GP Europa

Sechster Sieg für Schumi

Foto: dpa 37 Bilder

Michael Schumacher holte sich am Nürburgring den sechsten Sieg in bisher sieben Läufen. Teamkollege Rubens Barrichello komplettierte als Zweiter den Ferrari-Doppelerfolg.

Michael Schumacher hat den Großen Preis von Europa wie erwartet dominiert. Es war Schumachers 76. Grand Prix -Sieg in seinem 201. Formel 1-Rennen, der fünfte für ihn am Nürburgring; sein sechster im siebten Rennen in dieser Saison. Schumacher übernahm beim Start von der Pole Position aus die Spitze, die ihm auch Schnellstarter Jarno Trulli im Renault nicht streitig machen konnte.

Schumacher, der nur mit 32,4 Litern Sprit im Tank losfuhr, flog dem Feld förmlich davon. Seine Rundenzeiten lagen über zwei Sekunden unter denen seiner nächsten Verfolger. Mit 2,4 Sekunden Vorsprung vor dem überraschenden Kimi Räikkönen aus der ersten Runde zurückgekehrt, führte der Ferrari-Pilot mit 6,3 Sekunden nach der dritten Runde; 8,9 Sekunden nach der vierten und 17,0 Sekunden nach der siebten Runde. Diesen Vorsprung hielt Schumacher bis zum Schluss. Sechs Runden vor Rennende befahl Technik-Chef Ross Brawn, das Tempo zu drosseln. "Es war nicht so einfach wie es ausgesehen hat. Wir haben davon profitiert, dass Kimi Räikkönen nach dem Start die anderen aufgehalten hat", sagte der Sieger.

Sato vom Hero zu zero

Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello sorgte mit seiner Zweistoppstrategie wie erwartet für den gleichen Zieleinlauf wie in Barcelona. Barrichellos Rückstand im Ziel lag bei 17,9 Sekunden. Nur 4,5 Sekunden hinter dem Brasilianer eroberte Jenson Button nach einem für ihn durchwachsenen Wochenende den dritten Platz und rettete damit die Ehre des BAR-Teams.

Lange Zeit hatte die Mannschaft von Teamchef David Richards eine Chance auf Rang zwei. Nach dem dritten Boxenstopp von Takuma Sato in der 44. Runde kam der Japaner hinter Barrichello aus der Boxengasse auf die Strecke zurück. In der folgenden Runde ritt Sato eine sehenswerte Attacke auf den Brasilianer, als er sich in der ersten Haarnadelkurve innen an Barrichello vorbeiquetschte.

Das Manöver glückte leider nur halb: Sato war zwar vorbei, beschädigte sich dabei allerdings den Frontflügel. Nur zwei Runden nach dem Wechsel der Nase war dann endgültig Feierabend für Sato: Ähnlich dramatisch wie in Monaco explodierte sein Honda-Triebwerk, als Sato gerade auf die Start- und Zielgerade einbog.

Motorschäden bei beiden McLaren-Mercedes

Honda war nicht der einzige Leidtragende eines solch monumentalen Motorplatzers. Beide McLaren-Mercedes schieden ebenso spektakulär aus dem Rennen aus. Kimi Räikkönen kurz nach seinem ersten Stopp, nachdem er in der Anfangsphase überraschend den zweiten Platz gehalten hatte. David Coulthard in der 27. Runde, nachdem er mit vollem Tank bereits unter die ersten Sechs gefahren war. Die Techniker wittern in defekten Kolben die Schadensursache.

Nur einen Punkt gab es für Williams-BMW durch Juan Pablo Montoya zu verbuchen. Der Kolumbianer verbremste sich bereits in der ersten Kurve und traf dabei seinen Teamkollegen Ralf Schumacher. Verhaltener Jubel nur auch bei Renault: Man hatte sich mehr als die Plätze vier (Trulli) und fünf (Alonso) vorgestellt.

Große Freude hingegen bei Sauber und Jaguar für die Punkteränge sechs und sieben von Giancarlo Fisichella (nur von Platz 19 aus ins Rennen gestartet) und Mark Webber. Unbelohnt blieb der große Einsatz von Nick Heidfeld, der im Jordan-Ford zeitweilig auf Platz sieben lag, im Ziel aber nur Zehnter wurde.



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