Regenreifen

Gehen Pirelli die Regenreifen aus?

Formula 1 Grand Prix, Turkey, Friday Practice Foto: xpb 21 Bilder

Aufatmen im Formel 1-Fahrerlager. Die zweite Trainingssitzung am Freitagnachmittag fand auf trockener Piste statt. Das spart den Teams Regenreifen. Bei drei Tagen Schlechtwetter hätet es eng werden können. Die Teams baten Pirelli bereits, das Kontingent zu erhöhen.

Man stelle sich vor, es regnet drei Tage in der Türkei. Dann hätten die Teams und Pirelli ein Problem. Da es am Sonntag ziemlich sicher regnen soll, könnten das Kontingent von sieben Satz Regenreifen und Intermediates pro Fahrer vielleicht nicht ausreichen. McLaren ließ seine beiden Fahrer deshalb am verregneten Freitagmorgen untätig in der Boxengarage warten. Erst in den letzten Minuten drehten Jenson Button und Lewis Hamilton fünf langsame Checkrunden.

McLaren sparte Reifen

"Bei der schlechten Wettervorhersage war es für uns klar, dass wir Reifen sparen müssen", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh seine Anordnung, lieber in der Box zu bleiben. Fernando Alonso ließ sich dadurch nicht beirren. Der schnellste Fahrer der Regensitzung probierte je einen Satz Regenreifen und Intermediates.

Whitmarsh begab sich in der Trainingspause zu Pirelli, um mit Reifenchef Paul Hembery über eine mögliche Aufstockung des Kontingents zu sprechen. "Ich weiß, es gibt eine Regel, aber in diesem Fall sollten wir nicht päpstlicher als der Papst sein. Die Teams wären alle dafür, sicher auch die FIA. Bei drei Tagen Regen könnte es eng werden. Die Formel 1 würde sich ziemlich lächerlich machen, wenn einige Fahrer das Rennen aufgeben müssten, weil sie keine Reifen mehr haben."

Aquaplaning ein Problem

Der erste echte Test mit Regenreifen am Freitagmorgen zeigte den Fahrern, was sie am Sonntag auf nasser Piste erwarten könnte. "Der Grip ist gut und konstant", erzählte Force India-Testfahrer Nico Hülkenberg. "Nur bei viel Wasser ist der Reifen kritisch. Das Profil verdrängt zu wenig Wasser. Du kriegst unheimlich schnell Aquaplaning." Das Problem würde sich verschärfen, wenn die Fahrer gezwungen wären, längere Distanzen auf einem Reifensatz zurückzulegen.

Eine gewisse Erleichterung machte sich breit, als am Freitagmittag der Himmel aufklarte. Auch am Samstag könnte es nach der letzten Wettervorhersage trocken bleiben. Dann müsste Pirelli nicht auf zusätzliche Regenreifen zurückgreifen. Immerhin liegt die Fabrik strategisch günstig in der Nähe der Rennstrecke. Alle Rennreifen des italienischen Herstellers werden im türkischen Izmit gefertigt. Keine 50 Kilometer von der Rennstrecke entfernt.

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