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Nico Rosberg - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2016
Nico Rosberg - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2016
Nico Rosberg - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2016
Nico & Vivian Rosberg - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2016 70 Bilder

GP Abu Dhabi 2016 (Ergebnis Rennen)

Rosberg erstmals Weltmeister

Nico Rosberg ist Weltmeister. Ein zweiter Platz reichte dem Deutschen beim Saisonfinale in Abu Dhabi zum Titel. Lewis Hamilton musste trotz seines vierten Siegs in Folge mit Rang 2 in der Gesamtwertung Vorlieb nehmen.

Nico Rosberg hat es geschafft. Nach 206 Rennen in der Königsklasse kann sich der Mercedes-Pilot erstmals Weltmeister nennen. Der neue Champion sammelte im Schlussspurt der Meisterschaft souverän die nötigen Punkte zum Titel. Vier Mal in Folge fuhr der Deutsche auf Rang 2 über die Linie. Am Ende rettete er damit 5 Punkte Vorsprung über den Zielstrich.

Rosberg ohne Risiko zum Titel

Vor allem in England wird sicher ein paar Tage lang die Frage diskutiert, ob Rosberg ein verdienter Weltmeister ist. Schließlich feierte Titelrivale Lewis Hamilton mit 10 Siegen einen Erfolg mehr als sein Teamkollege. Rosberg dürfte das egal sein. Ein altes Sportler-Motto lautet schließlich: „Ein Pferd springt immer nur so hoch wie es muss.“

Und Hamilton sollte sich nicht zu laut beklagen. Er hatte bei seinem ersten WM-Titel 2008 auch nicht die meisten Siege auf dem Konto. Damals stand Felipe Massa einmal häufiger ganz oben auf dem Podium. Der entthronte Formel 1-König wartete auch in Abu Dhabi vergeblich auf die Hilfe der Konkurrenz. Mindestens 2 Verfolger hätten sich noch zwischen die beiden Silberpfeile schieben müssen. Doch Rosberg bot seinen Verfolgern nie eine Chance zur Attacke.

Zu Beginn des Rennens lieferte er sich ein kurzes Duell gegen Max Verstappen. Der Holländer war nach einem Dreher in der ersten Kurve weit zurückgefallen, geriet aber nach dem ersten Boxenstopp bei Mercedes plötzlich in die Schusslinie von Rosberg. Doch der Deutsche vermied jedes Risiko und ging erst in Runde 20 am Holländer vorbei, nachdem er trotz frischeren Reifen minutenlang hinter dem Red Bull hinterhergebummelt war.

Hamilton bringt Vettel ins Spiel

Obwohl Hamilton über das ganze Rennen versuchte, Rosberg mit aller Macht einzubremsen, drohte von hinten lange Zeit keine Gefahr. Die Ferrari lieferten sich stattdessen ein spannendes Duell mit Red Bull. Zunächst sah es danach aus, als könnten Verstappen und Ricciardo die Plätze 3 und 4 nach Hause fahren. Doch Sebastian Vettel legte dank eines späten zweiten Boxenstopps einen starken Schlussspurt hin.

In Runde 46 ging er zunächst an Ricciardo vorbei. Fünf Runden danach schnappte er sich auch noch Verstappen, um sich den letzten Podiumsplatz zu sichern. Weil Hamilton an der Spitze immer langsamer wurde, geriet sogar Rosberg noch in die Fänge von Vettel. Hamilton wurde mehrfach aufgefordert, schneller zu fahren. Doch der alte Weltmeister dachte gar nicht daran. Nur knapp hielt Rosberg in den letzten Kurven seine Nase vorne um Platz 2 zu sichern. Innerhalb von 1,6 Sekunden querten die ersten 4 Autos den Zielstrich.

Hamilton gratuliert auf dem Podium

„Das hat in den letzten wirklich keinen Spaß gemacht“ schnaufte Rosberg im Ziel durch. „Das war extrem. Das hat wirklich richtig Nerven gekostet. Vorne hat Lewis langsam gemacht. Von hinten kam der Druck. Das will ich so schnell nicht noch einmal erleben. Ich möchte mich beim ganzen Team bedanken. Und für die Unterstützung der Fans und das Daumendrücken. Und natürlich auch bei meiner Familie. Ich liebe Euch!“, erklärte der emotional gezeichnete Neu-Champion. Trotz seiner fragwürdigen Manöver im Rennen gratulierte auch Hamilton auf dem Podium fair und schüttelte Rosberg dabei sogar die Hand.

Vettel gratulierte ebenfalls nach der Zieldurchfahrt: „Herzlichen Glückwünsch an Nico. Lewis und ich, wir wissen, wie er sich heute fühlt. Es ist sein Tag. Ich bin aber auch nicht unzufrieden mit meinem Rennen. Ich hatte einen leichten Hals, weil ich zunächst nicht vorankam. Ich hing hinter Kimi und Daniel fest. Ich habe versucht auf meine Reifen aufzupassen. Wir haben uns dann für einen späten Boxenstopp entschieden. Das war auch richtig. Dann habe ich die beiden Red Bull geschnappt und kam immer näher an Nico ran. Lewis an der Spitze muss wohl ein Problem gehabt haben. Ich sehe sonst keinen Grund, warum er so langsam war. Aber ich hatte am Ende etwas Probleme mit den Vorderreifen. Weil Lewis vorne so nah dran war, bestand außerdem die Gefahr, dass ich mit ihm kollidierte, wenn ich Nico angreife. Ich kam einfach nicht vorbei.“

Kritik an Hamilton-Takitk

Hamilton reagierte im Ziel mit Unverständnis, warum seine Einbremstaktik kritisiert wurde. Vor allem die Funksprüche von seinem Team konnte der Brite nicht nachvollziehen. „Ich würde nie etwas tun, was unserem Team schadet. Wir haben ja den Konstrukteurspokal schon gewonnen. Also ging es heute nur um das Duell zwischen Nico und mir. Sie hätten uns einfach das Rennen ausfahren lassen sollen. Ich habe nichts gemacht, was gefährlich war. Ich war an der Spitze und habe die Pace diktiert. So sind die Regeln.“

Der schnellste Fahrer hinter den 3 Top-Teams war wieder einmal Nico Hülkenberg. Mit einem guten Start setzte sich der Rheinländer zunächst gegen Verstappen durch. Der Red Bull-Pilot touchierte mit dem rechten Vorderrad den linken Seitenkasten des Force Indias, wodurch sich Verstappen drehte. Hülkenbergs Auto überstand den Kontakt ohne Schaden. 55 Runden lang hielt er Teamkollege Sergio Perez in Schach.

Button fällt im letzten Rennen aus

Force India machte damit Rang 4 in der Teamwertung klar. Die Position war aber nie in Gefahr, weil Valtteri Bottas von Konkurrent Williams schon nach 6 Runden ausgefallen war. Felipe Massa im zweiten Martini-Auto kam in seinem letzten Formel 1-Rennen vor Fernando Alonso auf Platz 9 ins Ziel. Für Jenson Button lief die Abschiedsvorstellung nicht ganz so erfolgreich. Der Brite musste mit einem Aufhängungsdefekt nach 13 Runden aufgeben.

Auch Pascal Wehrlein erlebte keinen glücklichen Saisonabschluss. Der Manor-Pilot kam nie in die Nähe des neunten Platzes, der seinem Team die nötigen 2 Punkte gebracht hätte, um Sauber im Konstrukteurspokal noch auf Platz 10 zu bringen. In einem engen Duell setzte sich am Ende auch noch Teamkollege Esteban Ocon im Kampf um Platz 13 gegen den Deutschen durch.

In der Galerie haben wir die Bilder des Rennens – und der Rosberg-Party danach!

GP Abu Dhabi 2016: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit / Rückstand
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:38.04,013 Std.
2. Nico Rosberg Mercedes + 0:00.439 Min.
3. Sebastian Vettel Ferrari + 0:00.843
4. Max Verstappen Red Bull + 0:01.685
5. Daniel Ricciardo Red Bull + 0:05.315
6. Kimi Räikkönen Ferrari + 0:18.816
7. Nico Hülkenberg Force India + 0:50.114
8. Sergio Perez Force India + 0:58.776
9. Felipe Massa Williams + 0:59.436
10. Fernando Alonso McLaren + 0:59.896
11. Romain Grosjean Haas + 1:16.777
12. Esteban Gutierrez Haas + 1:35.113
13. Esteban Ocon Manor + 1 Runde
14. Pascal Wehrlein Manor + 1 Runde
15. Marcus Ericsson Sauber + 1 Runde
16. Felipe Nasr Sauber + 1 Runde
17. Jolyon Palmer Renault + 1 Runde
18. Carlos Sainz Jr. Toro Rosso Ausfall
19. Daniil Kvyat Toro Rosso Ausfall
20. Jenson Button McLaren Ausfall
21. Valtteri Bottas Williams Ausfall
22. Kevin Magnussen Renault Ausfall

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