Kimi Räikkönen - GP Frankreich 2018 sutton-images.com
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
Charles Leclerc - Sauber - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
Marcus Ercisson - Sauber - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018 70 Bilder

Trainingsanalyse GP Frankreich 2018

Ferrari mit Fragezeichen

Mercedes machte am ersten Trainingstag von Paul Ricard die beste Figur. Bei Ferrari und Red Bull gibt es noch Fragezeichen. Die Startposition könnte schon eine Vorentscheidung bringen. Die Fahrer fürchten, dass es kaum Überholmanöver geben wird.

Lewis Hamilton führte die Zeitenliste in beiden Trainingssitzungen an. So, als wollte der Weltmeister seine zuletzt etwas schwankende Form vergessen machen. An zweiter Stelle hinter den Silberpfeilen landeten in beiden Trainingssitzungen die Red Bull. Obwohl die Fahrer mit der Balance ihrer Autos nicht zufrieden waren. Sebastian Vettel ordnete seine beiden fünften Plätze so ein: „Das Auto ist schnell. In Kombination mit mir hat es noch gehakt. Die Strecke ist nicht so einfach. Ich suche noch nach den besten Linien.“

Trotz des Rückstands von einer Sekunde in der schnellsten Runde, ist der WM-Spitzenreiter zuversichtlich, dass es am Samstag besser laufen wird. „In den Longruns war der Abstand zur Spitze geringer.“ Tatsächlich ergeben die Dauerläufe ein anderes Bild als die schnellsten Runden.

Die Rennsimulationen sind allerdings schwer zu lesen. Ferrari ist ein gutes Beispiel. Sebastian Vettel drehte auf den Ultrasoft-Reifen fünf Runden und kam auf einen Schnitt von 1.36,189 Minuten. Mit Abstand die beste Zeit. Kimi Räikkönens Schnitt auf dem gleichen Reifentyp lag nach 9 Runden bei 1.38,023 Minuten. Fast 2 Sekunden langsamer. Das ist nur mit unterschiedlichen Spritmengen erklärbar.

Auch bei Red Bull gab es diese Diskrepanz. Vermutlich aus den gleichen Gründen. Max Verstappen erreichte mit dem Ultrasoft-Reifen ein Mittel von 1.37,212 Minuten. Daniel Ricciardo war im Schnitt 1,4 Sekunden langsamer. Dabei war Ricciardo am ersten Trainingstag zum GP Frankreich der schnellere Mann im Red Bull-Camp. „Max ist bei der Fahrwerksabstimmung weiter weg vom Optimum als Daniel“, erklärte Teamberater Helmut Marko. Das beste Team im Mittelfeld war wie in Barcelona HaasF1. Was wieder die Frage der Vergleichbarkeit aufwirft. Ähnliches Streckenlayout, wieder die Pirelli-Reifen mit der dünneren Lauffläche.

Sechs Dinge, die Sie wissen müssen...

1) Gilt in Paul Ricard, was wir in Barcelona gesehen haben?

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich - Circuit Paul Ricard - 22. Juni 2018
Red Bull
Verstappen hat das richtige Setup noch nicht gefunden.

Sicher nicht im Maßstab 1:1. Paul Ricard ist mehr Motorenstrecke als Barcelona. Die Reifenmischungen sind weicher. Und die Strecke ist neu. Barcelona kennen alle wie ihre Westentasche. Nicht alle Piloten fanden sich gleich schnell mit dem Kurs von Le Castellet zurecht. Selbst WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel stand am ersten Tag noch auf Kriegsfuß mit der 5,842 Kilometer langen Strecke. Der Ferrari-Pilot experimentierte noch eifrig mit der Linienwahl.

Lewis Hamilton kam auf Anhieb gut mit der Strecke zurecht: „Man kann hier viele verschiedene Linien fahren und es ist schwierig, Referenzpunkte an der Strecke zu finden. Abgesehen von den bunten Linien ist es schwer zu sagen, wo man sich gerade befindet. Es gibt einige Stellen, zum Beispiel auf der Gegengerade, an denen man die Kurve richtiggehend suchen muss – sie ist richtig schwer zu erkennen.“ Ein gewisser Trend lässt sich trotzdem aus dem Kräfteverhältnis von Barcelona ableiten. Mercedes war stark in Spanien und ist es jetzt auch in Paul Ricard. Das gleiche gilt für HaasF1.

2) Ist der neue Mercedes-Motor ein Joker?

In dem engen Titelrennen kann jede Modifikation zum Guten ein Joker sein. Mercedes hat nun bestätigt, dass alle 6 Autos mit der Motorspezifikation 2.1 ausgerüstet sind. Sie soll sogar noch etwas besser sein als das, was man ursprünglich schon in Montreal an den Start bringen wollte. Man erzählt sich, dass der Motor für ein Zehntel gut sein soll.

„Wie gut er genau ist, werden wir erst in der Qualifikation sehen, wenn alle die Power hochdrehen. Stehen wir vor Ferrari war es gut, wenn nicht, müssen wir uns was einfallen lassen“, brachte es Außenminister Niki Lauda auf den Punkt. Mercedes hat nach den beiden Trainingssitzungen entschieden, die neuen Motoren im Auto zu lassen.

Man ließ sich noch eine Hintertür offen für den Fall, dass auf dem Prüfstand in Brixworth etwas passiert. „Dann wäre der alte Motor zu seinem achten Renneinsatz gekommen“, erzählt Teamchef Toto Wolff. Das haben die betagten Triebwerke noch drin. Sie sind 5.604 und 5.428 Kilometer gelaufen. Wolff: „Unsere Motoren sind auf 7.500 Kilometer ausgelegt.“ Das Upgrade nähert sich auf dem Prüfstand der internen Vorgabe. Es soll schon 5.700 Kilometer ohne Probleme abgespult haben.

3) Ferrari oder Red Bull: Wer ist stärker?

Max Verstappen - GP Frankreich 2018
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Noch ist das Duell Ferrari vs. Red Bull schwer zu lesen.

Im Moment Red Bull. Doch Christian Horner warnt: „Warten wir ab, wenn Mercedes und Ferrari ihren Power-Modus fahren. Unser Ziel ist die zweite Startreihe. Überholen ist wahrscheinlich unmöglich.“ Helmut Marko rekapitulierte den ersten Tag mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Die Fahrer sind mit dem Setup nicht zufrieden, besonders auf den Ultrasoft-Reifen. Da holen wir noch nicht die Zeit raus, die uns der Reifen eigentlich geben sollte. Wir müssen jetzt schauen, warum wir 6 Zehntel allein im letzten Sektor verlieren. Trotz der Probleme sind wir näher an Mercedes dran als in Barcelona.“

Bei den Longruns sieht das Bild deutlich freundlicher aus als auf eine Runde. Besonders auf den härteren Mischungen. Auf dem Supersoft-Reifen fehlten Daniel Ricciardo nur 2 Zehntel auf Hamilton. „Der beste Reifen für uns ist der Soft. Den sind wir am Vormittag gefahren. Zum Glück haben wir ausreichend Reifensätze davon bestellt“, so Marko. Je drei Garnituren für beide Fahrer.

Ausgerechnet mit diesem Reifentyp hat Mercedes diesmal geknausert. Hamilton hat nur einen Satz Soft und muss sich den bis zum Rennen aufheben. Bottas hat zwei Sätze und wollte im zweiten Training gerade einen Longrun mit Soft abspulen, als das Problem mit dem Wasserleck auftrat. Ferrari hat sich exakt für die gleiche Reifenverteilung wie Mercedes entschieden. Vettel wie Hamilton, Räikkönen wie Bottas. Auch Ferrari war noch auf der Suche nach der Balance. Die Fahrer probierten einen alten und einen neuen Frontflügel aus.

4) Hat HaasF1 das Mittelfeld im Griff?

Das ist eine ganz enge Kiste zwischen Platz 4 und Platz 9. Nur Williams fällt wieder mal ab. Den besten Eindruck hinterlassen die HaasF1-Piloten. Auf eine Runde und im Dauerlauf. Auf den Ultrasoft-Reifen mogelte sich Romain Grosjean mit einem Schnitt von 1.38,600 Minuten auf 6 Runden sogar unter die Top-Teams. Das gleiche glückte Kevin Magnussen auf den Supersoft-Gummis. „Zurück zu normal“, atmete Teamchef Guenther Steiner auf. „Jetzt müssen wir es nur noch am Samstag und Sonntag umsetzen.“

Um den Platz hinter HaasF1 streiten sich im Moment Toro Rosso und Renault. Pierre Gasly machte einen starken Eindruck. „Ein Punktekandidat“, urteilte Marko. Gasly freute sich: „Wir haben eine gute Balance gefunden. Das war nicht einfach bei dem starken Wind, der draußen auf der Strecke geblasen hat.“

Renault muss sich beim Heimspiel noch steigern. So wie die Force India. „Wir haben noch Probleme mit Unter- und Übersteuern“, erklärte Sportdirektor Otmar Szafnauer. Auch auf Sauber sollte man ein Auge werfen. Charles Leclerc landete auf Platz 13. Die Modifikationen an Unterboden, Leitblechen und Bremsbelüftungen haben angeschlagen. Der Sauber kann jetzt auch mittelschnelle und schnelle Kurven.

5) Was war bei Bottas, Verstappen und Vettel los?

Sebastian Vettel verlor im Vormittagstraining 32 Minuten. Ferrari musste die Lenkung reparieren. Max Verstappen stand am Vormittag 44 Runden in der Garage. Ein Teil vom Radträger war abgebrochen und hatte die Felge beschädigt. Für Valtteri Bottas war das Nachmittagstraining 25 Minuten vor dem Ende gelaufen. Ein Leck im Wasserkühler, der im rechten Seitenkasten sitzt, konnte nicht mehr rechtzeitig geflickt werden. Allen drei Fahrern ging wertvolle Übungszeit auf der neuen Strecke verloren.

6) Warum löste sich bei Perez ein Rad?

Sergio Perez - GP Frankreich 2018
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Für das lose Rad setzte es keine Strafe für Force India.

Sergio Perez bog gerade in die Mistral-Gerade ein, als er das linke Hinterrad verlor. Einer der Rückhaltebolzen in der Radnabe war nicht richtig eingerastet. Durch die Bewegungen des Rades scherte er schließlich ganz ab. Die FIA diskutierte über eine Strafe, verzichtete dann aber: „Spuren an der Innenseite der Rads deuten darauf hin, dass sich ein Fremdkörper zwischen die Radmutter und die Achse geschoben hat. Das führte wahrscheinlich zur fehlerhaften Anzeige auf dem Radschrauber. Der Mechaniker konnte nicht erkennen, dass das Rad nicht richtig saß“, erklärten die Regelhüter in Ihrer Begründung dafür, dass Force India straffrei ausging.

Bei Force India nahm man das Urteil wohlwollend an. „Eine Strafe wäre auch ungerecht gewesen“, meint Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer. „Wir haben sofort das andere Auto gestoppt, das Problem in Augenschein genommen und erkannt. Erst dann sind wir wieder rausgefahren.“

In der Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Bilder des Tages.

Longrun-Analyse GP Frankreich 2018

Fahrer Ø längster Longrun Runden Reifen
1. Vettel 1.36,189 5 ultrasoft
2. Verstappen 1.37,242 5 ultrasoft
3. Hamilton 1.37,940 7 ultrasoft
4. Räikkönen 1.38,023 9 ultrasoft
5. Grosjean 1.38,600 6 ultrasoft
6. Ricciardo 1.38,657 9 ultrasoft
7. Magnussen 1.38,910 13 ultrasoft
8. Sainz 1.38,927 13 ultrasoft
9. Gasly 1.39,033 9 ultrasoft
10. Hülkenberg 1.39,144 10 ultrasoft
11. Ocon 1.39,154 7 ultrasoft
12. Vandoorne 1.39,275 9  
13. Hartley 1.39,376 13 supersoft
14. Leclerc 1.39,612 6 supersoft
15. Sirotkin 1.40,032 7 supersoft
16. Stroll 1.40,163 16 supersoft
1. Hamilton 1.37,277 5 soft
2. Sainz 1.37,318 5 soft
3. Ricciardo 1.37,485 12 soft
4. Magnussen 1.37,579 6 soft
5. Vettel 1.37,752 17  
6. Gasly 1.37,970 13 supersoft
7. Verstappen 1.38,077 7 supersoft
8. Sirotkin 1.39,627 7 supersoft
1. Hülkenberg 1.37,638 11 supersoft
2. Ocon 1.38,030 6 supersoft
3. Gasly 1.38,196 5 supersoft
4. Stroll 1.3932 8+5 supersoft
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