GP Brasilien 2016 (Ergebnis Qualifying)

Hamilton mit 10. Saison-Pole

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Brasilien 2016 - Interlagos Foto: sutton-images.com 105 Bilder

Das verspricht Spannung: Lewis Hamilton hat sich in Brasilien die Pole-Position gesichert. In einem spannenden Zweikampf verwies er Nico Rosberg um eine Zehntel auf die zweite Position. Kimi Räikkönen wurde etwas überraschend Dritter.

Lewis Hamilton hält den Druck auf Nico Rosberg aufrecht. In Sao Paulo schnappte sich der Titelverteidiger die 10. Pole Position der Saison. Es war Nummer 60 in seiner Karriere. Hamilton umrundete in seinem zweiten Versuch im Q3 den 4,309 Kilometer langen Kurs in 1:10.736 Minuten. „Nico ist zwar immer schneller geworden, aber ich war immer eine Spur besser. Ich hoffe, dass ich auch morgen vorn sein kann – egal bei welchem Wetter“, blickte der Pole-Mann schon auf den Sonntag.

Enges Duell zwischen Ferrari und Red Bull

Nico Rosberg kämpfte mit seinem Rivalen um die beste Startposition. Am Ende fehlte dem WM-Führenden gerade mal ein Zehntel. Rosberg dürfte die knappe Niederlage verschmerzen können – selbst, wenn die Silberpfeile am Sonntag in der selben Reihenfolge ins Ziel rollen sollten. Zwar reicht ihm in Brasilien kein zweiter Platz, um den Titel vorzeitig zu sichern. Aber er würde in Abu Dhabi immer noch alles selbst in der Hand haben und bei einem Hamilton-Sieg mit 12 Punkten ins Saisonfinale gehen.

Hoffnung macht ihm auch die Statistik: Hamilton konnte in Brasilien noch nicht gewinnen, Rosberg dagegen schon zwei Mal. Er spekuliert auf den Start. „Wir haben in dieser Saison oft gesehen, dass die Pole nicht alles ist. Mein Plan ist es, Lewis in der ersten Kurve zu überholen“, erklärte der 31-Jährige. Bei einem Sieg würde er sich in Sao Paulo zum Champion krönen.

Hinter den Silberpfeilen reihte sich Kimi Räikkönen ein. Der Iceman schob sich mit einem guten letzten Versuch vor die Red Bull und seinen Teamkollegen Sebastian Vettel, der Fünfter wurde. Nach dem ersten Run war Räikkönen noch Sechster gewesen. Der Finne teilt sich die zweite Reihe mit Max Verstappen. Der Rückstand auf Mercedes ist mit über 6 Zehnteln groß.

Immerhin geht es zwischen Ferrari und Red Bull eng zu. Räikkönen als Dritter und Ricciardo als Sechster trennen keine eineinhalb Zehntel. Red Bull verlor vor allem im letzten Sektor Zeit, weil man auf viel Anpressdruck setzt und dafür auf der Gerade bergauf büßt. Man hofft auf Regen im Rennen. Ferrari ist dagegen im kurvenreichen Mittelsektor langsamer. Vettel erklärte die Trainingsniederlage gegen Räikkönen wie folgt: „Am Ende war ich vielleicht etwas zu konservativ. Im ersten Run war ich dagegen etwas zu aggressiv.“

Romain Grosjean schnappte sich einen starken siebten Platz. Vor dem Force India-Duo um Nico Hülkenberg und Sergio Perez. Fernando Alonso wurde im McLaren Zehnter.

Williams fällt aus Top 10

Für Williams endete das Qualifying in einer Enttäuschung. Am gestrigen Freitag belegten die weiß-blauen Rennwagen im zweiten Training noch die Plätze hinter Mercedes. Man erkaufte sie sich wohl mit wenig Sprit. In der Qualifikation flogen sowohl Valtteri Bottas als auch Felipe Massa im Q2 raus. Vielleicht haben Williams auch die dramatisch gesunkenen Temperaturen nicht geschmeckt. So wird es im Rennen schwierig, Punkte auf den Rivalen Force India gutzumachen.

Felipe Massa wurde bei seinem 13. und letzten Qualifying in Brasilien nur 13. Der Routinier verschwand nach der Enttäuschung nicht unmittelbar, sondern stolzierte die Boxengasse ab und grüßte die Fans auf den Tribünen. Zwischen die Williams schob sich Esteban Gutierrez im Haas-Renner.

Erwartungsgemäß kam für Toro Rosso das Ende im zweiten Quali-Durchgang. Daniil Kvyat war diesmal der schnellere Mann im Red Bull-Juniorlager. Jolyon Palmer schaffte in Q2 die 16. Zeit. Der Brite blieb ein paar Zehntel über seiner besten Tagesrunde, die er im dritten Training gefahren war.

Sauber ganz hinten

Jenson Button patzte im ersten Durchgang und schied früh aus. In seinem schnellsten Run unterlief dem Weltmeister von 2009 ein kleiner Fehler in Kurve 9. Am Ende fehlten ihm 17 Tausendstel für den Aufstieg in Q2. Aber nicht nur das, sondern auch der große Rückstand auf Teamkollege Alonso von mehr als einer halben Sekunde dürfte Button frustrieren. Die deutliche Niederlage hatte sich erst am Samstagmorgen angekündigt. Am Freitag war der Brite noch jeweils schneller als Alonso.

Kevin Magnussen musste ebenfalls nach 18 Minuten zusammenpacken. Wie auch Pascal Wehrlein und Esteban Ocon. Im teaminternen Manor-Duell landete der Sigmaringer im achten Zweikampf den sechsten Stich. Er bezwang Ocon um die Winzigkeit von 5 Tausendsteln. „Ich habe meine schnellste Zeit schon im ersten Versuch gesetzt. Im zweiten Run hatte ich nach gutem Beginn einen Fehler im Mittelsektor. Im dritten Run gab es viel Verkehr schon in der Aufwärmrunde. Das war richtig Chaos und ich konnte mich auch nicht verbessern. Morgen müssen wir erstmal auf das Wetter warten. Wenn der Regen kommt, kann viel passieren“, erklärte Wehrlein.

Zwischen den Manor-Piloten herrscht dicke Luft. Ocon beschwerte sich darüber, dass Wehrlein ihn „massiv blockiert“ habe. Dem Franzosen drohte aber an anderer Stelle noch Ärger. Die Stewards untersuchten einen Vorfall mit Palmer aus Kurve 4. Sie kamen nach dem Qualifying zum Entschluss, dass Ocon den Renault-Piloten auf einer schnellen Runde blockiert habe. Ocon sei langsam auf der Rennlinie gefahren, während Palmer sich auf seinem fliegenden Versuch befand, und dem Manor ausweichen musste. Die Sportkommissare werteten Ocons Fahrweise als Verstoß gegen Artikel 31.6 des Sportgesetzes und verordneten eine Strafe von drei Positionen.

Für Sauber endete das Qualifying in einem Debakel. Marcus Ericsson wurde Vorletzter, Lokalmatador Felipe Nasr Letzter. Der Brasilianer kämpft in Sao Paulo mit Leistungsaussetzern des Ferrari-V6. Auch im Auto von Ericsson gab es Schwierigkeiten. Vor dem Qualifying musste ein alter Motor eingebaut werden, nachdem man im dritten Training das Aggregat tauschen musste.

GP Brasilien 2016: Ergebnis Qualifying

Fahrer Team Q1 Q2 Q3
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:11.511 1:11.238 1:10.736
2. Nico Rosberg Mercedes 1:11.815 1:11.373 1:10.838
3. Kimi Räikkönen Ferrari 1:12.100 1:12.301 1:11.404
4. Max Verstappen Red Bull 1:11.957 1:11.834 1:11:485
5. Sebastian Vettel Ferrari 1:12.159 1:12.010 1:11.495
6. Daniel Ricciardo Red Bull 1:12.409 1:12.047 1:11.540
7. Romain Grosjean Haas 1:12:893 1:12:343 1:11:937
8. Nico Hülkenberg Force India 1:12.428 1:12.360 1:12.104
9. Sergio Perez Force India 1:12.684 1:12.331 1:12:165
10. Fernando Alonso McLaren-Honda 1:12.700 1:12.312 1:12:266
11. Valtteri Bottas Williams 1:12.680 1:12.420
12. Esteban Gutierrez Haas 1:13.052 1:12.431
13. Felipe Massa Williams 1:12.432 1:12.521
14. Daniil Kvyat Toro Rosso 1:13.071 1:12:726
15. Carlos Sainz Toro Rosso 1:12.950 1:12.920
16. Jolyon Palmer Renault 1:13:259 1:13:258
17. Jenson Button McLaren-Honda 1:13.276
18. Kevin Magnussen Renault 1:13.410
19. Pascal Wehrlein Manor 1:13.427
20. Esteban Ocon* Manor 1:13.432
21. Marcus Ericsson Sauber 1:13.623
22. Felipe Nasr Sauber 1:13.681
* Strafe: 3 Plätze
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