Freitagstraining

Schumacher dominiert

Foto: dpa

Beim Freien Training zum GP von Italien setzte Michael Schumacher die Maßstäbe. Seine Zeit von 1.20,526 Minuten aus dem Vormittagstraining blieb in der einstündigen Sitzung am Nachmittag unangetastet.

Der Ferrari-Fahrer fuhr eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 258,982 km/h. Dem Weltmeister am nächsten kam Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes. Der Finne war um drei Zehntelsekunden langsamer als der Ferrari-Fahrer. Die drittschnellste Zeit des Tages markierte Rubens Barrichello. Es ist kaum anzunehmen, dass Ferrari seine Karten schon aufgedeckt hat: Schließlich schaffte es Ferrari-Testpilot Luca Badoer bei Testfahrten im Juni als bisher erster Pilot, die 1.20-Minuten-Barriere zu knacken.

Glänzend in Szene setzten sich die BAR-Fahrer. Testfahrer Anthony Davidson ordnete sich an vierter Stelle ein, knapp gefolgt von Jenson Button. Takuma Sato rundete mit Platz sieben das gute Ergebnis für das Teanm von David Richards ab. Interessant aus technischer Sicht: Alle drei BAR-Honda fuhren wieder mit Bremsdifferenzialen an der Vorderachse. Diese Apparatur war nach dem GP von Deutschland von der FIA verboten worden. Damals war das Differenzial aber elektronisch geregelt. Jetzt kommt eine rein mechanische Regelung zum Einsatz.

Spektakulärer Abflug von Pizzonia

Glück hatte Williams-BMW-Pilot Antonio Pizzonia: 15 Minuten vor dem Ende des Trainings drehte sich der Williams des Brasilianer wegen einer gebrochenen Bremsscheibe vorn links vor der Parabolica-Kurve, die aus knapp 330 km/h angebremst wird. "Als ich gemerkt habe was passiert, habe ich das Auto in einen Dreher gezwungen" erklärte der Brasilianer. Der Williams prallte mit dem Heck in die Reifenstapel und verlor dabei das linke Hinterrad. Und das war nicht der erste Williams-Crash in Italien. Schon bei den Monza-Vortests war Teamkollege Montoya wegen einer gebrochenen Radaufhängung abgeflogen. Wenigstens mit seiner Platzierung kann Ralf Schumachers Ersatzmann zufrieden sein. Er schaffte Rang sechs. Auch Williams dürfte morgen, wenn das für die Startaufstellung entscheidende Qualifikationstraining auf dem Programm steht, noch einige Pfeile im Köcher haben. Beim Monza-Test vor einer Woche hatte Pizzonia mit 1.20,027 Minuten die Bestzeit gefahren.

Während die zehn Formel 1-Teams in der letzten Woche bei dreitägigen Testfahrten in Monza insgesamt 24.401 Kilometer abspulten, gab es beim ersten Aufgallopp im ersten offiziellen Training erst mal nur ein Sparprogramm. Die Zuschauer kamen somit nicht auf ihre Kosten: Denn in der ersten halben Stunde drehten nur die so genannten Freitags-Fahrer, die Testpiloten der letztjährigen Hinterbänkler-Teams BAR, Jaguar, Jordan, Toyota und Minardi fleissig ihre Runden. Die Arrivierten warteten an der Box darauf, dass die Strecke sauber gefahren wird. Zudem führt die Regel, wonach die Motoren das ganze Wochenende über halten müssen, zu größtmöglicher Zurückhaltung beim Rundendrehen.

Michael Schumacher: Abwarten und dann zuschlagen.

Erst nach 36 Minuten rückte der erste Ferrari zu einer Übungsrunde aus. Michael Schumacher schockte die Konkurrenz wie gewöhnlich mit einer Bestzeit. Die in seiner ersten fliegenden Runde erzielte Zeit von 1.20,556 Sekunden wurde nicht mehr unterboten.

Die beiden deutschen Jordan-Fahrer Timo Glock und Nick Heidfeld hatten unterschiedlichen Erfolg. Der Testfahrer kam auf den respektablen 16. Platz, der andere wurde 25 und Letzter. Das Nachmittags-Training war für Heidfeld allerdings schon in der zweiten Runde zu Ende, als er seinen qualmenden Jordan in der Kurve Grande mit Motorschaden abstellen musste.

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