GP Belgien 2015 (Ergebnis Rennen)

Vettel-Drama bei Hamilton-Show

Start - GP Belgien 2015 Foto: xpb 68 Bilder

Lewis Hamilton hat beim Ardennen-Klassiker in Spa-Francorchamps souverän den sechsten Saisonsieg gefeiert und die Führung in der WM-Wertung auf 28 Punkte ausgebaut. Nico Rosberg blieb nach einem verkorksten Start nur Platz 2. Ein Reifenplatzer in der vorletzten Runde brachte Sebastian Vettel um alle Podiumschancen.

Der GP Belgien ist gerne mal für eine Überraschung gut. Doch am Sonntag (23.8.2015) ließ Lewis Hamilton nichts anbrennen. Nur auf den ersten Metern geriet der Champion leicht unter Druck, als sich plötzlich Blitzstarter Sergio Perez formatfüllend in den Rückspiegel schob. Doch Hamilton wehrte den Angriff ab und kontrollierte das Rennen anschließend von der Spitze.

Nico Rosberg hatte deutlich mehr zu kämpfen. Von Startplatz 2 fiel der Deutsche in der ersten Runde bis auf Rang 5 zurück. Doch dank des überlegenen Silberpfeil-Speeds und gut getimten Boxenstopps schob sich der Weltmeister nach und nach wieder bis auf Position 2. Zwischendurch betrug der Rückstand auf das Schwesterauto nur noch 2,2 Sekunden. Doch Hamilton ließ nichts anbrennen und bot dem Teamkollegen keine Angriffsfläche.

Hamilton kontrolliert Pace von der Spitze

"Das war ein perfektes Wochenende. Heute war es einfach ein Traum", strahlte der Champion. "Nico hatte eine gute Pace, aber ich fand immer eine Antwort, wenn er attackierte. Ich hatte das Gefühl, dass ich immer alles unter Kontrolle hatte." Rosberg war entsprechend enttäuscht: "Mit dem verpatzten Start habe ich alle Siegchancen eingebüßt. Da muss ich wohl noch etwas üben. Das hat mich extrem geärgert." Weil seine Frau Vivian das erste Kind erwartete, düste Rosberg gleich nach dem Rennen in die Heimat nach Monaco.

Um Platz 3 bekamen die Fans lange ein spannendes Duell zwischen Sebastian Vettel und Romain Grosjean geboten. Vettel versuchte mit einer Einstopp-Strategie durchzufahren. Doch 2 Runden vor der Zielflagge platzte dem Heppenheimer auf der Geraden hinter Eau Rouge der Reifen hinten rechts. Grosjean feierte dadurch kampflos sein erstes Podium seit dem GP USA 2013.

"Nach dem Qualifying und der Getriebestrafe kann ich es kaum glauben, dass ich heute auf das Podium gefahren bin. Das ist etwas ganz Besonderes für mich", strahlte der Franzose. "Ich habe jede Minute im Rennen genossen." Vettel gab nach dem Reifenplatzer auf und kam auf Rang 12 außerhalb den Punkten in die Wertung. Nach 21 Rennen in Folge in den Top Ten gab es erstmals wieder keine Zähler für Vettel.

Ferrari muss sich nun die Frage gefallen lassen, ob man mit der Einstopp-Strategie nicht zu viel Risiko gegangen ist. Vettel übte stattdessen Kritik am Reifenhersteller Pirelli: "Ich war nicht neben der Strecke. Der Reifen ist ohne Vorwarnung geplatzt. Das ist jetzt das zweite Mal dieses Wochenende passiert. Bei Nico war es auch so. Wir müssen jetzt schauen, dass wir aus diesen Vorfällen lernen. Wenn es 200 Meter früher passiert wäre, wäre ich mit 300km/h gegen die Mauer gekracht."

Red Bull mit Licht und Schatten

Vom Reifenpech Vettels profitierte auch Daniil Kvyat auf Position 4. Dank später Boxenstopps hatte der Russe im Finale die frischesten Gummis, wodurch er in den Schlussrunden einen Gegner nach dem anderen Überholen konnte. Teamkollege Daniel Ricciardo hatte nicht so viel Glück. Der Australier fiel in aussichtsreicher Position in Runde 20 aus.

Hinter Kvyat landete Sergio Perez im Force India auf Platz 5. Mit einem guten Start hatte der Mexikaner noch auf Rang 2 gelegen, doch gegen Grosjean und Kvyat fehlte es dem Force India-Pilot einfach an Pace. Wenigstens konnte er Felipe Massa im Williams hinter sich halten und auf Rang 6 verdrängen.

Williams mit kurioser Boxen-Panne

Kimi Räikkönen fuhr auf Rang 7 ein unauffälliges Rennen. Nach dem Technikpech und Startplatz 16 betrieb der Finne erfolgreich Schadensbegrenzung. In der Schlussrunde konnte sich der Ferrari-Pilot erfolgreich gegen die Attacke von Max Verstappen wehren, der mit einer Dreistopp-Strategie einen furiosen Schlussspurt hinlegte, am Ende aber mit Rang 8 zufrieden sein musste.

Valtteri Bottas kam dahinter nur auf Rang 9 ins Ziel. Weil ihn seine Mechaniker beim ersten Boxenstopp mit 3 weichen und einem harten Reifen losschickten, setzte es eine Durchfahrtsstrafe, die den Finnen weit zurückwarf. Der letzte WM-Punkt ging an Marcus Ericsson im Sauber auf Position 10.

Hülkenberg-Aufgabe vor dem Start

Für Nico Hülkenberg war das Rennen schon beendet, bevor es begonnen hatte. Nach dem Turbo-Problem im Qualifying steckte erneut der Wurm in der Technik. Bereits auf den Runden in die Startaufstellung streikte der Antrieb. "Es war einfach keine Leistung da. Teilweise ging es, teilweise nicht", klagte der Pilot. Zunächst wurde Hülkenberg aufgefordert, an die Box zu kommen. Dann kam die Anweisung, den regulären Start zu absolvieren. Dort ging das Auto komplett aus, was zu einem Startabbruch führte.

Durch seinen Sieg konnte Lewis Hamilton den Vorsprung in der WM-Wertung auf 28 Punkte ausbauen. Vettel verabschiedete sich endgültig aus dem WM-Kampf. Sein Rückstand auf die Spitze wuchs auf 67 Zähler an. Auch in der Teamwertung machte Mercedes einen großen Schritt zur Verteidigung der Weltmeisterschaft. 184 Punkte beträgt der Vorsprung auf Ferrari. Das nächste Rennen findet in 14 Tagen in Monza statt.

GP Belgien 2015: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit/Rückstand
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:23.40,387 Std.
2. Nico Rosberg Mercedes + 0:02.058 Min.
3. Romain Grosjean Lotus + 0:37.988
4. Daniil Kvyat Red Bull + 0:45.692
5. Sergio Perez Force India + 0:53.997
6. Felipe Massa Williams + 0.55.283
7. Kimi Räikkönen Ferrari + 0.55.703
8. Max Verstappen Toro Rosso + 0:56.076
9. Valtteri Bottas Williams + 1:01.040
10. Marcus Ericsson Sauber + 1:31.234
11. Felipe Nasr Sauber + 1:42.311
12. Sebastian Vettel Ferrari + 1 Runde
13. Fernando Alonso McLaren-Honda + 1 Runde
14. Jenson Button McLaren-Honda + 1 Runde
15. Roberto Merhi Manor F1 + 1 Runde
16. Will Stevens Manor F1 + 1 Runde
17. Carlos Sainz Toro Rosso Ausfall
18. Daniel Ricciardo Red Bull Ausfall
19. Pastor Maldonado Lotus Ausfall
20. Nico Hülkenberg Force India Ausfall
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