Mark Webbers Aufholjagd

Wie Webber durchs ganze Feld pflügte

Webber Formel 1 GP China 2011 Foto: xpb 66 Bilder

Manche trauten ihren Augen kaum. Mark Webber arbeitete sich in seinem Red Bull beim GP China von Platz 18 auf den dritten Platz vor. Einige fragten sich: Wie hat er das bloß gemacht? Die Lösung des Rätsels ist einfach.

Mark Webber ist als Kämpfer bekannt. In seiner Karriere hat er nie etwas geschenkt bekommen. Nach dem verkorksten Saisonauftakt in Melbourne und dem schwierigen Wochenende in Malaysia passte Platz 18 im Qualifying ins Bild. Den Podiumsplatz bekam er nicht gerade auf dem Silbertablett serviert.

Webber als einziger mit harten Reifen

Als einziger startete der Red Bull-Pilot mit der harten Variante der Pirelli-Pneus ins Rennen. "Wir haben uns dafür entschieden, weil wir wussten, dass wir ein bisschen Verkehr haben würden", erklärt Webber die Taktik. "Das hat sich ausgezahlt."
 
Etwas ungewohnt war das Experiment dann aber doch. In der ersten Kurve kam Webber weit raus und haderte mit den Reifen. "Ich dachte mir nur: Oh Gott, dieser Tag wird schwierig", erzählt der 34-Jährige. In den ersten Runden schlug er sich mit der Konkurrenz im Mittelfeld herum. Dass dabei alle den beweglichen Heckflügel im Kampf als Joker ausspielten, machte das Überholen nicht leichter. "Wenn du nach 15 Runden auf deine Boxentafel immer noch P17 siehst, oder welcher Platz auch immer es war, dann denkst du: Wie kann das sein?"

Reifen als Schlüssel zum Erfolg

Der Schlüssel zum Erfolg im Rennen waren seine Reifen. Weil er es nicht über Q1 hinaus schaffte, hatte er noch drei frische weiche Reifensätze in der Hinterhand. "Vielleicht ist es die beste Lösung, sich das Qualifying einfach gleich zu sparen", scherzt Webber. Der Vorteil der weichen Reifen kam ihm vor allem im Finale des Rennens zu Gute, als alle auf den harten Gummis herum krebsten.

Wie ein Schnellzug düste er in den letzten 15 Runden durchs Feld. Dabei drehte er in Umlauf 42 die schnellste Rennrunde mit 1:38,993 Minuten. Allein in dieser Runde machte er drei Sekunden auf Hamilton gut und zwei Sekunden auf Vettel. In der vorletzten Runde kassierte er sogar noch Jenson Button und schaffte es aufs Podium.
 
Das Glück dabei von gelben Flaggen oder Ausfällen zu profitieren, hatte Webber nicht. Er musste sich jeden Platz selbst erarbeiten. "Augen zu und durch - das habe ich heute gemacht."

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