Lewis Hamilton - Mercedes - GP Brasilien 2015 Hochzwei
Max Verstappen - Toro Rosso - Formel 1 - GP Brasilien- 13. November 2015
Alexander Rossi  Formel 1 - GP Brasilien- 13. November 2015
Fernando Alonso - Formel 1 - GP Brasilien- 13. November 2015
Fernando Alonso - Formel 1 - GP Brasilien- 13. November 2015
Fernando Alonso - Formel 1 - GP Brasilien- 13. November 2015 106 Bilder

Trainingsanalyse GP Brasilien 2015

Mercedes haushoch überlegen

Normalerweise ist der GP Brasilien ein Rennen der knappen Abstände. Doch der erste Trainingstag überraschte mit einem ungewöhnlich großen Vorsprung der Mercedes-Piloten. Sowohl auf eine Runde als auch im Longrun. Williams sieht wie ein möglicher Herausforderer für Ferrari aus.

Die Rennstrecke mit der kürzesten Rundenzeit ist normalerweise auch ein Ort der knappen Abstände. Doch der erste Trainingstag in Sao Paulo konnte diese Erkenntnis nicht bestätigen. In der ersten Trainingssitzung flog Lewis Hamilton dem Ferrari von Sebastian Vettel noch mit einem Vorsprung von 0,625 Sekunden davon.

Modifizierte Vorderradaufhängung bei Mercedes

Da setzte Mercedes ein Experimentalauto ein, das bereits ein Vorgriff auf die 2016er Saison war. Der AMGW06 war mit einer modifizierten Vorderradaufhängung und einer Beule auf dem Chassis für Aero-Tests bestückt.

Am Nachmittag waren die Silberpfeile noch dominanter. Da fuhren sie auch wieder in ihrer Renn-Spezifikation. Nico Rosberg deklassierte Vettel um 0,960 Sekunden. Zwischen Vettel und Marcus Ericsson auf Platz 17 lagen dagegen nur 1,427 Sekunden.

Hier galt die alte Interlagos-Regel eines kompakten Feldes. Rosberg rangierte im zweiten Training auch deutlich vor seinem Teamkollegen. "Lewis fuhr einen anderen Motor-Modus als ich", relativierte der Spitzenreiter.

Neuer Renault V6 stärker, aber nicht stark genug

Die Mercedes-Piloten waren auch im Longrun auf den weichen Reifen schneller als auf den harten. Im Fall von Rosberg lagen aber im Sieben-Runden-Vergleich nur zwei Zehntel zwischen den beiden Pirelli-Garnituren. Das war nicht bei allen Fahrern so. Carlos Sainz und Daniel Ricciardo legten auf der Medium-Mischung die schnelleren Longruns auf die Bahn. Der Grund dafür lag im Körnen der weichen Reifen. Auf der grünen Strecke schälte sich schnell die obere Gummischicht ab.

Red Bull-Berater Helmut Marko warnte, zu viel in die Dauerläufe hinein zu interpretieren. "Es war unheimlich viel Verkehr auf der Strecke, was es schwierig machte, konstante Runden zu drehen. Unsere Rennsimulationen waren mit unterschiedlichen Handikaps behaftet. Ricciardo musste wegen des Motorschadens von Alonso unterbrechen, und Kvyat kam in eine Regenphase hinein." Und wie fühlte sich der neue Renault-Motor an? Knapper Kommentar des Fahrers: "Stärker, aber nicht stark genug."

Ferrari konserviert die Reifen

Während die meisten Fahrer ihre Longruns auf beiden Reifentypen abspulten, teilte Ferrari die Arbeit auf. Sebastian Vettel fuhr 17 Runden mit der weichen Reifenmischung, Kimi Räikkönen 22 mit dem härteren Reifentyp. Vettel machte dabei einen starken Eindruck. Ihm gelangen im 15. und 16. Umlauf noch Zeiten von 1.17,338 und 1.17,928 Minuten.

Valtteri Bottas rangierte mit den weichen Reifen im Durchschnitt von 7 Runden zwar vor Vettel, doch der Finne bog danach gleich in die Boxengasse ab. Teamkollege Felipe Massa war 13 Runden mit den Soft-Reifen unterwegs. Die letzten drei Runden lagen jenseits der 1.18er Marke. Der Brasilianer klagte über eine schlechte Traktion. "Das Auto rutscht auf der Hinterachse nur herum." Fazit: Die Williams können Ferrari vielleicht im Training gefährlich werden, nicht aber im Rennen.

Lotus kehrte aus der Versenkung zurück

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei Toro Rosso. In den ersten 7 Runden sahen Max Verstappen und Carlos Sainz noch stark aus, doch dann ließen die Hinterreifen nach. Force India war insgesamt langsamer, aber konstanter. Nico Hülkenberg war dennoch nicht zufrieden: "Es gibt noch Fragezeichen. Wir müssen die Reifen besser verstehen."

Lotus kehrte aus der Versenkung zurück. Romain Grosjean deutete mit seinem Durchschnitt von 1.17,613 Minuten über 7 Runden an, dass er im Rennen ein Kandidat für die Top 6 sein kann. Seine Zeiten im 14-Runden-Stint schwankten zwischen 1.16,908 und 1.18,819 Minuten, waren also leidlich konstant. Wichtig im Kampf zwischen Lotus und Toro Rosso um Platz 6 in der Konstrukteurs-WM.

Auch Sauber machte einen besseren Eindruck als zuletzt. Beide Fahrer spulten ihre Longruns auf den harten Reifen ab. Felipe Nasr verlor in seiner schnellsten Runde zwei Zehntel, weil Fernando Alonso vor ihm mit einem Motorproblem ausgerollt war. Honda wird den Motor wechseln. Die Antriebsquelle Nummer 10 kehrt in den McLaren zurück. Damit bleibt Alonso straffrei. Wenn nicht am Samstag ein weiteres Drama passiert.

Pirelli und die Teams erwarten trotz der gewohnt hohen Reifenabnutzung und des hohen Verschleißes ein Zweistopp-Rennen. Im Vorjahr fuhr Sieger Rosberg noch mit zwei Stopps über die Distanz.

Longrun-Analyse Training GP Brasilien

Seit diesem Jahr bieten wir Ihnen einen noch besseren Longrun-Service an. In der unten stehenden Tabelle vergleichen wir zwei Longruns. Den jeweils längsten, und dann aus diesem herausgelöst den Schnitt einer Minimumzahl von Runden, die jeder Fahrer zurückgelegt hat.

In Interlagos waren das jeweils 7 Runden für den medium-Reifen und für die Soft-Garnitur. Dieser Wert ist für den Speed des Autos unter Rennbedingungen repräsentativer, da der Abbau der Reifen sich auf die gleiche Rundenzahl bezieht. Sie finden ihn in der ersten Spalte. Dazu liefern wir Ihnen noch die bei der Rennsimulation verwendete Reifensorte.

GP Brasilien 2015: Longrun-Analyse

Fahrer Bester Longrun (7 Runden) Schnitt längster Longrun Runden Reifen
1. Rosberg 1.16,707 1.16,597 15 soft
2. Hamilton 1.16,915 1.16,786 14 soft
3. Rosberg 1.16,937 1.16,587 12 medium
4. Bottas 1.17,129 1.17,129 7 soft
5. Kvyat 1.17,242 1.17,261 12 soft
6. Vettel 1.17,311 1.17,465 17 soft
7. Hamilton 1.17,317 1.16,695 13 medium
8. Bottas 1.17,349 1.17,871 11 medium
9. Massa 1:17,564 1.17,565 13 soft
10.Kvyat 1.17,580 1.17,489 13 medium
11. Grosjean 1:17,613 1.17,572 14 soft
12. Massa 1.17,703 1.17,699 13 medium
13. Sainz 1.17,775 1.17.929 12 medium
14. Räikkönen 1.17,843 1.17,807 22 medium
15. Ricciardo 1.17,899 1.17,980 14 medium
16. Ricciardo 1.17,904 1.17,347 9 soft
17. Sainz 1.17,928 1.18,016 14 soft
18. Maldonado 1.17,946 1.17,800 9 soft
19. Verstappen 1.18,029 1.18,200 15 medium
20. Nasr 1.18,075 1.18,318 23 medium
21. Grosjean 1.18,248 1.17,963 10 medium
22. Perez 1.18,080 1.18,048 8 medium
23. Perez 1.18,136 1.18,096 10 soft
24. Hülkenberg 1.18,265 1.18,189 14 medium
25. Hülkenberg 1.18,272 1.18,387 13 soft
26. Ericsson 1.18,383 1.18,625 20 medium
27. Maldonado 1.18,395 1.18,599 16 medium
28. Button 1.18,527 1.18,652 11 soft
29. Button 1.18,597 1.18,597 7 medium
         
         
Fahrer Bester Longrun (7 Runden) Schnitt längster Longrun Runden Reifen
1. Rosberg 1.16,707 1.16,597 15 soft
2. Hamilton 1.16,915 1.16,786 14 soft
3. Rosberg 1.16,937 1.16,587 12 medium
4. Bottas 1.17,129 1.17,129 7 soft
5. Kvyat 1.17,242 1.17,261 12 soft
6. Vettel 1.17,311 1.17,465 17 soft
7. Hamilton 1.17,317 1.16,695 13 medium
8. Bottas 1.17,349 1.17,871 11 medium
9. Massa 1:17,564 1.17,565 13 soft
10.Kvyat 1.17,580 1.17,489 13 medium
11. Grosjean 1:17,613 1.17,572 14 soft
12. Massa 1.17,703 1.17,699 13 medium
13. Sainz 1.17,775 1.17.929 12 medium
14. Räikkönen 1.17,843 1.17,807 22 medium
15. Ricciardo 1.17,899 1.17,980 14 medium
16. Ricciardo 1.17,904 1.17,347 9 soft
17. Sainz 1.17,928 1.18,016 14 soft
18. Maldonado 1.17,946 1.17,800 9 soft
19. Verstappen 1.18,029 1.18,200 15 medium
20. Nasr 1.18,075 1.18,318 23 medium
21. Grosjean 1.18,248 1.17,963 10 medium
22. Perez 1.18,080 1.18,048 8 medium
23. Perez 1.18,136 1.18,096 10 soft
24. Hülkenberg 1.18,265 1.18,189 14 medium
25. Hülkenberg 1.18,272 1.18,387 13 soft
26. Ericsson 1.18,383 1.18,625 20 medium
27. Maldonado 1.18,395 1.18,599 16 medium
28. Button 1.18,527 1.18,652 11 soft
29. Button 1.18,597 1.18,597 7 medium
         
         
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