GP Bahrain, Rennanalyse

Der Untergang

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Der GP Bahrain war kein gutes Pflaster für die Deutschen. Ferraris F2005-Premiere wurde zum Debakel, die hoch gehandelten Williams-BMW enttäuschten, und McLaren-Mercedes überzeugte mal wieder zu spät.

Vor dem Rennen fragte sich der komplette Formel 1-Zirkus: Wie gut ist der neue Ferrari wirklich? Die gleiche Frage stellen sich die beteiligten auch nach dem GP Bahrain. Die einzig sichere Erkenntnis ist die, dass der neue F2005 auf einer einzelnen Runde ein schnelles Auto ist. Michael Schumachers zweiter Startplatz ist der Beweis.

Was fehlt, sind Ausdauer und Zuverlässigkeit. "Ich habe noch keinen beeindruckenden Longrun von Ferrari gesehen", sagte Williams-Mann Nick Heidfeld nach dem Qualifying. Abgesehen von Getriebeschäden bei Barrichello und dem Hydraulik-Defekt bei Schumacher ist das Problem der Roten immer noch das gleiche: Die Reifen halten nicht durch.

Rubens Barrichello marschierte eindrucksvoll vom 20. auf den fünften Rang nach vorn. Doch bei Renn-Halbzeit wendetes sich das Blatt und der Brasilianer wurde derart durchgereicht, dass nur Platz neun blieb. Die weiche Bridgestone-Mischung war zum Ende vier Sekunden pro Runde langsamer als die Spitze. Das Reifenproblem hätte auch Michael Schumacher ereilt, was der Ausfall in der zwölften Runde verhinderte. "Wir können einfach nur weiterarbeiten. Ich bin zuversichtlich", sagt Schumacher.

Warum rutschte Williams-BMW so ab?

Zuversicht versprühte vor dem Rennen in Bahrain auch Nick Heidfeld. Die Williams fuhren mit maximalem Abtrieb, waren auf den Geraden mit den Toyota und Minardi die Langsamsten, doch Webbers absolut schnellste Runde im freien Training untermauerte die Möglichkeiten. Dazu zeigte sich der FW26 im Training bei den Dauerläufen äußerst Reifen schonend.

Dass im Rennen nur ein sechster Rang durch Webber heraussprang, lag vor allem an den Motoren. Beide Williams-BMW mussten bei 43 Grad Lufttemperatur mit reduzierter Drehzahl fahren. Bei Heidfeld nutzte die Vorsichtsmaßnahme nichts. Sein Zehnzylinder platzte. "Mein Motor war der einzige, der schon ein Rennen auf dem Buckel hatte", sagte Heidfeld.

Wegen der Hitze mussten die Techniker die Kühlöffnungen komplett aufmachen. Das störte die Aerodynamik und die Balance. Die Folge war ein erhöhter Reifenverschleiß. Mit schwachem Topspeed, schwierigem Fahrverhalten und nachlassenden Reifen rutschte Mark Webber am Ende hilflos herum. "Es war, wie wenn sie dir eine Hand auf dem Rücken festbinden", klagte der Australier.

Warum konnte McLaren-Mercedes wieder nicht um den Sieg fahren?

Der Mann, der Webber kurz vor Schluss noch aufschnupfte war der furiose Pedro de la Rosa, der auch die schnellste Runde des Rennens fuhr, drei Zehntelsekunden vor Sieger Alonso. Das beweist, der McLaren ist schnell und ausdauernd, nur um den Sieg fahren die Silbernen nie mit.

Man verlor das Rennen wie zuvor im Qualifying. Zwar simulierte Alexander Wurz mit einer eindrucksvollen Runde am Freitag (1.4.), zu was der MP4-20 in einer schnellen Runde fähig ist, doch die Fahrer konnten in den Einzelzeitfahren diese Möglichkeiten nicht umsetzen.

Bei Pedro de la Rosa war es mangelnde Fahrpraxis nach zwei Jahren Rennpause, bei Räikkönen waren es wie so oft Fahrfehler. Die Startplätze acht und neun waren kein Ruhmesblatt. Beide McLaren steckten im Rennen so lange im Verkehr fest, bis die Spitze uneinholbar enteilt war. So war Räikkönens dritter Rang die maximale Ausbeute. Auf die Frage, wo das Auto verbesserungswürdig sei, knurrte der Finne: "In allem."

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