GP China - Training 2

Vettel zwei Mal Schnellster am Freitag

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 41 Bilder

Nach seiner Bestzeit am Vormittag war Sebastian Vettel auch im zweiten Freien Training zum GP China nicht zu schlagen. Die stärksten Verfolger des Weltmeisters kamen am Freitag (15.4.) von McLaren.

Sebastian Vettel scheint momentan ein Abonnement auf den ersten Platz zu haben. Wie am Vormittag ließ er sich auch im zweiten Freien Training von niemandem in die Suppe spucken und beendete den Tag auf dem ersten Platz im Klassement. Dieses Mal war der Abstand zu den McLaren aber geringer als noch in der Früh. Lewis Hamilton hatte auf Platz zwei nur knapp zwei Zehntelsekunden Rückstand. Am Vormittag hinkten die McLaren noch satte zwei Sekunden hinterher.

Mercedes GP auf vier und fünf

Jenson Button beendete die zweite Session als Dritter. Seine Probleme vom Vormittag scheinen damit aussortiert. Am Auto des Briten war zuvor der gleiche KERS-Schaden wie bei Lewis Hamilton in Australien aufgetreten. Die Batterien wurden zu heiß. "Eine Pumpe hat versagt", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh. "Wir haben gleichzeitig noch den Filter im Ölkreislauf getauscht. Der war in Melbourne das Problem." McLaren hatte im ersten Training drei verschiedene Unterböden im Angebot. Hamilton und Button fuhren ein Vergleichsprogramm.

Nico Rosberg und Michael Schumacher belegten überraschend die Ränge vier und fünf. Bei Mercedes GP herrschte zwischenzeitlich sogar Euphorie. Für einen kurzen Moment führten Nico Rosberg und Michael Schumacher das Klassement an - bevor die Konkurrenz auf weiche Reifen wechselte. Wie die Zeit der beiden Deutschen zu bewerten ist, hängt natürlich immer auch von der Spritmenge ab.

Hydraulik-Probleme bei Alonso

Felipe Massa reihte sich auf der sechsten Position ein. Für Ferrari-Teamkollege Fernando Alonso sah es da weitaus schlimmer aus. Er wurde nur 14. Der Spanier kämpfte mit Hydraulik-Problemen, was die Aufholjagd auf Red Bull und McLaren nicht gerade erleichterte. Am Vormittag hatte sich Ferrari noch auf Aerodynamik-Tests  und den neuen Frontflügel konzentriert.

Auf den Plätzen sieben und acht folgen mit Adrian Sutil und Nick Heidfeld ein deutsches Doppelpack. Während Sutil positiv auffiel, gab es bei Heidfeld eher Grund für Sorgenfalten. Nach einem Unfall am Vormittag muss Heidfeld den Rest des Wochenendes auf einen alten Frontflügel (Stand Melbourne) ausweichen. Von der Version, die in Malaysia debütierte, gab es nur ein Exemplar pro Fahrer. "Das ist extrem ärgerlich", gestand Nick. "Ich war zu hoch auf dem Kerb und bin nach innen abgebogen."

Heidfeld wieder in der Mauer

Im zweiten Training setzte er noch eins drauf und krachte erneut in die Mauer. Dabei fuhr er direkt den nächsten Frontflügel zu Schrott. In einer Hau-Ruck-Aktion konnte er 25 Minuten vor Trainingsende immerhin nochmal auf die Strecke gehen. Sein Teamkollege Vitaly Petrov landete auf dem neunten Platz. Die Top-Ten komplettiert Mark Webber im Red Bull.

Bei Williams stand die Entwicklungsarbeit im Vordergrund. Das Auto von Rubens Barrichello war im ersten Training vollgestopft mit Sensoren. Der neue Auspuff, der durch den Boden verläuft und dessen Endrohr zwischen Hinterräder und Unterboden zielt, wurde auf Herz und Nieren geprüft. Die größte Sorge der Techniker bestand darin, dass er Teile des Bodens verbrennen oder die Hinterräder weichkochen könnte. "Rubens bekam jede Runde neue Anweisungen, was er zu tun hat, damit die Ingenieure die entsprechenden Daten checken können", erzählte Teammanager Dickie Stanford.

Paul di Resta konnte nur zuschauen

Force India-Rookie Paul di Resta verlor am Nachmittag wertvolle Zeit auf der Strecke. Der Schotte verbrachte er das gesamte Training damit, seinem Team dabei zuzuschauen, wie sie die Probleme mit dem Benzindruck am VJM04 zu beheben versuchten. Am Vormittag hatte zudem Nico Hülkenberg dem Schotten die Sporen gegeben. Obwohl di Resta am Ende der ersten Sitzung noch mit einem frischen Satz Reifen ausrückte, war der Ersatzpilot schneller.

Di Resta klagte über Ärger mit KERS. Hülkenberg wunderte sich: "Obwohl ich nur sporadisch im Auto sitze, fühle ich mich immer wohler im Cockpit." Auch zu den Reifen gab der lange Rheinländer schon eine erste Einschätzung ab: "Hier geht der Reifenverschleiß eher Richtung Malaysia. Schlimm dran sind der linke Vorderreifen und die Hinterreifen. Ich rechne mit mindestens drei Stopps."

Glock mit Problemen

Auch Timo Glock hat Grund sich Sorgen zu machen. Der Virgin-Pilot blieb wie schon am Vormittag hinter seinem Teamkollegen Jerome D'Ambrosio und musste sein Auto wegen Problemen vorzeitig abstellen. Auf Lotus-Pilot Heikki Kovalainen fehlten ihm vier Sekunden.
 
Ein Problem betraf alle Piloten: Wie schon am Vormittag war der Shanghai International Circuit im zweiten Training wieder in Smog eingehüllt, der die Sicht einschränkte.

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