Impressionen - GP Australien 2020 Wilhelm
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 11. März 2020
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 11. März 2020
Max Verstappen & Alex Albon - Red Bull - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 11. März 2020
Max Verstappen & Alex Albon - Red Bull - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 11. März 2020 42 Bilder

Corona-Virus stoppt die Formel 1

Australien-Grand-Prix offiziell abgesagt

Nach der Corona-Infektion eines McLaren-Mitarbeiters haben die Formel-1-Verantwortlichen den Saisonauftakt in Melbourne offiziell abgesagt. Auch das zweite Saisonrennen in Bahrain ist von der Streichung bedroht.

Viele im Fahrerlager hatten es schon befürchtet, um 10:07 Uhr Ortszeit (0:07 Uhr Deutschland) wurde es in Melbourne zur Gewissheit: Der Formel-1-Saisonauftakt muss erst einmal verschoben werden. Dass es soweit kommt, war schon Stunden vorher abzusehen. Doch die Verantwortlichen konnten sich lange nicht zu einem offiziellen Statement durchringen.

Knapp zwei Stunden vor dem ersten Training im Albert Park war es dann soweit. Nach langen Beratungen am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag wurde der GP Australien 2020 abgesagt. „Nach der Bestätigung, dass ein Mitglied des McLaren Racing Teams positiv auf COVID-19 getestet wurde, und der Entscheidung des Teams, sich vom Grand Prix von Australien zurückzuziehen, beriefen die FIA und die Formel 1 am Donnerstagabend ein Treffen der anderen neun Teamchefs ein“, heißt es in einer Mitteilung des Motorsport-Weltverbands.

„Diese Diskussionen endeten damit, dass die Mehrheit der Teams sich dafür aussprach, dass das Rennen nicht stattfinden sollte. Die FIA und die Formel 1 haben daher mit voller Unterstützung der australischen Grand Prix Corporation (AGPC) entschieden, dass alle Formel-1-Aktivitäten für den australischen Grand Prix abgesagt werden.“

Corona-Fall bei McLaren

Die Fans, die bereits auf den Einlass warteten, mussten wieder nach Hause geschickt werden. Ihnen soll der volle Ticketpreis erstattet werden. Die FIA bedauert die unvermeidliche Absage. „Alle Parteien berücksichtigten die enormen Anstrengungen von AGPC, Motorsport Australien, Mitarbeitern und Freiwilligen, das erste Rennen der FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft 2020 in Melbourne zu veranstalten. Wir kamen jedoch zu dem Schluss, dass die Sicherheit aller Mitglieder der Formel-1-Familie und der Allgemeinheit sowie die Fairness des Wettbewerbs Vorrang haben.“

Lange hatten die Verantwortlichen versucht, die Rennveranstaltung trotz der widrigen Umstände durchzuziehen. Doch nachdem den Organisatoren am Donnerstag-Abend das positive Testergebnis eines McLaren-Mitarbeiters ins Haus flatterte, wurde der Druck der Öffentlichkeit und der Rennställe zu groß.

Die Gefahr, dass sich noch weitere Teammitglieder, Grand-Prix-Helfer oder Fans im Laufe des Rennwochenendes anstecken, schien mit jedem Tag zu wachsen. In Abstimmung mit den lokalen Behörden blieb den Verantwortlichen der Formel 1, des Weltverbands FIA und des lokalen Promoters am Ende keine Alternative zum endgültigen Aus des Australien-GPs.

Impressionen - GP Australien 2020
Alfa Romeo
Die Veranstalter haben alles versucht, den Grand Prix in Melbourne durchziehen. Am Ende blieb aber keine Alternative zur Absage.

Hamilton schimpft gegen Grand Prix

Bevor der positive Befund des McLaren-Mitarbeiters bekannt wurde, hatte sich das Fahrerlager in Melbourne am Donnerstag noch ganz auf einen planmäßigen Ablauf der Veranstaltung eingestellt. Einzig die abgesagten Autogrammstunden, das Selfie-Verbot für die Fahrer und die ungewöhnlichen Medienrunden, bei denen die Reporter Sicherheitsabstand zu den Piloten einhalten mussten, deuteten auf die besonderen Umstände hin.

Als einziger unter den aktiven Protagonisten hatte Lewis Hamilton sein Unverständnis darüber ausgedrückt, dass auf der ganzen Welt Reisewarnungen ausgesprochen und Sportveranstaltungen abgesagt werden und die Formel 1 im Gegensatz dazu scheinbar ohne Rücksicht auf Verluste ihr Ding durchziehen will. „Cash is King“, erklärte der Weltmeister resignierend.

Sebastian Vettel vertraute dagegen ganz dem Urteil der Verantwortlichen. Der Heppenheimer hatte aber wohl schon eine leise Vorahnung: „Sobald es die ersten Krankheitsfälle im Zirkus gibt, wird die Handbremse gezogen“, erklärte der vierfache Weltmeister und sollte damit am Ende schneller Recht bekommen, als er es wohl selbst für möglich gehalten hatte.

Zandvoort Circuit - Bauarbeiten - Formel 1 - 2020
Zandvoort Circuit / Dromo
Wo fährt die Formel 1 Ihr nächstes Rennen: Bahrain? Hanoi? Zandvoort? Oder noch später?

Lange Formel-1-Pause?

Mit der Absage des Australien-Rennens ist immer noch die Frage ungeklärt, wo der PS-Zirkus dieses Jahr zum ersten mal Station machen wird. Aktuell steht der GP Bahrain (22.3.) als nächstes Rennen auf dem Plan. Aber mit der zweiwöchigen Isolations-Zeit, die nun einige McLaren-Mitarbeiter absolvieren müssen, droht auch das Wüstenrennen über die Klippe zu springen.

Für Zuschauer wurde das Rennen in Bahrain schon am vergangenen Wochenende gesperrt. An die Strecke dürfen demnach nur noch Teammitglieder, Mitarbeiter der Veranstalter sowie Vertreter der Medien. Die Frage lautet, ob die Rennställe ihre Angestellten den Gefahren der zusätzlichen Reise an den Golf noch aussetzen wollen.

Sollte auch Bahrain dem Corona-Virus zum Opfer fallen, droht der Formel 1 eine monatelange Hängepartie. Das Rennen in China (19.4.) wurde schon vor Wochen abgesagt. Die Grand-Prix-Premiere in Hanoi (5.4.) wird wohl wegen der strikten Einreisebeschränkungen an den Grenzen von Vietnam ins Wasser fallen.

Anfang Mai stünde damit das Formel-1-Comeback in Zandvoort als nächstmögliches Rennen im Kalender. Mit der grassierenden Corona-Welle in Europa stehen allerdings auch bei uns alle Rennen auf dem Prüfstand. Einige Pessimisten im Fahrerlager befürchten, dass bis zur Sommerpause gar nichts mehr geht. Die Formel-1-Fans sollten sich schon mal auf eine längere Pause einstellen.

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