GP Deutschland 2000 am Hockenheimring

Barrichello-Tränen nach Premierensieg

2000 Hockenheim Foto: xpb 88 Bilder

Vom letzten Platz aus fährt Rubens Barrichello im Jahr 2000 in Hockenheim zu seinem ersten Grand Prix-Sieg. Auf dem Podium lässt der Brasilianer den Emotionen freien Lauf. In einem chaotischen Rennen blieb für McLaren nur die Plätze zwei und drei.

Pole: David Coulthard (McLaren-Mercedes)    1.45,697 min

1. Rubens Barrichello (Ferrari)    1:25.34,418 h
2. Mika Häkkinen (McLaren-Mercedes)    + 7,452 s
3. David Coulthard (McLaren-Mercedes)    + 21,168 s

Die Story vom GP Deutschland 2000 in Hockenheim kann man nicht erfinden. Rubens Barrichello geht als 18. ins Rennen und kommt als Erster ins Ziel. Er braucht dazu launisches Wetter und einen Zuschauer, der auf der Waldgeraden über die Strecke läuft.

Schumacher-Aus nach wenigen Metern

Für Teamkollege Michael Schumacher endet der GP Deutschland wie der GP Österreich 14 Tage zuvor. Der Ferrari-Star kollidiert beim Start mit dem Benetton von Giancarlo Fisichella. Schuld ist David Coulthard, der die beiden mit einem abrupten Spurwechsel zu einem Ausweichmanöver zwingt. Pikant an der Geschichte ist, dass der Schotte tags zuvor bei der Fahrerbesprechung Schumacher für seine unfaire Fahrweise gerügt hatte.

Zunächst verläuft alles nach Plan. Vorne hauen die beiden McLaren-Mercedes ab. Weiter hinten veranstaltet Barrichello im verbleibenden Ferrari ein Feuerwerk. Der Brasilianer überholt einen nach dem anderen und geht als Dritter im 17. Umlauf zu seinem Tankstopp an die Box.

Fußgänger protestiert auf der Strecke von Hockenheim

Dann passiert etwas, das aussieht wie eine Szene aus einem schlechten Film. Ein Zuschauer in einem Regenumhang mit einem Protestplakat läuft auf der ersten Waldgeraden, wo die Autos bis zu 360 km/h erreichen, über die Piste. Sofort schwärmt das Safety-Car aus. Der Mann, ein entlassener Mercedes-Mitarbeiter, wird verhaftet.

Alle laufen die Boxen an, und als wieder freie Fahrt herrscht, hängt Barrichello in Häkkinens Windschatten, und Coulthard ist nur noch Vierter. Kurz nach dem Re-Start zerlegt Jean Alesi nach einer Kollision mit Pedro Diniz seinen Prost-Peugeot in einem Highspeed-Unfall. Wieder Neutralisation. In dieser Phase drängelt sich plötzlich der von der Box kommende Jordan von Jarno Trulli zwischen das Führungsduo. Trulli wird für unerlaubtes Überholen mit einer Stop-and-go-Strafe bestraft.

Regen sorgt für weiteres Chaos

Ab Runde 32 beginnt es zu regnen, jedoch nur auf Teilen der Strecke. Im Wald ist es trocken, im Motodrom nass. Häkkinen, Coulthard und acht weitere Fahrer rüsten auf Regenreifen um. Barrichello, der seinen Ferrari mehr Richtung Regen abgestimmt hat, harrt auf Trockenreifen aus und erbt die Führung.

Es beginnt ein unheimliches Pingpong-Spiel. Die Zeit, die der Brasilianer auf den trockenen Passagen gutmacht, verliert er im Motodrom. Ferngesteuert von Ross Brawn zaubert er seinen Ferrari in den nassen Streckenteilen um den Kurs. Der Renngott ist an diesem Tag Brasilianer. Barrichello gewinnt im 123. Anlauf seinen ersten Grand Prix und heult auf dem Siegerpodest wie ein Schlosshund.

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