Fünfte Montreal-Pole für Hamilton

"Eine meiner schlechteren Runden"

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Kanada 2016 - Montreal - Qualifying Foto: sutton-images.com 54 Bilder

Die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg starten aus der ersten Reihe. Da ist keine Überraschung. Der knappe Abstand auf einer Power-Strecke dagegen schon. Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht bereits davon, dass die Formel 1 in einen „Normalzustand“ zurückkehrt.

Schwarzseher würden sagen: Nichts Neues aus Kanada. Die erste Startreihe strahlt wieder einmal in Silber. Lewis Hamilton lag 62 Tausendstel vor Nico Rosberg. Es war das übliche Herzschlagduell zwischen den beiden Mercedes-Piloten um die Pole Position. Montreal-Spezialist Hamilton gewann das Rennen, weil er in den Kurve 3 und 4 einen Hauch schneller war, und weil Nico Rosberg seinen Gegenangriff schon nach einer Kurve abbrechen musste. Der WM-Spitzenreiter verbremste sich am Ende der Zielgeraden.

Auch Hamilton hatte nicht die perfekte Runde. „Meine Quali-Runden waren nichts Besonderes. Ich würde sie eher am unteren Ende meiner Pole Positions einordnen.“ Ein Quersteher im zweiten Streckensektor kostete den Weltmeister 0,15 Sekunden. Andererseits hatten Hamilton und Rosberg im Q3 zwei frische Reifensätze zur Verfügung. Sebastian Vettel musste alles in eine Garnitur Ultrasoft-Gummis hineinlegen. „Das war der Vettel-Faktor. Es ist so knapp wie es aussieht“, urteilte Niki Lauda.

Wer entwickelt die 2016er Autos wie lange?

In Zahlen: Ferrari war 0,178 Sekunden langsamer als Mercedes, bei Red Bull waren es 0,354 Sekunden. Und das auf einer Power-Strecke, die eigentlich die Domäne der Silberpfeile sein sollte. Wolff präzisiert die Abstände: „Wenn wir die Idealzeiten hochrechnen, fahren wir 1.12,6 Minuten und Ferrari 1.12,9 Minuten.“ Der Mercedes-Chef will damit nicht die Aufholjagd der Gegner kleinreden: „Im letzten Jahr lagen wir eine halbe Sekunde vorne. Es gibt keinen Zweifel, dass unsere Gegner aufholen. Wir sind jetzt wieder zurück in der Normalität.“

Mercedes hat noch ein Upgrade für 2016 in der Hinterhand. Ab jetzt laufen die Uhren voll für 2017. Lauda treibt ein bisschen die Sorge um, dass die Konkurrenz länger an den aktuellen Autos entwickelt und daraus womöglich Kapital schlägt. „Ich hoffe, die 43 Punkte, die wir in Barcelona verloren haben, tun uns am Ende nicht weh.“

Wer hält den Reifen-Joker in der Hand?

Rosberg hatte fest mit der Pole Position gerechnet. Deshalb hatte er zwei Stunden nach der Qualifikation auch keinen Nerv sich darüber Gedanken machen, ob er den Teamkollegen mit einer besseren Taktik austricksen könnte. „Es war nicht mein Plan, auf Platz 2 zu fahren. Über Einstopp- oder Zweistopprennen habe ich noch nicht nachgedacht.“

Die Mercedes-Strategen schon. Doch auch sie können und wollen sich nicht festlegen. Der Wetterbericht spricht von Temperaturen von 10 bis 11 Grad. Auf dem Asphalt werden maximal 20 Grad erwartet. Das würde selbst den Samstag schlagen. Deshalb muss ein Einstopprennen nicht in Stein gemeißelt sein. „Wir haben keine Erfahrungswerte, wie stark die Reifen bei diesen Temperaturen abbauen werden.“

Es könnte ähnlich wie der GP Monaco wieder ein Taktik-Poker werden. Das ergibt sich aus den Reifen, die sich die drei Topteams für das Rennen aufgehoben haben. Und da gibt es deutliche Unterschiede. Mercedes hat zwei frische Satz Soft und eine neue Supersoft-Garnitur in der Hinterhand. Red Bull hat ebenfalls zwei Soft-Sätze, aber sonst nur angefahrene Ultrasoft-Reifen. Ferrari muss mit einem frischen Satz Soft auskommen, verfügt aber wie Mercedes über einen frischen Satz Supersoft.

Die Mercedes-Strategen glauben, dass sich das Rennen möglicherweise dadurch entscheidet, wann und wie lange mit der härtesten Mischung gefahren wird. „Bei den kalten Temperaturen könnte der Soft-Reifen zu langsam sein. Das Dumme ist, dass jeder ihn ein Mal fahren muss.“

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