GP England

Hamilton auf Heimat-Pole

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In allerletzter Sekunde bescherte Lewis Hamilton den Fans auf den proppenvollen Tribünen sein Geschenk: Der 22-Jährige im McLaren-Mercedes holte sich am Samstag (7.7.) die Trainingsbestzeit vor Kimi Räikkönen im Ferrari, der trotz eines Ausrutschers in der Zielkurve Platz zwei rettete.

Für Hamilton ist es beim neunten Formel 1-Rennen die dritte Pole-Position. Das Volk auf den Tribünen tobte, applaudierte frenetisch und feierte den Landsmann gebührend. Viele im Fahrerlager waren überrascht, dass Hamilton die Trainingsbestzeit gelang. Denn bei allen Freien Trainings war der Youngster hinterhergezuckelt. Schlüssel zum Erfolg war der erste, extrem schnelle Streckenteil. Hier verbesserte sich Hamilton in Q3 entscheidend.

„Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich da wirklich ans Limit getraut habe.“ Sein größtes Problem: „Ich bin heiser und kann fast nicht mehr sprechen.“ Artig dankte er seinen Fans: „Die Zuschauer haben mich beflügelt und mir eine Menge Energie gegeben. Ich fühle mich ganz entspannt. Die Fans geben mir Selbstvertrauen. Das ist echt phantastisch. Ich freue mich, wenn ich die Leute glücklich machen kann.“

Räikkönen unzufrieden

Der Zweitplatzierte Kimi Räikkönen zeigte sich trotz Platz zwei enttäuscht: „So ist das halt wenn man einen Fehler macht.“ Der Finne hofft nun auf einen guten Start: „Dann ist vieles möglich im Rennen. Ich stehe auf der richtigen Seite der Piste.“

Weltmeister Fernando Alonso mußte sich mit Startplatz drei begnügen. Dabei hatte der Spanier schon in Q1, dem ersten Abschnitt des Trainings mit der Faust ordentlich auf den Tisch gehaut: Der zuletzt so frustrierte Weltmeister knallte mit 1.19,3 Minuten eine Fabelzeit auf die Bahn. Damit war er eine halbe Sekunde schneller als die besten Verfolger. Beeindruckend war diese Leistung, aber nicht unbedingt sinnvoll. Denn in Q1 kommt es lediglich darauf an, sich unter den ersten 16 zu platzieren und sich so für die nächste Runde zu qualifizieren.

„Ich bin mit dem Auto ziemlich zufrieden“, brummte Weltmeister Alonso. Seine Leichenbitter-Miene sprach aber Bände. Der Weltmeister ist tief enttäuscht. Er flüchtete sich in Allgemeinplätze: „Ich wäre aber lieber auf Pole-Position gewesen. Für das Rennen schaut es gut aus. Hoffentlich mache ich am Start gleich ein paar Plätze gut.“ Höflich machte er den McLaren-Ingenieuren noch Komplimente: „Im Vergleich zu gestern ist das Auto viel besser. Das Übersteuern ist wie weggeblasen.“

Toyota im Aufwärtstrend

Ralf Schumacher kämpft um einen neuen Vertrag bei Toyota. Und dies scheint sich sehr positiv auf seinen Einsatz bei der Arbeit auszuwirken. Man glaubte seinen Augen kaum zu trauen, als der 32-Jährige in Q2 Füntschnellster war. Doch auch im letzten und entscheidenden Drittel des Trainings konnte sich Schumacher gut behaupten: Er holte Startplatz sechs, sein mit Abstand bestes Trainingsergebnis des Jahres. Im Trainingsduell gegen Jarno Trulli verkürzte Ralf auf 1:8.

Nick Heidfeld musste sich zum zweiten Mal in Folge seinem BMW-Teamkollegen Robert Kubica geschlagen geben. Der Deutsche kam auf Platz neun; der Pole geht als Fünfter ins Rennen.

Rosberg von Williams-Technik ausgebremst

Pech hatte Nico Rosberg. Bei allen Freien Trainings war der Deutsche vorne mit dabei. Aber ausgerechnet, als es um die Wurst ging, wurde Rosberg erneut von der Technik des notorisch unzuverlässigen Williams-Toyota genarrt: Auf der Geraden verlor er rund 20 Km/h in der Endgeschwindigkeit. Der Grund: Vermutlich ein Motoren oder Getriebeproblem. Mehr als Platz 17 war deshalb nicht drin. Zum ersten Mal in diesem konnte damit Alex Wurz das Trainingsduell für sich entscheiden.

Dass Spyker-Fahrer Adrian Sutil schon im ersten Abschnitt des Training auf der Strecke blieb, kam natürlich nicht überraschend: Schließlich sitzt der Deutsche bedauerlicherweise im schlechtesten Auto des Felds. Trost für Sutil: Erneut zeigte er seinem Teamkollegen Christijan Albers den Heckflügel. Um stolze 1,1 Sekunden war Sutil schneller als der Holländer. Im Trainingsduell erhöhte er auf 7:2. Und langsam werden wohl auch die teaminternen Fürsprecher von Albers weniger.

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