GP Deutschland 1978 am Hockenheimring

"Der verkaufte Grand Prix"

1978 Hockenheim Foto: xpb 88 Bilder

1978 wird die 40. Ausgabe des GP Deutschland in Hockenheim ausgetragen. Vor dem Rennen sorgt ein Streit der Veranstalter mit Bernie Ecclestone für negative Schlagzeilen. Das Rennen selbst wird zur Lotus-Show.

Pole: Mario Andretti (Lotus-Cosworth)    1.51,90 min

1. Mario Andretti (Lotus-Cosworth)    1:28.00,90 h
2. Jody Scheckter (Wolf-Cosworth)    + 15,10 s
3. Jacques Laffite (Ligier-Matra)    + 28,00 s

Vor dem 40. GP Deutschland im Jahr 1978 donnern die Schlagzeilen: "Der verkaufte Grand Prix". Weil den Veranstaltern vom Hockenheimring ein Reinfall droht, verkaufen sie sich an Bernie Ecclestones Teamvereinigung FOCA. Ecclestone trägt das Risiko, aber er kassiert auch, wenn das Haus voll wird.

Eine Presse-Kampagne gegen Ecclestones Raubrittermethoden zeigt Wirkung. Die Medien schimpfen, weil Bernie die Preise drastisch erhöht hat und sogar auf der Pressetribüne abkassieren will. Die Zuschauerzahlen bleiben deshalb unterhalb der 100.000er Grenze.

Hockenheim-Rennen 1978 wird zur Lotus-Show

Das Rennen in Hockenheim wird zur erwarteten Lotus-Show. Mario Andretti entreißt seinem Teamkollegen Ronnie Peterson in letzter Minute die Pole Position. Der Schwede donnert bei seinem letzten Versuch in die Boxenmauer, weil die Felge bricht. Peterson geht nach einem Verbremser von Andretti in der ersten Schikane in Führung, muss aber schon nach drei Runden seinem Teamkapitän den Vortritt lassen.

Die Überlegenheit des Lotus 79 schläfert die Zuschauer bei sengender Hitze ein. Aufregung gibt es erst wieder, als Peterson seinen schwarzen Lotus in Runde 37 mit einem defekten Getriebe abstellt. Jody Scheckter im Wolf und Jacques Laffite im Ligier-Matra rücken vor.

Andretti gewinnt, deutsche Piloten im Pech

Nach 45 Runden schleudert Lotus-Chef Colin Chapman seinem Sieger Andretti die schwarze Cordmütze entgegen. Es ist der fünfte Sieg des Amerikaners im elften Rennen.

Drei der vier deutschen Teilnehmer sehen die Zielflagge nicht. Rolf Stommelen wird schon beim Start von Patrick Depailler gerammt. Hans-Joachim Stuck und Jochen Mass kommen nur eine Runde weit. Am ATS von Mass bricht die Vorderradaufhängung, und Stuck im Shadow kann nicht mehr ausweichen. Harald Ertl wird in einem privat eingesetzten Ensign trotz Motorschadens vier Runden vor Schluss Elfter.

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