Ayrton Senna - McLaren - GP Australien 1990 - Adelaide sutton-images.com

Grand Prix Nr. 500 - Australien 1990

Halbzeit in der Formel 1

1000. GP

Der 500. Grand Prix fand 1990 in Adelaide statt. Das Jubiläum bekam einen würdigen Rahmen. Bilderbuchwetter, Spannung bis zur letzten Runde und ein Duell zweier Weltmeister, das Nelson Piquet erst fünf Kurven vor Schluss für sich entschied.

Die Formel 1 wurde 500 Grand Prix alt. Adelaide feierte eine große Party mit acht Weltmeistern und ehemaligen GP-Autos und ließ sich die Stimmung auch nicht durch die Nachwehen des Skandalrennens von Suzuka vermiesen. Zwei Wochen zuvor hatte Ayrton Senna beim GP Japan die Entscheidung bei der WM-Vergabe zu seinen Gunsten durch eine absichtlich herbeigeführte Kollision mit Alain Prost herbeigeführt. Es war für ihn die Rache für die Karambolage im Jahr davor, die Prost zum Weltmeister gemacht hatte.

Prost forderte umsonst eine Bestrafung des Täters. Daraufhin weigerte er sich für ein Foto mit allen Champions zu posieren, weil er mit Ayrton Senna nicht auf dem gleichen Bild sein wollte. Auch dem Gruppenfoto mit allen aktiven Fahrern von 1990 blieb er fern. Das Fahrerbriefing verließ der Franzose, als McLaren-Chef Ron Dennis fragte, ob die Fahrer die Randsteine in ihre Überholmanöver mit einbeziehen dürften. Prost empfand die Anspielung seines Ex-Chefs an den Suzuka-Unfall als Provokation.

Prost erfüllte lustlos seine Pflicht

Die 81 Runden von Adelaide ließen alle Streitigkeiten und die vergiftete Stimmung im Fahrerlager vergessen. Ayrton Senna wollte als Weltmeister noch einmal ein Zeichen setzen und stürmte auf und davon. Bei Halbzeit stellten sich Probleme mit den vorderen Bremsen und dem Getriebe ein. Nigel Mansell rückte dem McLaren-Piloten näher. Erst als der Ferrari-Pilot in einen Notausgang rutschte und sich dabei die Reifen eckig bremste, hatte Senna vorerst Ruhe.

James Hunt - Jackie Stewart - Denny Hulme - Nelson Piquet - Juan Manuel Fangio - Ayrton Senna - Ayrton Senna - Jack Brabham - GP Australien 1990 - Adelaide
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Gruppenfoto der Weltmeister ohne Prost, dafür aber mit Hunt, Stewart, Hulme, Piquet, Fangio, Senna und Brabham.

Mansell musste sich nach hinten orientieren. Nelson Piquet eroberte den 2. Platz und nahm Kurs auf Senna. Für Mansell war es ein Zeichen. Er ließ für das Finale frische Reifen aufziehen. Seinen Teamkollegen Prost hatte der Engländer schnell wieder eingeholt. Er ließ ihn ohne Gegenwehr vorbei. „Ich hatte keinen Grip. Piquet und Mansell waren schneller als ich.“ Der Franzose war nach der WM-Niederlage nicht richtig bei der Sache. Fast ein bisschen lustlos verrichtete er seine Pflicht, und als er am Ende als Dritter auf das Siegerpodest kletterte, da freute er sich am meisten darüber, dass nicht sein Erzfeind Senna draufstand.

Piquet wollte durchfahren. Er hatte zwei Trainingssitzungen darauf verwendet, die Bremsbalance optimal einzustellen. Und er war dem Topspeed zuliebe mit minimal möglicher Flügeleinstellung ins Rennen gegangen. Anfangs schonte der alte Fuchs die Reifen. Als er wusste, dass die Sohlen die Distanz überstehen würden, gab er Gas.

Das Duell Piquet gegen Mansell

Ab der 46. Runde hatte Piquet nur noch Senna vor sich. Der verschwand 16 Runden später von der Bildfläche. Weil Senna wegen der nachlassenden Bremsen das Getriebe zum Verzögern zweckentfremdete, ließen sich der zweite, dritte und vierte Gang immer schwerer einlegen. Als Senna auf die Linkskurve hinter der Haarnadel zufuhr, blieb er im Leerlauf hängen. Ungebremst ging es mit 80 km/h frontal in den Reifenstapel. Nackenschmerzen erinnerten Senna noch Tage danach an den Unfall.

GP Australien 1990: Das Rennen in Adelaide

Ayrton Senna - McLaren - GP Australien 1990 - Adelaide
Ayrton Senna - McLaren - GP Australien 1990 - Adelaide Gruppenfoto - Fahrer - GP Australien 1990 - Adelaide James Hunt - Jackie Stewart - Denny Hulme - Nelson Piquet - Juan Manuel Fangio - Ayrton Senna - Ayrton Senna - Jack Brabham - GP Australien 1990 - Adelaide Benetton - Gruppenfoto - GP Australien 1990 - Adelaide 12 Bilder

Nach dem Ausfall des Weltmeisters spitzte sich alles auf den Schlagabtausch der beiden Erzfeinde Piquet und Mansell zu. Mansell hatte im Finale die frischeren und damit besseren Reifen. Piquet verlor wertvolle Zeit, als er in der Kurve vor der langen Geraden ein Mal den Notausgang nahm. Vier Runden vor Schluss lag der Ferrari-Pilot in Piquets Windschatten. Die beiden Erzrivalen umrundeten den Kurs fortan mit Rundenzeiten wie im Training.

In der letzten Runde startete Mansell einen Generalangriff am Ende der Brabham-Gerade. Er bremste so spät, dass er über das Ziel hinausschoss und Piquet auf der Innenspur kontern konnte. Einen Kilometer später ging der Benetton-Pilot mit 3,1 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie. Der zweite Sieg in Folge brachte den Altmeister noch auf den dritten Platz in der WM, weil Gerhard Berger nicht über Rang 4 hinauskam. Die Williams-Piloten Thierry Boutsen und Riccardo Patrese komplettieren die Punkteränge.

Für Boutsen war es der letzte Auftritt bei Williams. Der englische Rennstall holte sich für 1991 auf Druck der Sponsoren Mansell zurück. Noch bevor Mansell spruchreif wurde, hatte Piquet ein Angebot von Williams. „Ich habe mich entschieden bei Benetton zu bleiben. Sie haben mir nach meinen verkorksten Lotus-Jahren einen Platz bei einem Topteam angeboten. Da wollte ich loyal sein“, erzählte der Brasilianer.

GP Australien, am 4.11.1990 in Adelaide

Fahrer Auto Zeit/Rückstand
1.    Nelson Piquet (BR)      Benetton-Ford  1:49.44,570 h   =   167,399
2.    Nigel Mansell (GB) Ferrari  +  3,129 s
3.    Alain Prost (F) Ferrari  +  37,259 s   
4.    Gerhard Berger (A)  McLaren-Honda  +  46,862 s        
5.    Thierry Boutsen (B)   Williams-Renault +  1.51,160 min        
6.    Riccardo Patrese (I) Williams-Renault  -  1 Runden     

81 Runden à 3,780 km = 306,180 Kilometer

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