Gerhard Bergers WM-Tipp

"Mein Favorit heißt Red Bull“

Gerhard Berger Foto: Daniel Reinhard 49 Bilder

Gerhard Berger wird den Formel 1-Auftakt in Melbourne am kommenden Sonntag vom Fernsehschirm aus verfolgen. Der Ex-Rennfahrer sieht Red Bull als Favorit und wundert sich über Rennfahrer, die sich über zu viele Knöpfe am Lenkrad beschweren.

Gerhard Berger geht es wie den meisten Motorsport-Anhängern. Er wird den Formel 1-Start am kommenden Wochenende vom Fernsehschirm aus verfolgen. Auf der Couch in Monte Carlo. Keine Lust auf Formel 1 live? "Das reine Racing ja, aber die Politik drumherum, da bin ich nicht mehr scharf darauf. Ehrlich - ich bin froh, dass ich nicht nach Melbourne muss."

Red Bull ist Bergers Favorit

Der Ex-Rennfahrer hat trotz widersprüchlicher Testergebnisse einen klaren Favoriten: "Für mich ist der Red Bull vorne. Im Training wie im Rennen. Das Auto hat am meisten Abtrieb, also wird es auch die Reifen am besten schonen. Vettel und Webber sind außerdem bekannt dafür, dass sie mit den Reifen vorsichtig umgehen. Alonso und Schumacher haben im Vergleich dazu einen eher groben Fahrstil."

Auf den Einwand hin, dass Ferrari besonders bei den GP-Simulationen brilliert hat, antwortet Berger: "Hat Red Bull die Karten schon auf den Tisch gelegt? Ferrari scheint mir jetzt schon wieder unter Druck zu stehen. Die müssen etwas zeigen." Da sind Ansagen wie die von Präsident Luca di Montezemolo sicher nicht hilfreich. Der verlangt Revanche für die knappe WM-Niederlage vom Vorjahr. "Das Problem für alle anderen ist doch: Red Bull hat Newey, und sie haben das Budget, das man zum Gewinnen braucht. Von Newey kommen die Innovationen, die ich bei den anderen nicht erkennen kann."

Auf den Zweikampf zwischen Vettel und Webber angesprochen glaubt der zehnfache GP-Sieger: "Viel wird davon abhängen, wie gut der Saisonstart für Webber läuft. Da wird er sich noch mal voll reinhängen. Wenn er dann nicht gegen Vettel ankommen kann, dürfte die Luft raus sein." Am meisten gespannt ist Berger auf Mercedes: "Die scheinen jetzt ein richtig gutes Auto zu haben. Deshalb schätze ich auch Michael Schumacher ganz hoch ein. Den Michael darfst du nie abschreiben. Es wäre schön, wenn die Mercedes-Fahrer im Spitzenfeld für Unruhe sorgen könnten."

Berger kritisiert Klagen der Fahrer

Gar nicht verstehen kann der 51-jährige Österreicher die Aufregung um die vielen Knöpfe auf den Lenkrädern. "Ich habe heute morgen gelesen, dass sich Heidfeld beschwert. Da kann ich ihm nur sagen: Lass die Knöpfe weg, die du nicht brauchst. Der Schumacher bedient zehn Knöpfe gleichzeitig, wenn er weiß, dass es ihn schneller macht."

Berger erinnert daran, dass er zu einer Zeit gefahren ist, als man nur eine Hand am Lenkrad hatte und parallel dazu mit der linken Hand das Turbo-Dampfrad bedienen musste: "Das war kein einfacher Schalter, wo sich auf Knopfdruck alles automatisch einstellt. Da hast du an einem Rad gegen einen Federwiderstand andrehen müssen, und diese mechanische Verstellung war lange nicht so exakt wie ein elektronischer Impuls."

Red Bull mit Nachteilen bei der Lenkradbelegung?

Und erst die Zeit, als die Autos Anfang der 90er Jahre vollgestopft wurden mit allen möglichen elektronischen Fahrhilfen. "Aktive Aufhängung, Niveauregulierung, Traktionskontrolle, ABS, Vierradlenkung, Differenzial für Kurveneingang, -mitte und -ausgang, Gemisch und Bremsbalance. Wir hatten auch viel Arbeit im Auto, und keiner hat sich beschwert. Dem Alesi war das mit der Traktionskontrolle immer zu kompliziert. Deshalb hat er den Schalter nicht angerührt. Das kann Heidfeld auch machen."

Dass auch Sebastian Vettel die vielen Knöpfe auf dem Lenkrad unter Beschuss nimmt, bringt Berger auf einen Verdacht: "Wahrscheinlich schimpft er so, weil Red Bull auf diesem Gebiet einen Nachteil hat. Der Sebastian ist ein ausgefuchster Junge. Der weiß, was er tut, wenn er sich beschwert."

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