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GP Bahrain 2021: Schumacher solide, Vettel schwach

Schumacher solide, Vettel schwach Punkte nur im Strafregister

Aston Martin verließ Bahrain mit einem Punkt und vielen Fragezeichen. Sebastian Vettel fühlt den AMR21 noch nicht und stellt zudem alte Fehler nicht ab. Der zweite deutsche Fahrer im Feld beging zwar ebenfalls einen Fahrfehler. Doch ansonsten zeigte Mick Schumacher eine solide Leistung.

Es sollte eigentlich alles besser werden. Doch der Einstand missglückte. Sebastian Vettel kassierte bei seinem Debüt mit Aston Martin zwei Strafen. Einmal wegen Missachtens doppelt-geschwenkter gelber Flaggen in der Qualifikation. Das zweite Mal, weil er Esteban Ocon abräumte. In der verwirbelten Luft seines Vordermanns wurde der Bremsweg plötzlich länger. Vettel reagierte etwas spät und konnte den Auffahrunfall nicht mehr verhindern. Platz 15 war eine Enttäuschung.

Für Mick Schumacher war die 16. Position hingegen das Maximum. In den Turbulenzen flog auch der Youngster ab. Der zweite Deutsche im Feld rodelte direkt nach dem frühen Safety-Car von der Strecke. Ihm muss man einen solchen Fahrfehler nachsehen. Schumacher bestritt seinen ersten Grand Prix. Da kann man sich schon mal verschätzen in einem etwa 1.000 PS starken Auto. Doch Sebastian Vettel hätte es mit der Erfahrung von 258 Grand Prix eigentlich besser machen müssen.

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Bahrain 2021 - Rennen
Wilhelm
Sebastian Vettel sieht sich und sein Team noch nicht einmal bei 50 Prozent.

Ein Stopp aus Verzweiflung

Der Ex-Weltmeister wiederholte einen alten Fehler. Er scherte in der 44. Runde am Ende der Zielgeraden nach links hinter Ocons Alpine ein, verlor dadurch Anpressdruck auf der Vorderachse und riss den Franzosen ins Verderben. Offenbar hatte Vettel etwas den Überblick verloren. "Ich dachte eigentlich, dass er rechts bleibt. Er ist dann wieder nach links gekommen. Ich hatte plötzlich keinen Abtrieb mehr." Ocon hatte seine Spur aber gar nicht verlassen. Vettel hätte hingegen einfach auf der Mittelspur bleiben sollen.

Am Ergebnis änderte der Unfall und die 10-Sekunden-Strafe aber nichts. Der Punktezug war längst abgefahren. Das war er wahrscheinlich schon nach der Qualifikation. Es gab nur ein paar vereinzelte Lichtblicke an diesem Rennwochenende. Der Start war so einer. Da machte Vettel sechs Positionen gut. Danach ging es jedoch nicht weiter voran. Aus der Verzweiflung heraus wurde ein Einstopprennen geboren.

"Wir mussten etwas probieren, um nach vorne zu kommen. Zwischenzeitlich sah es gar nicht so schlecht aus", meinte Vettel. Er tauchte nach den Boxenstopps der Konkurrenz in Runde 15 sogar kurz auf dem fünften Platz auf. Bis zum eigenen Reifenwechsel in Runde 24 wurde es dann aber zäh. Die Reise ging rückwärts. Lando Norris, Charles Leclerc, Daniel Ricciardo, Carlos Sainz, Teamkollege Lance Stroll, Kimi Räikkönen und Fernando Alonso überholten den Heppenheimer. "Ich habe auf alten Reifen und durch die Zweikämpfe viel Zeit verloren. Zeitweise zwei Sekunden pro Runde." So konnte die Strategie nie aufgehen.

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Bahrain 2021 - Rennen
Wilhelm
Vettel entschuldigte sich nach dem Rennen bei Esteban Ocon.

Schon fünf Strafpunkte für Vettel

Die Kollision mit Ocon war der traurige Höhepunkt eines verkorksten Auftritts. Aston Martin und Vettel haben noch viel Arbeit vor sich. Das Team leidet stark unter dem neuen Aerodynamikreglement. Dem Unterboden wachsen zwar immer mehr Zacken, doch die Ingenieure tappen offenbar im Dunkeln. Es fehlt Abtrieb. Und deswegen nimmt der AMR21 auch die Reifen zu hart ran.

Den Ingenieuren läuft schon jetzt die Zeit davon. Aston Martin steckt in einem Dilemma. Rennstallbesitzer Lawrence Stroll fordert Resultate. Der kanadische Geschäftsmann will mit Erfolgen des F1-Teams den Verkauf der Straßensportwagen ankurbeln. Da kann man es sich nicht leisten, nur Mittelmaß im Mittelfeld zu sein.

Auf der anderen Seite will man lieber früher als später aus der Entwicklung für das 2021er Auto aussteigen. Jedes Upgrade kostet sechs bis acht Wochen, die im Windkanal dem 2022er Auto abgehen. Das kann schon der Genickbrecher für die neue Ära sein. Keiner will im nächsten Jahr einem großen Rückstand hinterherlaufen.

Vettel gibt zu, dass die neue Verbindung noch nicht einmal bei 50 Prozent stehe. "Wir haben viel Arbeit vor uns. Es gibt noch zu viele Sachen, die den Rhythmus brechen. Die es mir ziemlich schwer machen, das Auto zu fühlen, und zu wissen, wie es gefahren werden will und was es braucht, um schnell zu sein."

Es müssen schnelle und zielführende Lösungen her. Mit dem einen Punkt, den Lance Stroll ergatterte, kann Aston Martin nicht zufrieden sein. Vettel selbst sammelte auch Zähler, aber an anderer Stelle. In seinem Strafregister stehen schon nach dem Saisonstart fünf Punkte. Bei 12 müsste er ein Rennen aussetzen.

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Bahrain 2021 - Rennen
Wilhelm
Mick Schumacher wurde überrundet und landete an 16. Stelle.

Verbesserung im Reifenmanagement

Prozentzahlen gab es auch von Mick Schumacher. "Zu 90 Prozent bin ich zufrieden, zu 10 Prozent nicht", berichtete der Debütant nach seinem ersten Grand Prix. Der Fahrfehler wurmte ihn. Am Ende des Feldes war Schumacher zu ungestüm aufs Gas gestiegen. Zu viel Drehmoment für Reifen, die nach der Safety-Car-Phase noch nicht auf Arbeitstemperatur waren. Die Haftung riss ab und der Haas mit der Startnummer 47 grub die Auslaufzone um. "Zum Glück war das Auto danach noch fahrbar."

Immerhin machte es Schumacher besser als der Teamkollege, der schon in Runde 1 Kleinholz produzierte. Der Sohn von Michael Schumacher war das ganze Wochenende schneller als Nikita Mazepin. Da traf ein Fahrer mit kühlem Kopf auf einen Heißsporn. "Nikita hat es mit mehr Gewalt probiert. Das überrascht mich nicht. So ist sein Charakter. Mick war ruhiger. Wenigstens sind wir mit ihm zu Ende gefahren. Damit haben wir unser Ziel zur Hälfte erreicht. Seine Kommunikation im Rennen mit dem Team war gut, so muss er weitermachen", lobt Teamchef Guenther Steiner.

Mit jeder Runde stieg auch das Selbstverständnis. Der Südtiroler stellte zufrieden fest. "Mick hat sich in jedem Stint mit dem Reifenmanagement verbessert." Der 22-Jährige bestritt 55 Runden in der Reifenfolge medium-medium-hart. Mit Punkten dürfte der Rookie aber erst einmal nichts zu tun haben.

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