George Russell - Williams - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - Freitag - 27.11.2020 xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
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George Russell ersetzt Hamilton beim GP Sakhir

George Russell ersetzt Hamilton Williams stellt Russell frei

Lewis Hamilton fällt bei Mercedes aus. Dafür springt George Russell ein. Der junge Engländer erhält von Williams die Freigabe und sitzt beim GP Sakhir im besten Auto. Es ist Russells große Chance, sich für 2022 bei Mercedes in Stellung zu bringen.

In dieser Saison ist George Russell einer von zwei Fahrern, die in 15 Rennen noch keinen Punkt gesammelt haben. Der zweite ist sein Williams-Teamkollege Nicholas Latifi. Auch im letzten Jahr holte der 22-jährige Engländer im unterlegenen Williams keinen Zähler. Diese punktelose Strähne könnte am kommenden Rennwochenende zu Ende sein.

Zum ersten Mal in seiner Laufbahn wird Russell nicht in einem Hinterbänkler-Auto sitzen. Sondern im schnellsten Rennwagen des Feldes. Sein Traum wird wahr, einen Mercedes in der Formel 1 zu fahren. Als dritter Brite überhaupt nach Sir Stirling Moss und Lewis Hamilton. Weil der siebenmalige Titelträger für den Grand Prix von Sakhir aufgrund einer Corona-Erkrankung ausfällt, erhält sein Landsmann die Chance seines Lebens. Mercedes eist seinen Youngster für das zweite Rennen in der Wüste Bahrains von Williams los, das sich wiederum mit Formel-2-Fahrer Jack Aitken eindeckt. Der 25-Jährige ist der Ersatzfahrer des Teams.

Schnelle Verhandlungen mit Williams

Die Verhandlungen mit Williams dauerten nur einen Tag. Dann hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinen Wunschkandidaten für das zweite Cockpit neben Valtteri Bottas. Es heißt, Williams habe sich schnell mit dem Gedanken anfreunden können, seine Nummer eins für ein Rennen auszuleihen – ohne eine finanzielle Mitgift. "In erster Linie möchte ich mich bei unseren loyalen Partnern Williams für die Zusammenarbeit und die Aufgeschlossenheit bedanken, die es ermöglichen, dass George dieses Wochenende für Mercedes antritt", äußert sich der Mercedes-Teamchef. "Die Gespräche mit dem Team bei Williams waren positiv und pragmatisch und das waren die Schlüsselfaktoren, um eine Übereinkunft zu erzielen."

George Russell - Williams - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen
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George Russell springt vom Williams in den Mercedes.

Russell erhält damit den Vorzug vor Stoffel Vandoorne, der als zweiter Ersatzkandidat für Hamilton infrage kam. Der Belgier kennt den aktuellen W11 zwar aus dem Simulator, ist aber seit dem 25. November 2018 keinen Grand Prix mehr gefahren. Deshalb wollte Mercedes in erster Linie Russell. Der Engländer ist seit 2017 Teil des Mercedes-Juniorprogramms – und der erste Nachwuchspilot, der es tatsächlich in den Silberpfeil schafft. Wenn zunächst auch nur für ein Rennen.

Doch sollte sich Hamiltons Corona-Erkrankung hinziehen oder er nächste Woche von den Behörden keine Erlaubnis erhalten, nach Abu Dhabi zu reisen, dürfte sein Vertreter ein zweites Mal im Mercedes sitzen. Russell, GP3-Meister von 2017 und Formel-2-Champion im Jahr darauf, stieg 2019 zu Williams in die Formel 1 auf. Dort wartet er zwar seit 36 Rennen auf Punkte, hat seine Qualitäten aber schon längst mehrfach unter Beweis gestellt.

Noch hat Russell nicht einen Vergleich in der Qualifikation verloren. Der Engländer gilt als eines der größten Talente der Formel 1. Experten sehen ihn in Zukunft auf dem Niveau eines Max Verstappen oder Charles Leclerc um Rennsiege in der Formel 1 kämpfen. Dafür aber braucht er das richtige Material. Am kommenden Wochenende wird es Russell haben. Doch die Aufgabe ist keine einfache.

Druck für Bottas

"Es wird für George nicht leicht, vom Williams zum W11 zu wechseln, aber er ist bereit für das Rennen und verfügt zudem über ein detailliertes Verständnis der 2020er Reifen und wie diese mit der derzeitigen Fahrzeuggeneration zusammenspielen. George hat bei Williams in diesem Jahr eine beeindruckende Form gezeigt und spielt eine instrumentale Rolle bei ihrem Aufstieg im Feld. Ich bin zuversichtlich, dass er eine starke Leistung abliefern wird neben Valtteri, der für ihn ein fordernder Referenzpunkt sein wird", sagt Mercedes-Teamchef Wolff.

Die Augen werden auf Mercedes gerichtet sein. Russell kennt zwar die Vorgängermodelle des W11 aus Testfahrten, doch den aktuellen Silberpfeil ist er noch nie auf einer Rennstrecke gefahren. Und auch nie im Simulator. Er wird sich schnell auf den Mercedes einstellen müssen, kennt aber immerhin die Antriebseinheit in- und auswendig. Auch der Williams FW43 wird vom Mercedes-Sechszylinder-Turbo angetrieben. Genauso kennt Russell die internen Abläufe bei Mercedes. Er war 2018 als Ersatzfahrer neben seinen Formel-2-Tätigkeiten praktisch bei jedem dabei und schaute Lewis Hamilton, Valtteri Bottas und den Ingenieuren über die Schulter. Die Strecke dürfte es ihm einfach machen. Der Outer Circuit von Bahrain hat eigentlich nur vier echte Kurven.

Teamkollege Bottas wird ebenfalls unter besonderer Beobachtung stehen. Der Finne muss Russell in Schach halten. Der 22-Jährige ist einer der Kandidaten, der Bottas 2022 bei Mercedes verdrängen könnte. Der WM-Zweite würde gut daran tun, Russell in Bahrain zu schlagen. Die Frage, wer mehr Druck hat, ist also geklärt.

Hamilton wird sich den Grand Prix aus dem Hotelzimmer anschauen. Dort muss er sich bis Mitte Woche isolieren, und vom Corona-Virus erholen. Aus dem Mercedes-Team befinden sich ansonsten nur zwei weitere Personen in Isolation. Die beiden, die mit Hamilton an GP-Wochenenden in einer sogenannten Blase arbeiten. Von der Teamführung und den Ingenieuren werden die Fahrer getrennt. Die Briefings finden auf virtuellen Plattformen statt.

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