GP Brasilien

Barrichello auf Pole – Schumi weit zurück

Foto: dpa

Rubens Barrichello fuhr im Qualifikationstraining zum GP von Brasilien die Bestzeit. Der Brasilianer im Ferrari dominierte in allen Trainingssitzungen und unterstrich nachdrücklich, dass er beim zwölften Anlauf endlich seinen Heim-GP gewinnen will.

Der Ferrari-Fahrer, der auch 2003 die Trainingsbestzeit markiert hatte, verwies Juan Pablo Montoya im Williams-BMW und Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) auf die Plätze.

Als sensationeller Vierter geht morgen Sauber-Fahrer Felipe Massa ins Rennen. Die dritte Startreihe teilen sich die BAR-Honda Fahrer Jenson Button und Takuma Sato.

Michael Schumacher erlebte einen Tag zum Vergessen. Beim Einzelzeitfahren markierte der Weltmeister nur die achtbeste Zeit. Doch es kam noch schlimmer. Der Deutsche wird morgen nur von der 18. Position aus ins Rennen gehen können. Der Grund: Nach dem schweren Unfall im Vormittags-Training musste Schumacher in den Ersatzwagen umsteigen. Da der Motor des beschädigten Einsatzautos nicht verwendet werden konnte, wurde Schumacher wegen Motorwechsel um zehn Startplätze zurückgestuft.

Der Weltmeister gab sich selbstkritisch: „Der Unfall war klar mein Fehler. Die Muskeln tun mir noch etwas weh. Aber für morgen erwarten wir Regen. Und da werden die Karten neu gemischt. Mein Auto war heute etwas schwerer als das von Rubens.“ Ob Schumacher im Einzelzeitfahren pokerte und mit Regenabstimmung fuhr (größere Bodenfreiheit, steilerer Heckflügel), ließ er offen: „Wir werden sehen.“

Barrichello nahm Michael Schumacher in Schutz: „Der Unfall war wirklich keine Schande. Es gab einen harten Aufprall, und zum Glück ist er unverletzt geblieben. Michael musste ins Trainingsauto umsteigen und konnte es vorher nicht probieren. Das war sicherlich ein Nachteil.“ Im diesjährigen Trainingsduell verkürzte Barrichello gegen Schumacher auf 13:5. „Seit 20 Jahren lebe ich quasi neben der Strecke von Interlagos,“ erzählte der Brasilianer. „Ich habe mir sehr viel Druck gemacht. Es war aber offenbar positive Energie, die ich freigesetzt habe.“ Dann sprudelte es aus Barrichello heraus „ Jetzt ist der Druck weg. Und ich kann heute Abend wieder in meinem Bett schlafen, das ich so sehr liebe.“

Vor Monatsfrist, beim GP von China, war die Ausgangslage für Ferrari ähnlich wie jetzt in Brasilien. Barrichello startete von der Pole, Schumacher aus der Boxengasse. Zur Erinnerung das Ergebnis: Der Brasilianer siegte, der Deutsche musste sich nach einem Dreher mit Platz zwölf begnügen.

Montoya zuversichtlich für sein letztes Rennen im Williams-BMW

Voller Zuversicht blickt Montoya den Rennen entgegen: „Ich bin sehr happy. Ich fahre mein letztes Rennen für Williams und ich möchte mich mit einem guten Resultat bei den Jungs für die letzten vier Jahre bedanken. Ich bin sicher, dass wir mit Ferrari mithalten können. Wir sind hier wirklich stark.“
Möglicherweise kommt der Williams-Fahrer mit zwei Boxenstopps aus.

Die Bridgestone-bereiften Ferrari und Sauber müssen auf Wunsch des Reifenherstellers eine Drei-Stopp-Strategie wählen. Sollte es allerdings regnen, so sind alle diese Planspiele Makulatur. Ralf Schumacher war zwar nur um drei Zehntelsekunde langsamer als Montoya. Dies genügte aber nur für Startplatz sieben.

Kimi Räikkönen rang wie üblich nach Worten: „Ich bin mit dem Auto sehr zufrieden. Nur ein bisschen Übersteuern in den Kurven Nummer eins und neun hat mich etwas gebremst.“ Der Finne machte seinem Ruf als Fahrautomat, dessen Horizont knapp hinter den Vorderrädern seines Autos endet, wieder einmal alle Ehre. Auf die Frage, ob es denn morgen regnen wird, brummt er nur unwirsch: „Ich weiss nicht, wie das Wetter wird.“

Eine Enttäuschung musste erneut Nick Heidfeld hinnehmen. Er landete auf Platz 17. Heidfeld war um sieben Zehntelsekunden schneller als Teamkollege Timo Glock. Der GP-Neuling bezog bei seinem vierten Duell die vierte Trainingsniederlage gegen den erfahrenen Heidfeld.

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