am Nachmittag unter die besten zehn.

Force India gut im Longrun

Force India begann den Tag auf dem falschen Fuß. Die rosafarbenen Autos rutschten im ersten Training über den Asphalt. Das Ergebnis: Platz 13 für Esteban Ocon, Platz 15 für Sergio Perez. Die Fahrer beklagten die Balance. Die Mechaniker bauten beide Autos für den Nachmittag um. Force India arbeitete in die richtige Richtung. Plötzlich mischten die Fahrer im vorderen Mittelfeld mit.

„Auf eine Runde werden wir es schwer haben, Haas und Renault zu schlagen“, sagt Technikchef Andy Green. „Aber am Sonntag sollten wir da sein.“ Problem: Auf dem Hungaroring muss man rund zwei Sekunden schneller sein, um zu überholen. Force India hofft, über Strategie und Reifenmanagement zum viertbesten Team aufzusteigen. Green überzeugten die Longruns von Perez und Ocon auf den Mischungen Soft und Ultrasoft. „Weniger Reifenabbau als gedacht, keine Blasen. Für uns wird es ein Einstopprennen.“

Sauber mit schlechtem Training

Teammanager Beat Zehnder fasste Saubers Trainingstag so zusammen: „Es war ein verkorkster Tag für uns. Aber das kommt vor.“ Charles Leclerc fehlte die Praxis, nachdem er im ersten Training zuschaute. Marcus Ericsson machte zu viele Fehler. Trotzdem bleibt der Schweizer Rennstall optimistisch. Sollte Sauber zur Normalform zurückfinden, sieht man sich wie Toro Rosso an der Klippe zu Q3.

Die Updates an Unterboden und Heckflügel vermag man noch nicht zu beurteilen. „Fahrfehler, Teamfehler, zwei Bremsplatten in zwei Reifensätzen: Es lief zu viel schief, um das Upgrade beurteilen zu können“, spricht Teamchef Frederic Vasseur. Ein loses Rad kostet am Auto von Marcus Ericsson kostet Sauber 5.000 Euro. Beide Autos sind mit Ferraris Spec-3-Motor bestückt.

McLaren und Williams

McLaren bleibt ein Einmann-Team. Stoffel Vandoorne macht trotz Chassis-Wechsel auch in Ungarn eine unglückliche Figur. Teamkapitän Fernando Alonso wurde in beiden Trainings 12. McLaren zweckentfremdete den Freitag mal wieder für diverse Tests. „Das hilft uns, unsere Schwächen besser zu verstehen, um 2019 besser aufgestellt zu sein. Für die Rennwochenenden mag es nicht der beste Weg sein. Aber das müssen wir akzeptieren“, sagte Alonso schon am gestrigen Donnerstag. Williams dürfte auch in Ungarn die rote Laterne halten. Hitze und lange Kurvenradien sind Gift für die Martini-Rennwagen.

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