Marcus Ericsson - Sauber - GP Aserbaidschan 2017 - Baku xpb
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So kam Wehrlein vor Ericsson

Stallregie bei Sauber für einen Punkt

Sauber jubelt über einen unerwarteten WM-Punkt. Das Team ordnete einen Platztausch an, um den 10. Platz abzusichern. Pascal Wehrlein kam zum Zug, weil Marcus Ericsson Speed verlor und von hinten Stoffel Vandoorne näher rückte.

Manchmal hängen WM-Punkte am seidenen Faden. Marcus Ericsson lag auf Punktekurs, als zwei Dinge passierten. Der Schwede fuhr über Wrackteile, die rechts hinten den Unterboden beschädigten. „Ich wurde in Linkskurven langsamer.“ Und ihm kam Romain Grosjean in die Quere. Der HaasF1-Pilot war in Runde 36 wieder mal mit Bremsproblemen in einen Notausgang gerutscht. Als Grosjean von dort auf die Strecke zurückkehrte, fuhr er Ericsson vor die Nase.

Da schmolz der schöne Vorsprung auf Pascal Wehrlein von 2,8 Sekunden auf Null zusammen. Und Wehrlein wäre dem Stallrivalen, der voll in die Eisen musste, fast ins Heck gerauscht. Nach der Vollbremsung waren die Reifentemperaturen am Sauber des Schweden wieder im Keller. Die Rundenzeiten der beiden Sauber-Piloten stiegen um 1,5 Sekunden an. Wehrlein meldete am Funk, dass er schneller fahren könne. Der Kommandostand befahl zunächst Position zu halten, um eine interne Kollision unter Teamkollegen zu vermeiden.

Vandoorne zwingt Sauber zum Platztausch

In der Zwischenzeit holte Stoffel Vandoorne mit Riesenschritten auf. Der Belgier hatte 11 Runden frischere Reifen. Der Vorsprung der Sauber-Zwillinge schrumpfte innerhalb von nur 5 Runden von 19,7 auf 8,2 Sekunden. Mit der Gefahr, den 10. Platz zu verlieren.

Da gab Teammanager Beat Zehnder den Befehl zum Positionswechsel. „Wir mussten den einen WM-Punkt absichern, haben Pascal und Marcus aber auch gesagt, dass wir den Platztausch rückgängig machen, wenn Pascal nicht wegfahren kann.“ Wehrlein konnte. Bis ins Ziel setzte er sich um 2,7 Sekunden vom Teamkollegen ab.

Pascal Wehrlein - Sauber - Formel 1 - GP Aserbaidschan 2017 - Training - Freitag - 23.6.2017
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Pascal Wehrlein holte in Baku einen Punkt für Sauber.

Ericsson sah die Maßnahme ein, machte ihm Ziel aber dennoch ein langes Gesicht: „Wir haben ein gutes Resultat für das Team eingefahren, aber es ist dennoch eine Enttäuschung, dass ich nicht in dem Auto saß, das gepunktet hat. Immerhin konnte ich etwas zu dem Punktgewinn beitragen.“ Mit Saubers Stallregie wurden auch die Gerüchte widerlegt, Wehrlein würde im Team gegenüber Ericsson benachteiligt. „Das ist der größte Blödsinn, den ich je gehört habe“, ärgert sich Zehnder. „Marcus bekommt weder bessere Teile, noch besseren Strategien. Das sollte nach diesem Rennen eigentlich jedem klar sein.“

Sauber arbeitet an drei Baustellen

Sauber arbeitet mit Hochdruck an drei Baustellen. Das Auto braucht mehr Abtrieb. Die Reifentemperaturen fallen zu schnell in den Keller. Und der alte Ferrari-Motor wird immer mehr zum Handikap. In den ersten drei Runden mussten beide Fahrer ohne Batterie-Power auskommen. „Deshalb ist Pascal von seinem guten 13. Platz in der Startrunde schnell nach hinten durchgereicht worden. Er konnte sich auf der Geraden nicht wehren“, verrät Zehnder. Erst nach drei Runden war das Problem über Lenkradeinstellungen behoben.

Die Reifentemperaturen sind ein Dauerbrenner. „Uns fehlen meist nur zwei bis drei Grad. Bei fünf Grad steigt die Rundenzeit gleich um 1,5 Sekunden“, erklärte Technikchef Jörg Zander. In Baku ging der Knoten erst in der Qualifikation auf. Der Trick war neben kleineren Abstimmungsänderung ganz einfach: Fahren, fahren, fahren. Irgendwann werden die Reifen schon warm.

Wehrlein kam im Q1 nie an die Box. Der DTM-Meister fuhr 10 Runden am Stück. Die neunte Runde reichte fürs Weiterkommen. „Marcus hätte das auch geschafft, hätte er nicht wegen eines Plattfußes an die Box gemusst. Bis der zweite Reifensatz auf Temperatur kam, war es schon zu spät“, ist Zehnder überzeugt. Das Motor-Problem wird Sauber bis Saisonende nur noch zum Teil lösen können. Ferrari betreibt beim 2016er Motor keine Weiterentwicklung. Da geht nur noch etwas über eine Verbesserung der Kühlung. In Baku verloren die Sauber auf allen Geraden 1,8 Sekunden auf die Konkurrenz.

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Force India hätte in Baku groß abräumen können.

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