Fünfte Pirelli-Mischung

"Extra-hart"-Reifen für Istanbul

F1-Test Barcelona 2011 Foto: xpb 21 Bilder

Pirelli hat Angst vor Istanbul. Genauer gesagt vor der Kurve 8. Deshalb will die italienische Reifenmarke für den GP Türkei einen fünften Reifentyp einführen. Die Marke "extra-hart" wird am Freitag in Malaysia getestet.

Eigentlich wollte Pirelli in dieser Saison nur vier Reifensorten anbieten. So wie es auch Bridgestone in den letzten Jahren praktiziert hat. Im Angebot sind die Mischungen supersoft, soft, medium und hard. Während der Testfahrten besserte Pirelli an den drei weicheren Mischungen nach, nachdem sich die Fahrer über zu hohen Verschleiß beschwert hatten. Die Gummisorten wurden jeweils um eine Stufe härter.

Für die ersten drei Rennen hat sich Pirelli bereits festgelegt. Die Fahrer können zwischen soft und hart auswählen. In Barcelona hält der harte Reifen je nach Fahrweise 15 bis 20 Runden. Der Circuit de Catalunya ist mit seinen schnellen Rechtskurven eine harte Prüfung für den Reifen. Doch bei weitem nicht die härteste.

Extra-hart-Reifen für Istanbul

Der Prüfstein schlechthin ist die Strecke von Istanbul mit der gefürchteten Kurve 8. Dort baut sich über acht Sekunden bei 260 km/h maximale Querbeschleunigung auf. Schon Bridgestone hatte Respekt vor dieser Kurve. Man erinnert sich an den Reifenschaden von Lewis Hamilton im Rennen von 2007. Auch Pirelli ist Kurve 8 nicht geheuer. Deshalb führen die Italiener eigens für dieses Rennen eine fünfte Mischung ein. Ihr Name: extra-hart.

Der Reifentyp wird im Freitagstraining zum GP Malaysia als zusätzlicher Reifensatz an alle Teams zu Testzwecken verteilt. Das erlaubt die am 8. März vom FIA-Weltrat verabschiedete Reglementanpassung. Demnach darf Pirelli zu Testzwecken bei ausgewählten Rennen neue Reifenentwicklungen ausprobieren.

FIA hält Dreistopp-Rennen für vertretbar

Bei der Sitzung von FIA-Rennleiter Charlie Whiting und den Fahrern am Mittwoch (9.3.) in Barcelona wurde auch viel über die Reifen diskutiert. Whiting kann die Furcht der Fahrer, dass auf gewissen Strecken die Reifen knapp werden könnten, nicht teilen. "Aus meinen Gesprächen mit Pirelli höre ich heraus, dass es bei den meisten Rennen drei Stopps geben wird. Das ist völlig in Ordnung."

Sebastien Buemi fuhr am gleichen Tag in Barcelona eine Grand Prix-Simulation mit vier Stopps. Es wäre auch mit drei gegangen. Aber dann wäre die Gesamtzeit vermutlich langsamer gewesen.

Diskussion über starken Gummiabrieb

Die Kritik der Fahrer, dass die Pirelli-Reifen ihren Gummiabrieb nicht auf der Ideallinie deponieren, sondern stattdessen neben der Fahrspur in Klumpenform ablegen, verpuffte ebenfalls. Es war die Rede davon, dass man in der zweiten Rennhälfte nicht mehr überholen könne, weil neben der Ideallinie der Grip wegen der vielen Gummischnipsel gleich null wäre.

Der Weltverband hält diese Sorge für übertrieben. Das mag für die Kurven zutreffen, nicht aber für die Geraden. Die Gummischicht löst sich hauptsächlich dort ab, wo Fliehkräfte auftreten. Ausbremsmanöver finden jedoch nicht in der Kurve, sondern am Ende der Geraden statt.

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