Fuji-Verhandlung

Warten auf das Urteil

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Lewis Hamilton zuckte mit den Achseln und betonte immer wieder seine Unschuld. "Ich weiß nicht, was ich getan haben soll. Ich weiß es nicht", sagte der Formel-1-Spitzenreiter am Freitag (5.10.) in Shanghai.

"Ich soll möglicherweise für etwas bestraft werden, was ich nicht getan habe." Zwei Tage vor dem Großen Preis von China am Sonntag (7.10.) musste er sich vor einem dreiköpfigen Gremium verantworten. Auch Hermann Tomczyk, der Präsident des Deutschen Motorsport-Bundes (DMSB), gehörte zur Jury. "Es ist wirklich eine Schande", meinte Hamilton vor seiner Vernehmung. Ihm droht eine nachträgliche Strafe - Rückversetzung in der Startaufstellung oder gar Punktabzug - und damit ein Rückschlag im WM-Kampf. "Ich haben niemanden in Gefahr gebracht", betonte der Brite.

FIA zeigt Transparenz

Augenzeugen wurden bei der gut einstündigen Anhörung im Anschluss an das Fahrermeeting auch die unzähligen Medienvertreter, die sich neugierig vor den nur unzureichend abgedunkelten Scheiben drängten. Hamilton saß auf der "Anklage-Bank" weil er am vergangenen Sonntag beim Großen Preis von Japan gegen das Regelwerk verstoßen haben soll. Im Regen soll der WM-Spitzenreiter hinter dem Safety Car sein Tempo deutlich reduzierte und vor einer Linkskurve nach rechts ausgeschert sein. Die hinter ihm fahrenden Mark Webber und Sebastian Vettel kollidierten. Auch der Australier und der Deutsche wurden von der Jury befragt.

"Ich muss den Abstand zum Safety Car wahren und die Fahrer hinter mir zu meinem Wagen", sagte Hamilton. Es sei nicht sein Job, sich um Piloten hinter ihm zu kümmern. Zudem habe er das erste Mal bei einem Regenrennen die Führung inne gehabt und er habe seine Sache gut gemacht, so Hamilton. Webber sah dies anders: "Ich denke, er hat einen Scheiß Job gemacht hinter dem Safety Car." In der offiziellen Presseerklärung nach dem Freitags-Training ließ der Australier allerdings verlauten: "Ich habe zu keiner Zeit, irgendeine offizielle Beschwerde über irgendjemands Fahrstil nach dem Großen Preis von Japan gemacht."

Belastendes "You Tube"-Video

Auf den Plan hatte die FIA, die am Freitag lange Zeit ein Geheimnis um ein Verfahren gegen Hamilton machte, ein Fan-Video beim Internetanbieter "YouTube" gerufen. Den Filmstreifen hatte Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost entdeckt und weitergeleitet. Hamilton ließ die Hängepartie vor seiner erhofften Fahrt zum Titel nicht kalt. Der vermeintliche Sonnyboy belegte in beiden Trainingseinheiten jeweils lediglich den vierten Rang. In der zweiten Session steuerte er seinen Silberpfeil sogar durch den Kies.

Doch war das sportliche Geschehen in den Hintergrund getreten, die für alle sichtbare Anhörung bestimmte das Geschehen. Durchgeführt wurde sie im Erdgeschoss in einem der beiden Tower an der Strecke. Hamilton saß vor dem großen Bildschirm, auf dem TV-Gerät wurden Szenen aus dem Rennen in Japan abgespielt. Ohne Kommentar verließ Vettel, begleitet von Kamerateams und Fotografen den Verhandlungsraum. Äußern wollte und durfte er sich wohl auch nicht zu dem Verfahren. Hamilton lächelte zumindest, als er das Gebäude verließ.

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