Positive und negative Überraschungen

Sauber in Q3, Renault enttäuscht

Charles Leclerc - Sauber - GP England - Silverstone - Samstag - 7.7.2018 Foto: sutton-images.com 47 Bilder

Carlos Sainz scheiterte im ersten Durchgang, Nico Hülkenberg im zweiten. Renault verliert in Silverstone in den Kurven und auf den Geraden. Dagegen trumpften Sauber und Charles Leclerc auf. Der C37 wird immer besser und profitiert von regelmäßiges Updates und vom Ferrari-Motor.

Renault entwickelt sich zurück. Auf die Enttäuschung von Österreich folgte in Silverstone der nächste Nackenschlag. Carlos Sainz schied bereits in den ersten 18 Minuten aus. „Keine Überraschung. Ich war in keinem Training unter den besten zehn. Deshalb stellte ich mich auf eine schwierige Qualifikation ein. Das Auto gibt mir kein Vertrauen. Und zu allem Überfluss hatte ich etwas Verkehr auf meiner Runde. Das reicht im dichten Mittelfeld, um auszuscheiden“, kommentierte der Spanier. Nico Hülkenberg sprach von Überraschung im negativen Sinn. „Wir sind überrascht, dass wir hier so im Hintertreffen sind.“ Auf einer Strecke, auf der Renault im Vorjahr klar vierte Kraft war und mit einem großen Upgrade die Wende in der Saison eingleitet hatte.

Der lange Rheinländer verpasste den Einzug in den letzten Qualifikationsdurchgang. Im Gegensatz zu Charles Leclerc, der seinen Sauber C37 auf den neunten Startplatz stellte. Sauber macht die gegenteilige Entwicklung. Der Schweizer Rennstall wird mit jedem Rennwochenende besser. Obwohl die Piloten vor Silverstone warnten. „Uns fehlt es verglichen mit den anderen im Mittelfeld immer noch an Anpressdruck. Das ist auf dem Papier eine der schwersten Strecken für uns. Deshalb ist uns eine schöne Überraschung gelungen“, freut sich Leclerc.

Sauber weiter mit kleinen Updates

Renault reiste mit einem unveränderten Auto vom Teamquartier in Enstone ins 35 Kilometer entfernte Silverstone. „Unser nächsten Upgrade kommt in Hockenheim“, verrät Hülkenberg. Sauber hingegen verfolgt weiter seine Politik der kleinen Entwicklungsschritte. Diesmal modifizierten die Ingenieure die vorderen Bremsbelüftungen und die Heckflügelendplatten. „Unsere Lernkurve ist steil. Deshalb fallen die Rundenzeiten“, sagt Sauber-Teammanager Beat Zehnder.

„Nach den Ergebnissen von Montreal und Paul Ricard ist es unser Anspruch, ins Q2 zu kommen. Und wenn alles passt, wie heute, können wir auch an Q3 kratzen. Mit Fehlern fällst du in diesem engen Mittelfeld schnell zurück.“ Gesehen an Marcus Ericsson. Der zweite Sauber-Pilot kam nicht über die 15. Position hinaus. Die meiste Zeit verlor der Schwede in Kurve drei. „Da ist er mit zu viel Geschwindigkeit reingefahren. Auf der restlichen Runden waren es Kleinigkeiten“, berichtet Zehnder.

Nico Hülkenberg - Renault - GP England - Silverstone - Samstag - 7.7.2018 Foto: sutton-images.com
In Silverstone wiegt Renaults Motorennachteil schwer.

In Silverstone gilt: Man sollte besser einen Mercedes- oder Ferrari-Motor im Nacken haben. Renault und Honda verlieren auf der Powerstrecke. Auf den Geraden. Aber auch in Kurven die fast voll oder voll gehen. Der Leistungsvorteil spielt Sauber in die Hände. „Wir können mehr Flügel fahren.“ Die Renault-Teams müssen hingegen entweder Anpressdruck opfern, um auf den Geraden einigermaßen mithalten zu können. Oder sie stehen mit großen Flügeln auf den Geraden an.

Die Renault-Piloten geben ein Beispiel. „Den Abschnitt zwischen den Kurven sieben und zehn fahren alle voll. Da geht uns richtig Zeit flöten.“ Renault verzettelte sich auch mit dem Setup. „Wir hatten ein paar richtige Böcke drin“, erklärt Hülkenberg. „Wir mussten viel umbauen und konnten deswegen gewisse Sachen gar nicht probieren.“

Für das Rennen peilt der Le Mans-Sieger von 2015 Punkte an. Ein Vorteil könnte die freie Auswahl des Reifensatzes für den Start sein. „Das gibt uns eine gewisse Flexibilität. Unsere Gegner heißen HaasF1, Sauber und Force India. Die Longruns am Freitag waren gut“, sagt Hülkenberg. Doch auch Sauber fürchtet sich nicht vor dem Grand Prix. Das Selbstbewusstsein ist in den letzten Wochen gewachsen. „Mein Team hat mir heute ein Auto hingestellt, in dem die Balance zu 100 Prozent passte. Unsere Rennpace sah schon gestern gut aus. Ich sehe keinen Grund, warum wir unsere Position nicht halten sollten. Zumal Überholen hier schwierig ist“, sagt Leclerc. Der Monegasse will Sauber zum vierten Mal in Serie mit Punkten beschenken.

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