GP Belgien

Heidfeld atmet auf

Foto: dpa

Der Befreiungsschlag kam zur rechten Zeit. Nick Heidfeld meldete sich mit dem fünften Startplatz zurück. Zum zweiten Mal in dieser Saison ist er schneller als Teamkollege Robert Kubica.

Doch im Gegensatz zu Silverstone, wo der Pole wegen eines technischen Problems zum Zuschauen verurteilt war, hat Heidfeld seinen Stallrivalen diesmal in fairem Kampf geschlagen. "Er war das ganze Wochenende schneller als Robert", urteilte Technikchef Willy Rampf.

Der viel gescholtene Mönchengladbacher wunderte sich selbst. "Mit den harten Reifen und den kühlen Temperaturen habe ich mehr Probleme erwartet, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Aber schon vom ersten Training am Freitag (5.9.) an hat alles gepasst." Heidfeld glaubt nicht, dass die schnellen Kurven von Spa Hilfestellung leisteten. "Man hat bei einigen anderen Fahrern gesehen, dass sie trotzdem Schwierigkeiten hatten, die Reifen aufzuheizen."

Heidfeld: "Aus Krisen kann man lernen"

Heidfeld hofft, dass er jetzt endgültig über den Berg ist. "Versprechen will ich aber nicht zuviel, weil ich da schon mal auf die Nase gefallen bin. Im Sommer habe ich geglaubt, das Problem sei gelöst, und dann gab es doch wieder Rückschläge." Der 31-jährige Wahlschweizer hatte die Testfahrten in Monza vergangene Woche noch einmal dazu genutzt, sein ganz persönliches Problem zu lösen. Erneut betrieb er Feintuning an seinem Fahrstil, erneut versuchte er mehr über die Reifen zu lernen. "Monza ist zwar eine ganz anderer Streckentyp als Spa, aber trotzdem hat das, was ich dort probiert habe, auch hier funktioniert. Das überrascht mich einerseits, andererseits macht mir das auch Mut. Es könnte ein Zeichen sein, dass es überall funktioniert."

Der BMW-Pilot gibt zu, dass er in einer der schwierigsten Phasen seiner Karriere steckt. "Es gab schon Jahre, da wusste ich nicht, wie es weitergeht, doch die Leistung hat gestimmt. Diesmal war ich zum großen Teil mit meiner Leistung nicht zufrieden." Aufgeben gilt nicht: "Ich bin nicht der Typ, der die Hände in den Schoß legt und sich in sein Schicksal fügt. Ich glaube, dass mir diese Phase für die Zukunft helfen wird. Aus Krisen kann man lernen."

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