Fuji-Geschichte

Siege für Andretti und Hunt

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Die Formel 1 kehrt nach Fuji zurück. Exakt 30 Jahre nach dem letzten Auftritt des GP-Zirkus im Schatten von Japans heiligem Berg findet wieder ein Grand Prix auf Toyotas Hausstrecke statt.

Der Kurs, der etwa eineinhalb Fahrstunden im Süden von Tokio liegt, wurde mit einem Aufwand von 120 Millionen Euro aus der Toyota-Kasse modernisiert. Toyota war auch die treibende Kraft für den Umzug von Suzuka nach Fuji. Jetzt legt sich auch Suzuka-Hausherr Honda ins Zeug. Das Fahrerlager wird umgebaut, und ab nächstem Jahr findet der GP Japan alternierend zwischen den beiden Rennstrecken statt.

Lange Gerade und ein paar Kurven

Im Vergleich zu der Fahrerstrecke von Suzuka ist Fuji fahrerisch simpel. Der Kurs besteht aus einer 1,5 Kilometer langen Geraden, zwei mittelschnellen und sieben langsamen Kurven. Die Zielgerade bietet wenigstens eine ausgezeichnete Gelegenheit zum Überholen. "Sie ist so lang", sagt Ralf Schumacher, "dass du glaubst: Die hört gar nicht mehr auf." Ursprünglich war Fuji eine schnelle Strecke.

Auf dem Layout der 70er Jahre schaffte Mario Andretti auf seiner Fahrt in die Pole Position einen Schnitt von 217,256 km/h. Weil die heutigen Autos auf der alten Streckenführung Rundenzeiten unter einer Minute erzielen würden, musste Streckenbauer Herrmann Tilke eine langsame Passage einbauen. Dort wo früher eine anspruchsvolle 180 Grad-Kurve in die Zielgerade mündete steht jetzt ein Gokart-ähnliches Kurvenlabyrinth.

Zwei Fuji Grand Prix in den 70ern

Fuji hat bis jetzt zwar nur zwei Grand Prix gesehen, doch beide hatten es in sich. 1976 fand das berühmte Regenfinale zwischen Niki Lauda und James Hunt statt. Lauda stieg damals nach zwei Runden aus. "Es war der totale Wahnsinn. Du hast nichts gesehen, und das Wasser lief in Sturzbächen über die Bahn. Ich hatte einfach Angst. Mein Nürburgring-Unfall war noch nicht überwunden." James Hunt reichte ein dritter Platz zum WM-Titel. Das Rennen gewann Mario Andretti. Als der Lotus-Pilot abgewinkt wurde, war es fast dunkel. Wegen des schlechten Wetters war der Start mehrmals verschoben worden, und in Japan geht die Sonne um diese Jahreszeit schon um 17.30 Uhr unter.

Der zweite Fuji-Grand Prix fand 1977 bei Sonnenschein statt. Diesmal siegte der bereits entthronte Titelverteidiger James Hunt. Lauda hatte den Titel bereits vorzeitig gewonnen und war zu dem Rennen gar nicht mehr angetreten. Der Österreicher wurde durch Gilles Villeneuve im Ferrari-Cockpit vertreten. Villeneuve war der aufgehende Stern am GP-Himmel und auch der unfreiwillge Hauptdarsteller in diesem Rennen. Bei einer Attacke auf Ronnie Peterson am Ende der Zielgeraden hob der Ferrari am Hinterrad des Tyrrell ab und flog in eine Sperrzone hinter den Leitplanken. Dabei wurden zwei Zuschauer getötet. Villeneuve kletterte unverletzt aus dem Wrack.

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