Glocks kleiner Sieg

Vor Hispania, knapp hinter Lotus

Timo Glock - GP Europa - Qualifying - 25. Juni 2011 Foto: xpb 50 Bilder

Timo Glock ist mit wenig zufrieden. Wenn er die Hispania um eine Sekunde in die Schranken weist und die Lotus in Sichtweite hat, dann ist das für den Virgin-Piloten eine persönliche Pole Position.

Platz 21 in der Startaufstellung hört sich nicht besonders gut an. Für Timo Glock ist es die Pole Position. Vor beiden Hispania, vor Teamkollege Jérôme d‘Ambrosio. Und zwar deutlich. Vitantonio Liuzzi lag eine Sekunde zurück. Und Jarno Trulli nur drei Zehntel vor Glock.

"Wir dürfen uns nicht anlügen. Jarno hat sich bei einem Versuch gedreht, bei dem er schneller gewesen wäre. Der echte Maßstab ist Kovalainen. Und der liegt acht Zehntel weg. Für uns ist das ein guter Wert, vor allem auf einer so langen Strecke."

Erschwerte Bedingungen durch große Hitze

Glock war mit seinem Wochenende bislang rundum zufrieden. Der verletzte Finger störte zwar, aber er bremste ihn nicht. "Wir hatten endlich mal wieder einen guten Freitag ohne Probleme. Und wir haben am Samstag die richtigen Setupänderungen gemacht. Meine Runde in der Qualifikation war gut. Dabei waren die Streckenbedingungen am Nachmittag wegen der großen Hitze schwieriger. Ich hatte das Gefühl, dass die Strecke langsamer wurde."

Der Virgin zählt zu den Reifen schonenden Autos im Feld. Theoretisch wäre ein Einstopprennen für Glock möglich, doch er rät davon ab: "Zwei Stopps sind über die Distanz schneller." Der Hesse schiebt die Steigerung hauptsächlich auf die vielen langsamen Kurven. "Die liegen unserem Auto besser, weil die Aerodynamik weniger und die Mechanik mehr zählt."

Das Ziel im Rennen ist klar definiert: Vor den Hispanias bleiben und auf ein Wunder hoffen. "Wir brauchen einen 13. Platz um Hispania im Konstrukteurspokal wieder zu überholen. Dafür muss es nochmal ein Chaosrennen wie in Kanada geben." Das ist in Valencia nicht zu erwarten. Eher schon eine Hitzeschlacht.

Hispania droht wieder aufzuholen

Da Hispania laufend kleine Modifikationen nachschiebt, darf Virgin seinen Hauptgegner nicht aus den Augen lassen. "Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie schnell wir ein Entwicklungspaket nachschieben können", fordert Glock. Die neue Technikertruppe unter Pat Symonds arbeitet bereits daran. Fragen zu dem Thema sind aber tabu. Symonds steht noch unter dem Bannstrahl der FIA. Das Thema möchte man nicht durch unüberlegte Kommentare überstrapazieren.

Beim nächsten Rennen in Silverstone erwartet Glock wieder stärkere Gegenwehr von Hispania. Die schnellen Strecken liegen dem Virgin nicht so besonders. Angst vor der 107-Prozent-Hürde muss Glock aber vermutlich trotzdem nicht haben. "Die Regeländerungen betreffen hauptsächlich die Top-Teams. Wir verlieren nichts. Das wird uns etwas näher an die Spitze bringen. Ich hoffe, dass die 107-Prozent-Hürde dann kein Thema mehr ist."

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