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GP Belgien

Schumi von Trulli geschlagen

Foto: dpa

Der Wettergott spielte dem Weltmeister einen Streich. Frisch einsetzender Regen verhinderte die Doppelpole der überlegenen Ferrari. Michael Schumacher startet in Spa am Sonntag (29.8.) hinter Renault-Fahrer Jarno Trulli auf Platz zwei.

28.08.2004

Als das letzte Einzelzeitfahren begann, war die Strecke in Francorchamps noch nass, aber es regnete nicht mehr. So purzelten die Zeiten im Laufe des Abschlusstrainings nach und nach. Besonders die beiden Renault von Jarno Trulli und Fernando Alonso profitierten von der abtrocknenden Strecke und setzten sich trotz unterschiedlicher Abstimmung mit einer halben Sekunde Abstand an die Spitze.

Als für die besten Fünf aus dem ersten Durchgang der Himmel seine Schleusen wieder öffnete, frohlockte Renault-Teamchef Flavio Briatore: "Ich mag dieses Wetter." Die beiden Sauber von Giancarlo Fisichella (Fünfter) und Felipe Masse (Achter) fielen trotz überlegener Bridgestone-Reifen ab, Kimi Räikkönen konnte trotz reichlich Abtrieb den Renault-Kollegen nicht das Wasser reichen. Es blieb nur Rang zehn für den Schnellsten des Freitag. Zu viel Wasser auf der Piste hatten auch Juan Pablo Montoya, der den besten Williams nur auf Platz elf bringen konnte, und Jenson Button, der sich im BAR auf Platz zwölf wiederfand.

Schlechte Karten für die Roten

Die schlechtesten Bedingungen fanden die zum Schluss startenden Ferrari vor. Rubens Barrichello war dennoch auf Bestzeitkurs, patzte aber beim Anbremsen der Busstopp-Schikane und wurde nur Sechster. Michael Schumacher lag nach der letzten Zwischenzeitmessung mit rund drei Zehnteln auf Bestzeitkurs, aber im letzten Sektor verlor er erst seinen Vorspung und dann die Pole Position gegen Trulli um sieben Hundertstel. "Wir haben einfach Glück gehabt, weil wir die Intermediates nehmen konnten, für die wir uns erst wenige Sekunden vor dem Rausfahren entschieden haben", sagte Jarno Trulli.

Michael Schumacher mochte sich trotz seiner starken Leistung nicht loben lassen: "Ich hatte einen kleinen Rutscher und habe ein paar Zehntel liegen lassen. Am Schluss wurde es ein bisschen heikel. In der letzten Kurve hatte ich kaum Traktion. Bei Platz zwei in der ersten Reihe, können wir uns aber nicht beschweren. Die beiden Renault haben eben Glück gehabt."

Was sind die Ergebnisse wert?

Nick Heidfeld kam im Jordan auf Rang 16. Er wählte bei noch abtrocknender Strecke Regenreifen statt Intermediates - ein Fehler. Was die Ergebnisse des Trainings wert sind, erfahren die Fans erst beim Rennen. Bis zum ersten Boxenstopp bleibt unklar, wer mit wieviel Benzin unterwegs war, und wer auf eine Trocken- oder Regenabstimmung unterwegs war. Der Wetterbericht verspricht jedenfalls ein trockenes Rennen.

Falls es tatsächlich am Sonntag trocken bleibt, hat der Weltmeister die besten Karten, er hat eine Trockenabstimmung gewählt. Ernsthafte Konkurrenten sind Rubens Barrichello und Fernando Alonso, der ebenfalls mit Trockenabstimmung fuhr. Bleibt es beim Rennen nass, sind die Ferrari haushohe Favoriten. Eine echte Chance für eine Treppchenplatzierung hat dann dank Bridgestone auch Giancarlo Fisichella im Sauber.

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