Lewis Hamilton - GP Abu Dhabi 2017 sutton-images.com
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 24. November 2017
Mercedes - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 24. November 2017
Mercedes - GP Abu Dhabi 2017
Ferrari - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 24. November 2017 63 Bilder

Trainingsanalyse GP Abu Dhabi 2017

Hamilton nur knapp vor Vettel

Abu Dhabi sollte von der Papierform her eine Ferrari-Strecke sein. Doch im Training am Freitag hatte Mercedes leicht die Nase vorn. Aber nur dank Lewis Hamilton. Red Bull hofft auf frische Motoren am Samstag.

Eine Bestzeit ging an Sebastian Vettel, die andere an Lewis Hamilton. Mit seiner Zeit von 1.37,877 Minuten unterbot Hamilton den Rekord von Vettel aus dem Jahr 2011 um 6 Zehntel. Der Weltmeister war der schnellste Mann des ersten Trainingstages. Doch der Vorsprung ist minimal. 149 Tausendstel auf Sebastian Vettel, 303 Tausendstel auf Daniel Ricciardo.

Die Longruns boten das gleiche Bild. Hamilton mit leichten Vorteilen vor Vettel. Vergessen Sie die Durchschnittswerte aus unserer Tabelle. Sie könnten irreführend sein, wie uns Sebastian Vettel erklärte: „Es sieht so aus, als wären Lewis und ich genau unterschiedliche Programme gefahren. Auf den Supersoft-Reifen war er leichter unterwegs als ich, auf den Ultrasofts umgekehrt. Unter dem Strich sind wir aber ungefähr gleich schnell.“

Das deckt sich auch mit den Aussagen der Mercedes-Ingenieure. „Wir haben mit Lewis ganz leicht die Nase vorn. Aber höchstens um ein Zehntel.“ Die zweiten Fahrer von Ferrari und Mercedes konnten nicht mithalten. „Ich muss für morgen noch etwas Speed finden, vor allem im letzten Streckenabschnitt“, zog Valtteri Bottas Bilanz. Kimi Räikkönen legte nur in den ersten 3 Runden seines Ultrasoft-Longruns schnelle Runden auf die Bahn. Dann stiegen die Rundenzeiten stark an. Von 1.42,5 Minuten auf über 1.44er Zeiten.

Mercedes überraschte sich am ersten Tag in Abu Dhabi ein bisschen selbst. Der Yas Marina Circuit verlangt viel Abtrieb, und er stresst die Hinterreifen mehr als die Vorderreifen. Das sind eigentlich nicht die idealen Bedingungen für die Silberpfeile. Dafür umso mehr für Ferrari. Die kühleren Bedingungen in den Abendstunden halfen Mercedes. Da müssen die Reifen nicht so stark leiden. „Lewis sieht im Moment sehr stark aus. Aber Ferrari und Red Bull sind speziell in den Longruns nicht weg von uns“, warnt Toto Wolff.

Verstappen klagte über Balance-Probleme

Sebastian Vettel sieht wie in Brasilien Siegchancen für Ferrari. „Aber es wird auch hier wieder ganz eng. Die Mercedes sind schon sauschnell.“ Auf eine Runde muss der WM-Zweite derzeit nur Hamilton fürchten. Valtteri Bottas hatte Mühe, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Auf eine Runde verlor der Finne 0,660 Sekunden auf seinen Teamkollegen.

Red Bull bot ein ähnliches Bild. Nur Daniel Ricciardo fühlte sich im Auto wohl. Er war bei den Dauerläufen sowohl auf Ultrasoft als auch auf Supersoft bei der Musik. Max Verstappen klagte über massive Balanceprobleme. „Von Unter- bis Übersteuern war alles dabei.“ Da haben die Red Bull-Ingenieure noch viel Arbeit vor sich. „Wir werden am Sonntag stärker sein“, versprach Teamchef Christian Horner.

In der Nacht zum Samstag werden aus dem stark gelichteten Motoren-Pool die frischesten Antriebseinheiten in die Autos mit den Startnummern 3 und 33 eingebaut. Verstappen fuhr am Freitag mit einem Uralt-Motor und einem angeschlagenen Turbolader. „Wir haben alle erwartet, dass er den Tag nicht überlebt“, verrät Teamberater Helmut Marko.

Auch bei Ricciardo war Zittern angesagt. Die MGU-H in seinem Auto war jenes Exemplar, das Red Bull in Mexiko aus Sorgen um die Zuverlässigkeit aussortiert hatte. Werden die frischeren Aggregate Red Bull am Samstag beflügeln? Marko zweifelt: „Das wird nicht den Unterschied ausmachen, den Mercedes sich durch Aufdrehen der Power verschafft.“

Wer vorne startet wird vorne bleiben

Im Verfolgerfeld geht es wieder eng zu. Renault ist zurückgekehrt, obwohl das Werksteam wie Red Bull die ältesten Motorkomponenten in die Autos eingebaut hatte. Das Renntriebwerk für Carlos Sainz wurde schon in der Mittagspause am Freitag installiert. Nico Hülkenberg bekommt seinen Rennmotor in der Nacht zum Samstag. „Wir waren gleichauf mit Force India und McLaren. Das wird auch den Rest des Wochenendes so sein. Die Entscheidung fällt schon am Samstag. Wer da vorne steht, wird auch vorne bleiben.“ Wir erinnern uns: Überholen ist in Abu Dhabi ein Kunststück.

McLaren setzt seinen Höhenflug fort. Fernando Alonso verbrachte nur 5 Runden auf den Ultrasoft-Gummis. Das erklärt, warum er im kurzen Longrun fast so schnell wie Ricciardo unterwegs war. Stoffel Vandoorne legte 14 Runden auf der weichsten Mischung zurück und war im Mittel über eine Sekunde langsamer als der Stallrivale. Im Vergleich mit der direkten Konkurrenz aber durchaus respektabel. Auf die Force India und Renault fehlten drei Zehntel. Mit Williams fuhr der Belgier auf Augenhöhe.

Alonso betrachtet den Samstag als die größere Hürde als die Dauerläufe im Rennen: „Es wird schwer, in diesem eng gestaffelten Mittelfeld in die Top Ten zu fahren.“ Der Spanier landete am Freitag mit seiner schnellsten Runde auf Rang 10. Drei Hundertstel hinter Hülkenberg, acht vor Felipe Massa.

Force India nutzte den Vormittag wie Mercedes zu Aerodynamikmessfahrten. „Trotzdem haben wir die Balance im zweiten Training schnell gefunden“, freute sich Sergio Perez. Valtteri Bottas sah die Testsitzung so: „Wir haben viel für nächstes Jahr gelernt, aber wenig für das zweite Training am Abend.“ Während Sauber mit 21-Runden-Stints am Abend die längsten Longruns aller Teams abspulte, legte Romain Grosjean die kürzeste Distanz zurück. Ein Elektrikdefekt stoppte seinen HaasF1.

Auch der GP Abu Dhabi droht ein Einstopp-Rennen zu werden. Nur der Zeitpunkt des Boxenstopps für den Wechsel von Ultrasoft- auf Supersoft-Reifen oder umgekehrt wird die Strategien unterscheiden. Die Mischung Soft ist nur eine eiserne Reserve

In der Galerie zeigen wir Ihnen einige Highlights vom Trainingsfreitag in Abu Dhabi.

Longrun-Zeiten Training GP Abu Dhabi 2017

Longrun-Analyse GP Abu Dhabi 2017

Fahrer Ø längster Longrun Runden Reifentyp
1. Vettel 1.42,859 7 ultrasoft
2. Bottas 1.42,994 15 ultrasoft
3. Räikkönen 1.43,079 14 ultrasoft
4. Hamilton 1.43,153 8 ultrasoft
5. Ricciardo 1.43,177 12 ultrasoft
6. Alonso 1.43,200 5 ultrasoft
7. Verstappen 1.43,528 9 ultrasoft
8. Hülkenberg 1.43,947 10 ultrasoft
9. Ocon 1.44,029 10 ultrasoft
10. Perez 1.44,044 10 ultrasoft
11. Massa 1.44,332 18 ultrasoft
12. Vandoorne 1.44,359 14 ultrasoft
13. Sainz 1.44,442 14 ultrasoft
14. Magnussen 1.44,946 14 ultrasoft
15. Gasly 1.45,068 7 ultrasoft
16. Hartley 1.45,418 10 ultrasoft
17. Wehrlein 1.45,532 21 ultrasoft
1. Hamilton 1.42,488 16 supersoft
2. Ricciardo 1.42,817 8 supersoft
3. Bottas 1.42,900 6 supersoft
4. Räikkönen 1.42,934 5 supersoft
5. Perez 1.43,326 7 supersoft
6. Verstappen 1.43,447 11 supersoft
7. Massa 1.43,499 8 supersoft
8. Vettel 1.43,532 16 supersoft
9. Ocon 1.43,870 6 supersoft
10. Hülkenberg 1.43,965 16 supersoft
11. Sainz 1.44,646 6 supersoft
12. Alonso 1.44,729 10 supersoft
13. Gasly 1.45,433 12 supersoft
14. Hartley 1.45,616 13 supersoft
15. Ericsson 1.45,809 21 supersoft
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