Freud und Leid bei Ferrari

Batterie-Pech stiehlt Alonso Podium

Alonso & Räikkönen - Ferrari - GP Belgien 2014 Foto: xpb 58 Bilder

Ferrari brachte von seiner Angststrecke Spa 18 Punkte mit nach Hause. Eigentlich ein Grund zur Freude. Doch es hätte auch mehr sein können. Fernando Alonsos Chancen auf ein Podium fielen schon vor dem Start auf null. Dafür fuhr Kimi Räikkönen sein bestes Saisonrennen.

Ferrari hat seine Trainingsleistung am Renntag wiederholt. Nur in umgekehrter Reihenfolge. Fernando Alonso fuhr als Vierter los und kam auf Rang 8 ins Ziel. Daraus wurde nach der Strafe für Kevin Magnussen später noch ein siebter Platz.

Kimi Räikkönen ging auf Startplatz 8 ins Rennen und verpasste als Vierter sein erstes Podium in dieser Saison nur knapp. Alonso war der Meinung, dass für ihn ein Platz auf dem Podium möglich gewesen wäre. Ohne das Pech in der Startaufstellung.

Zwei Minuten vor dem Start stellten die Ferrari-Mechaniker fest, dass die externe Batterie leer gesaugt war. Sie wird zum Starten des Motors gebraucht, aber auch dazu, die Bordbatterie in der Startaufstellung voll zu laden. Offenbar kam es dabei zum totalen Power-Verlust.

Die Krux dabei: So kurz vor dem Start ist das meiste Werkzeug schon weggeräumt. Bis eine Ersatz-Batterie herangeschafft war, ertönte bereits das 15-Sekunden-Signal. Und da stand das Auto mit der Nummer 14 noch auf den Wagenhebern. Ein Bild wie bei Ralf Schumacher im Williams-BMW 2001 in Spa.

Magnussen wurde zum Prellbock

Trotz Hektik reagierte Ferrari richtig. Man schloss die Batterie an und erweckte den Motor zum Leben. So konnte Alonso mit Verspätung wieder seinen vierten Startplatz einnehmen. Obwohl klar war, dass er dafür eine Strafe kassieren würde.

Die Strafe ist aber harmloser als früher, als der Sündenbock ein Mal strafweise durch die Boxengasse musste. Seit diesem Jahr gibt es bei einem der Boxenstopps fünf Sekunden extra. Damit fiel Alonso nach dem ersten Stopp zwar hinter die McLaren-Piloten, aber das war immer noch besser als das Auto aus der Startaufstellung zu schieben und aus der Box zu starten.

Kevin Magnussen wurde für Alonso zum Prellbock. "Er hat zu oft die Spur gewechselt und mich bei einem Überrundungsversuch eines Caterham mit zwei Rädern ins Gras gedrückt. In der letzten Runde haben Vettel und Button davon profitiert, dass mir Magnussen keinen Platz gelassen hat."

Ein Verzweiflungsangriff von Alonso auf Vettel in La Source endete im Heck des Red Bull. Dabei riss es dem Ferrari den Frontflügel ab. Alonso hatte Glück, dass er auf Magnussen nur 10 Sekunden verlor und auf Sergio Perez genügend Luft hatte. Sonst hätte er nicht einmal von der Strafe für den Dänen profitiert.

Aggressive Strategie hilft Räikkönen

Alonso lobte im Ziel die Strategie, die ihm die maximale Ausbeute ermöglichte: "Mehr als das war nicht drin." Der Spanier verteidigt auch die Entscheidung, mit relativ viel Abtrieb ins Rennen gegangen zu sein, was sich bei seinen Überholversuchen nachteilig ausgewirkt hat. "Hinterher ist man immer schlauer. Hätten wir den Flügel für weniger Abtrieb genommen, wären wir im Training nicht auf Platz 4 gefahren. Das hat uns im Regen geholfen. Da es auch für den Sonntag ein Regen-Risiko gab, schien uns die Entscheidung sinnvoll."

Kimi Räikkönen wählte das gleiche Setup. Der Finne fuhr sein bestes Rennen in dieser Saison. "Wir freuen uns, dass sich Kimi immer besser mit dem Auto anfreundet", lobte Teamchef Marco Mattiacci. Eine aggressive Zweistopp-Strategie mit zwei frühen Reifenwechseln brachte Räikkönen bis auf Platz 3.

Das Podium versuchte er in der Schlussphase gegen Valtteri Bottas zu verteidigen. Den ersten Angriff wehrte Kimi noch ab, beim zweiten war er chancenlos. Der Top-Speed-Unterschied betrug 13 km/h. Am Ende steuerte Räikkönen 12 Punkte zum Ferrari-Ergebnis bei: "Wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Ich spüre das Auto besser und hatte zum ersten Mal in diesem Jahr ein Rennen ohne Probleme."

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