GP Brasilien

Schumi mit schwerem Trainingsunfall

Foto: dpa

Für Michael Schumacher endete das vierte freie Training zum GP von Brasilien mit einer Schrecksekunde und einem demolierten Auto: Eingangs der Ferradura-Kurve verlor der Weltmeister die Kontrolle über seinen Ferrari, drehte sich und krachte in die Reifenstapel.

Am Heck brach für einige Sekunden Feuer aus, wohl weil sich auslaufende Hydraulikflüssigkeit am heißen Auspuff entzündet hatte. Schumacher blieb offensichtlich unverletzt. Er kletterte sofort aus dem Auto und inspizierte die Schäden. An der rechten Seite war sein Ferrari schwer demoliert: Die Radaufhängungen vorn und hinten waren ebenso gebrochen wie der Heckflügel.

Ursache für Schumachers Unfall war offensichtlich ein Fahrfehler. Die Kurve Nummer sechs auf dem Kurs von Interlagos, in der Schumacher verunfallte, wird normalerweise im vierten Gang mit 90 bis 195 km/h genommen. Das Problem: Am Kurveneingang lauert eine Bodenwelle. Sie wurde Schumacher zum Verhängnis. Der Ferrai brach mit dem Heck aus, Schumacher korrigierte, konnte den folgenden heftigen Konter jedoch nicht mehr parieren.

Barrichello markiert im vierten Training die Bestzeit

Wegen des Unfalls wird Schumacher wegen des wohl unvermeidlichen Motorwechsels zehn Startplätze zurück gestuft. Dies würde seinem Teamkollegen Rubens Barrichello natürlich helfen, der seit elf Jahren dem ersten Sieg beim Heim-GP hinterher rennt.

Der Brasilianer setzte am Samstagmorgen wie bereits gestern erneut die Bestzeit. Schumacher markierte die zweitbeste Zeit. Die Verfolger waren dem Ferrari-Duo allerdings hart auf den Fersen: Das McLaren-Duo Kimi Räikkönen und David Coulthard hatte nur 0,15 beziehungsweise 0,18 Sekunden Rückstand. Und auch der Fünftplazierte Jenson Button konnte gut mithalten: Der Rückstand des BAR-Honda-Fahrers betrug 0,25 Sekunden.

Ralf Schumacher im Williams kam auf Platz sieben, wohingegen die beiden deutschen Jordan-Ford-Fahrer das Feld nach hinten absicherten: Nick Heidfeld wurde 17, und Timo Glock musste sich als 19. sogar dem Minradi von Zsolt Baumgartner geschlagen geben.

Zwei kuriose Zwischenfälle sorgten für Erheiterung auf den allerdings nur dünn besetzten Tribünen: Zunächst verursachten zwei streunende Hunde, die auf der Strecke herumrannten, für eine fast halbstündige Unterbrechung des Trainings. Später brachte David Coulthard das Kunststück fertig, sich in der Boxengasse zu drehen und dabei Leitplankenkontakt zu vermeiden.

Ergebnis 4.Training: Barrichello vor Schumi

1. Rubens Barrichello, Ferrari: 1'10"229 Minuten
2. Michael Schumacher, Ferrari: 1'10"352
3. Kimi Raikkönen, McLaren-Mercedes: 1'10"385
4. David Coulthard, McLaren-Mercedes: 1'10"413
5. Jenson Button, BAR-Honda: 1'10"480
6. Fernando Alonso, Renault:1'10"683
7. Ralf Schumacher, Williams-BMW: 1'10"997
8. Takuma Sato, BAR-Honda: 1'11"127
9. Mark Webber, Jaguar: 1'11"130
10. Felipe Massa, Sauber-Ferrari: 1'11"142
11. Juan Pablo Montoya, Williams-BMW: 1'11"157
12. Jacques Villenneuve, Renault: 1'11"321
13. Giancarlo Fisichella, Sauber-Ferrari: 1'11"425
14. Riccardo Zonta, Ferrari: 1'11"688
15. Jarno Trulli, Toyota: 1'11"711
16. Christian Klien, Jaguar: 1'12"248
17. Nick Heidfeld, Jordan-Ford: 1'12"299
18. Zsolt Baumgartner, Minardi-Ford: 1'12"990
19. Timo Glock, Jordan-Ford: 1'13"818
20. Gianmaria Bruni, Minardi-Ford: 1'14"411

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