Daniil Kvyat - GP Ungarn 2020 Wilhelm
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Ungarn 2020
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Verstoß gegen Funkverbot-Regel

Hat Alpha Tauri Haas verpfiffen?

Die Haas-Ingenieure bestärkten die Fahrer gleich nach der Formationsrunde die Reifen zu wechseln. Der Trick war gut, führte aber auch zu einer Strafe. Doch wer gab der Rennleitung den Tipp? Haas vermutet, dass Alpha Tauri dahintersteckt.

Der Grand Prix von Europa am Nürburgring 2007 war nicht das Vorbild. Damals hatte Spyker hoch gepokert. Der Start fand auf trockener Strecke statt. 21 Autos rollten auf Slicks in ihre Startbox. Einer bog in die Boxengasse ab. Markus Winkelhock fuhr direkt nach der Formationsrunde zum Reifenservice. Das Team gab ihm Intermediates mit auf die Reise.

Die schwarzen Wolken am Himmel türmten sich bereits drohend auf. Der Wetterbericht sprach von Regen zum Ende der ersten Runde. Doch der Wolkenbruch brach schon los, da hatte das Feld gerade mal die halbe Runde geschafft. In der zweiten Runde lag Debütant Winkelhock in Führung.

Daran hat sich 13 Jahre später bei Haas keiner mehr erinnert. Diesmal war die Strecke nass, begann aber in der Sonne rasend schnell abzutrocknen. Wie schnell konnte keiner ahnen. Romain Grosjean und Kevin Magnussen waren sich auf der Fahrt zum Startplatz so uneins, dass der eine sich für Intermediates entschied, der andere für Regenreifen

"Wir rechneten nicht damit, dass die Bahn schon zum Start bereit für Slicks sein würde", erzählt Teamchef Guenther Steiner im Rückblick. "Deshalb haben wir auf dem Startplatz auch nichts abgesprochen." Die Fahrer sollten in der Formationsrunde die Verhältnisse abchecken. Dann würde man weitersehen.

Romain Grosjean - GP Ungarn 2020
Motorsport Images
Die Haas-Piloten bogen schon vor dem Rennstart in die Boxengasse ab.

Kvyat hatte die gleiche Idee

Magnussen meldete sich als Erster am Funk. "Ich glaube, es geht mit Slicks", meinte der Däne. Kurz darauf berichtete Grosjean das gleiche. Beide warteten auf eine Antwort. Die auch prompt kam. Steiner: "Wir haben unseren Fahrern vertraut. Für uns gab es nichts zu verlieren."

Der Befehl, gleich zum Reifenwechsel an die Box zu kommen, kostete Magnussen am Ende einen WM-Punkt. Fremde Hilfe am Funk ist seit 2017 während der Formationsrunde strikt verboten. Das steht aber nicht einmal im Reglement. Eine technische Direktive regelt, was das Team dem Fahrer in der letzten Runde vor dem Start sagen darf. Im Prinzip sind nur sicherheitsrelevante Anweisungen erlaubt.

Der Verstoß gegen die Direktive wurde Haas erst nach dem Rennen mitgeteilt. Renndirektor Michael Masi hatte im Chaos der ersten Runden den Funkspruch offenbar überhört. Mindestens ein Konkurrent hatte dagegen gut aufgepasst. Bei Haas geht man davon aus, dass der Tipp von Alpha Tauri gekommen ist.

Red Bulls Junior-Team hat zwar von der Zehnsekunden-Strafe für Magnussen und Grosjean nicht profitiert, aber der Truppe von Franz Tost könnte es ums Prinzip gegangen sein. Daniil Kvyat hatte in der Formationsrunde die gleiche Idee wie die Haas-Fahrer. Als der Russe am Funk nachfragte, ob alles für einen Reifenwechsel bereit sei, bekam er keine Antwort.

Alpha Tauri kannte die Regel. Kvyat wechselte deshalb erst mit einer Runde Verspätung die Reifen, um keine Strafe zu riskieren. Am Ende kostete Haas die Rückversetzung um zehn Sekunden zwar einen WM-Punkt. Ohne den Reifenpoker vor dem Start wäre Magnussen aber wohl gar nicht in die Nähe der Top Ten gekommen.

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