Max Verstappen - GP China 2017 - Shanghai - Rennen Wilhelm
Sebastian Vettel - Ferrari - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
Impressionen - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
Impressionen - GP China 2017 - Shanghai - Rennen 59 Bilder

Die nächste Verstappen-Show

Neun Autos in der Startrunde

Max Verstappen geigte beim GP China 2017 groß auf. Vom 16. Startplatz steuerte er seinen Red Bull RB13 mit dem nächsten Husarenritt auf das Podest. Daniel Ricciardo verspürte nach dem vierten Platz gemischte Gefühle.

Der Doktor strahlte und verfiel in Begeisterung. „Unglaublich, was der Max für eine Rennübersicht hat. Der zählt ja sogar seine Überholmanöver im Auto mit“, sprach Doktor Helmut Marko über den nächsten Husarenritt seinen Lieblings.

Max Verstappen zählte nicht nur mit, sondern wusste genau, wo er die neun Autos vor ihm in der Startrunde überflügelte, und wie er von der 16. auf die siebte Position innerhalb von 5,451 Kilometern vor rückte. Obwohl er auf den ersten Metern sogar zurückstecken musste, weil zwei Vordermänner die Mittelbahn zumauerten. „Trotzdem habe ich am Start noch zwei aufgeschnupft. In Kurve eins außen herum den nächsten. Das nächste Auto innen in Kurve zwei, dann außen in Kurve drei, weil es dort Raum gab. In den Kurven sechs, sieben und acht klappte es mal außen, mal innen.“

Erinnerungen an Brasilien 2016

Verstappens Erzählungen weckten Erinnerungen an den GP Brasilien 2016. Damals brauste der 19-jährige Senkrechtstarter rechts und links an der Konkurrenz vorbei, und landete auf dem dritten Rang im Ziel. Wie in Shanghai auch. “Ein super Resultat, ein tolles und unterhaltsames Rennen.” Diesmal allerdings regnete es nicht das ganze Rennen. Sondern nur vor dem Start. Als die fünf roten Ampeln erloschten, gab es schon viele trockene Stellen auf dem Asphalt. „Gott sei Dank war der Start im Nassen. Wir hätten uns lieber ein komplettes Rennen im Regen gewünscht“, berichtete Marko im Nachgang.

Die schlechte Startposition war einer defekten Zündspule im Qualifying geschuldet. Sie ließ den Renault-V6 im Heck des RB13 nur noch auf vier Zylindern laufen. Der daraus resultierte Leistungsmangel war nicht auszugleichen. Dafür war das Rennglück am Sonntag auf Verstappens Seite. „Das waren gute Bedingungen für mich. In einem Trockenrennen wäre maximal der sechste Platz drin gelegen. Durch meine neun Überholmanöver lag ich schon früh auf meinem eigentlich angestammten Platz.“

Red Bull taktierte in der virtuellen Safety Car-Phase richtig. Man hielt beide Fahrer draußen. „Wir haben den richtigen Zeitpunkt für den ersten Reifenwechsel getroffen. Ich war ein wenig vorsichtig, nicht zu früh auf Slicks zu gehen“, erklärte Verstappen. Das richtige Safety Car begünstigte das Abwarten. Beim Restart fand sich der Niederländer schon auf dem fünften Rang wider.

RB13 mit Defiziten

Der nächste auf seiner Liste hieß Kimi Räikkönen. Einer seiner Lieblingsgegner. Verstappen trieb den Finnen im letzten Jahr des Öfteren zur Verzweiflung. Zum Beispiel bei seinem Sieg in Spanien. Oder in Belgien und Ungarn mit knallharten Verteidigungsstrategien. Den Iceman schnappte sich Verstappen in den Kurven sieben und acht. Räikkönen schimpfte am Funk: „Was ist mit dem Motor? Ich hatte null Drehmoment.“

Nach drei Umläufen hinter dem Teamkollegen war Daniel Ricciardo in der Haarnadel von Turn vier fällig. Verstappen stoch innen in die Spitzkehre. Bis zur 27. Runde hielt er sich auf dem zweiten Rang. Bis Vettel ihn überholte. „Ich konnte nicht einlenken. Die Reifen blockierten und ich ging weit.“ Verstappen fing sich einen Bremsplatten ein, stoppte und holte sich für die letzten 27 Umläufe den nächsten Supersoft-Satz.

Auf glattem Geläuf konnte Verstappen die Probleme des RB13 umfahren, im Trockenen klagte der Pilot. „Die Balance des Autos war vorn limitiert.“ Red Bull hat zwei Schwachstellen ausgemacht. Die da wären: zu wenig Anpressdruck und zu wenig Motorleistung. Je mehr die Strecke auftrocknete und je mehr Gummi die Reifen auf den Asphalt zimmerten, desto mehr musste Red Bull von Lewis Hamilton und Sebastian Vettel abreißen lassen.

Verstappen siegt im Teamduell

Zum Schluss spitzte sich das teaminterne Duell nochmals zu. Ricciardo holte auf. „Max hatte eher ein Regen-, Daniel eher ein Trocken-Setup“, erklärte Marko. Ein Befehl zum Plätzehalten kam nicht über die Lippen der Teambosse. „Wir haben zwei verantwortungsbewusste Fahrer.“

Ricciardo litt in den Turbulenzen. „Obwohl ich DRS hatte, war ich nie dicht genug dran. Ich habe mir Linien angeschaut, aber innen in der Haarnadel schien es immer noch ziemlich rutschig zu sein“, meinte Ricciardo, der nicht mehr vorbeikam.

Obwohl sich Verstappen von Romain Grosjean aufgehalten fühlte, der sich nicht überrunden ließ. „Sagt bitte Charlie, er soll mich vorbeilassen“, funkte Verstappen an den Kommandostand. Rennleiter Whiting regte sich nicht. Die blauen Flaggen blieben eingerollt. „Ich hatte Probleme mit der Front und wollte in sauberer Luft fahren“, rechtfertigte Verstappen seine Klagen. HaasF1-Teamchef Guenther Steiner erwiderte: „Wir sind doch keine Hilfsorganisation. Verstappen lag drei Sekunden hinter Romain und war nicht schneller. Sein Problem, und nicht unseres.

Ricciardo verspürte gemischte Gefühle. Zwar holte Red Bull 27 Punkte in China, das Podium hätte er trotzdem gern mitgenommen. “Nach dem ersten Boxenstopp hatte ich Schwierigkeiten, meinen Reifen in Schuss zu halten. Das hat mich schließlich das Podium gekostet.“

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