Mercedes - Formel 1 - GP Aserbaidschan 2021 xpb
Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Frankreich 2019
Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Frankreich 2019
Albon vs. Magnussen - Formel 1 - GP Frankreich 2019
Impressionen - Formel 1 - GP Frankreich 2019 36 Bilder

Vorschau GP Frankreich: Stunde der Wahrheit

Vorschau GP Frankreich 2021 Stunde der Wahrheit für Mercedes

Das Duell zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton geht in Le Castellet in die siebte Runde. Nach zwei Red-Bull-Siegen in Folge muss Mercedes zeigen, dass man nicht komplett aus der Erfolgsspur geraten ist. Wir haben die letzten Infos zum GP Frankreich in der Vorschau.

Nach den Rennen in Monaco und Aserbaidschan ist das Thema Stadtkurse in der Formel 1 nun erst einmal abgehakt. Mit dem Ciruit Paul Ricard steht am Wochenende endlich wieder eine permanente Rennstrecke auf dem Programm. Im Vorjahr musste der F1-Zirkus die Reise nach Südfrankreich noch unfreiwillig auslassen. Die Corona-Restriktionen ließen ein Rennen auf dem Traditionskurs nicht zu.

Das Chaos in den letzten Runden von Baku dürfte bei vielen F1-Fans den Appetit auf noch mehr Action angeregt haben. Wir können aber leider nicht versprechen, dass es in Le Castellet genauso spektakulär weitergeht. Die letzten beiden Frankreich-Gastspiele nach dem Paul-Ricard-Comeback in den Jahren 2018 und 2019 sind nicht gerade durch übermäßige Spannung und viele Überholmanöver in Erinnerung geblieben. Zwei Mal gewann Lewis Hamilton souverän von Pole Position.

Ein ähnliches Ende erhofft sich der Weltmeister natürlich auch bei seinem dritten Start auf der 5,842 Kilometer langen Piste. Zuletzt lief es mit nur sieben Punkten in zwei Rennen gar nicht nach Plan. Die engen Kurven von Monaco und Baku schmeckten dem schwarz-lackierten Silberpfeil einfach nicht. Dazu kam noch ein Problem mit dem Aufwärmen der Reifen. Red Bull übernahm mit zwei Siegen das Kommando im Konstrukteurspokal.

Das Aufwärmen der Reifen dürfte in Le Castellet kein Problem sein, was nicht nur an den vielen schnellen und mittelschnellen Kurven liegt. Die Meteorologen sagen eine heiße Rennwoche mit Temperaturen bis über der 30°C-Marke voraus. Damit könnte das Pendel wieder zu Gunsten des reifenschonenden Mercedes schwingen. Für Sonntag warnen die Wetterfrösche aber auch vor Regenschauern, was dann wohl doch wieder für ordentlich Action sorgen würde.

Die Strecke – Circuit Paul Ricard

Der Bau der 5,842 Kilometer langen Rennstrecke vor den Toren von Le Castellet wurde 1969 vom Spirituosen-Hersteller Paul Ricard finanziert. Seitdem trägt der Kurs den Namen des alkoholischen Getränks. Über die Jahre bauten die Verantwortlichen das Asphaltband immer wieder um und ermöglichten verschiedene Layout-Varianten.

Seit dem Abschied der Formel 1 im Jahr 1990 machte sich der Circuit Paul Ricard vor allem als Austragungsort von Motorrad-Rennen und als Teststrecke für Langstrecken-Autos einen Namen. Auch die Formel 1 kam zwischenzeitlich zum Test von Regenreifen zurück. Dank künstlicher Bewässerung lassen sich konstant feuchte Bedingungen erzeugen.

Das markanteste Feature des Kurses ist die 1,8 Kilometer lange Mistral-Gerade. Für die Formel 1 wurde die Vollgaspassage allerdings durch eine Schikane in zwei Hälften geteilt. Beim Comeback-Rennen 2018 gab es wider Erwarten etwas Überhol-Action, weil der Wind auf der Geraden von vorne blies und damit den DRS-Effekt verstärkte.

In den 15 Kurven ist für jeden Geschmack etwas dabei. Im ersten Sektor wartet ein sehr langsamer, technischer Abschnitt auf die Piloten. Mit Turn 10 und Turn 13 sind weiter hinten aber auch zwei Vollgas-Kurven dabei. Die höchsten Fliehkräfte warten in Kurve 11 auf die Piloten.

Die rennfreie Zeit im Vorjahr haben die Veranstalter genutzt, um 70 Prozent der Strecke neu zu asphaltieren. Der neue Belag soll nicht ganz so aggressiv zu den Reifen sein. Außerdem wurden Bodenwellen glattgebügelt und die Neigung einiger Kurven verändert, was für mehr Action sorgen soll. Man darf gespannt sein, ob der Plan funktioniert.

Pirelli Infografik - GP Frankreich 2021
Pirelli
Pirelli bringt die mittleren Reifenmischungen C2, C3 und C4 nach Frankreich.

Das Setup:

Die Schikane in der langen Gerade erleichtert den Ingenieuren die Wahl der Flügel. Die hohe Anzahl der Kurven fordert überdurchschnittlich viel Abtrieb. Da die Kerbs flach und der in vielen Stellen neu asphaltierte Untergrund eben ist, kann das Fahrwerk relativ weit runtergeschraubt werden. Die Dämpfer sollten aber nicht ganz auf die härteste Stufe gestellt werden. Aus den engen Kurven heraus ist Traktion gefragt.

Die Balance ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Die schnellen Richtungswechsel verlangen nach einem gutmütigen Auto. Bei den zu erwartenden Temperaturen von 30°C dürfte auch die Kühlung auf dem Zettel der Ingenieure ganz oben stehen. Der GP Frankreich ist das erste echte Hitzerennen in diesem Jahr. Da sind technische Probleme an den eng verkleideten Autos nicht ausgeschlossen.

Die Frage lautet, ob auch der Reifenverschleiß ein entscheidender Faktor wird. Es ist zu befürchten, dass die Kombination aus neuem Asphalt und relativ harten Mischungen C2, C3 und C4 am Ende doch wieder zu einem Einstopp-Rennen führt. Nach den Reifenplatzern von Baku ist zudem zu erwarten, dass Pirelli sicherheitshalber bei den Luftdrücken noch einmal nach oben geht. Das lässt die Temperaturen im Gummi sinken.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 5,842 km
  • Rennrunden: 53
  • Renndistanz: 309,66 km
  • Anzahl Kurven: 15 (6l, 9r)
  • Distanz von Pole zu T1: 412,9 Meter
  • Länge Boxengasse: 415,5 Meter
  • Durchfahrtzeit: 20,5 Sekunden
  • DRS-Zonen: 2 – T7/T8 und T15/T1
  • Top-Speed: 341 km/h
  • Reifen: C2, C3, C4
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent (1/2)
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Freitag - 4.6.2021
xpb
Red Bull wird in Frankreich mit neuen Motoren und wohl auch einem neuen Heckflügel unterwegs sein, der die verschärften FIA-Tests besteht.

Upgrades:

Nach den beiden Stadtkursen in Monaco und Baku können die Ingenieure nun endlich wieder Daten auf einer normalen Rennstrecke sammeln. So ganz sicher sind wir aber nicht, was den Umfang der Upgrade-Pakete angeht. Nach dem ursprünglichen Kalender hätte der GP Frankreich erst eine Woche später steigen sollen. Wir sind gespannt, wer seinen Entwicklungsplan an den neuen Termin anpassen konnte und neue Teile parat hat.

Der erste Blick der Technik-Fans richtet sich am Wochenende auf die Heckflügel. In Le Castellet wendet die FIA erstmals die verschärften Verbiegetests an. Wer hier durchfällt, riskiert eine Disqualifikation. In den letzten Wochen waren viele Ingenieure in den Fabriken damit beschäftigt, die Aufhängungen der Flügel so zu verstärken, dass man innerhalb der Toleranzen bleibt.

Etwas Neues können wir vor allem in Sachen Motoren erwarten. Nachdem Mercedes und Ferrari ihre zweiten Triebwerke schon in Baku ausgepackt haben, will Honda nun zwei Wochen später nachziehen. Performance-Upgrades sind an den Aggregaten bekanntlich nicht erlaubt. Aber mit den zugelassenen Verbesserungen an der Haltbarkeit können die Teams leistungsfähigere Mappings für einen längeren Zeitraum aktivieren, ohne dass das Triebwerk Schaden nimmt.

Lewis Hamilton - Charles Leclerc - GP Aserbaidschan 2021 - Baku - Qualifikation
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Charles Leclerc stand zuletzt zwei Mal auf Pole Position. In Le Castellet sollte Ferrari wieder etwas weiter von der Spitze entfernt sein.

Favoriten:

Max Verstappen reist mit vier Punkten Vorsprung in der Fahrerwertung nach Le Castellet, im Konstrukteurspokal beträgt der Vorsprung von Red Bull sogar schon 26 Zähler. Doch unterschätzen darf man Mercedes bekanntlich nie. Vor dem Stadtkurs-Doppelschlag in Monaco und Baku hatte Weltmeister Hamilton das Rennen in Barcelona dank einer aggressiven Strategie und vor allem dank des besseren Speeds eindrucksvoll gewonnen.

Die Reifen dürften wieder eine besondere Rolle spielen. Ist der Verschleiß hoch, spielt das dem Silberpfeil in die Karten. Noch nicht ganz klar ist hingegen, ob auch die neuen Heckflügel-Tests das Kräfteverhältnis beeinflussen werden. Nach Ansicht der Mercedes-Ingenieure hat das besonders flexible Leitwerk am RB16B durch den verringerten Luftwiderstand auf den Geraden einen Zeitgewinn von mehreren Zehnteln gebracht.

Weil Mercedes in der Vergangenheit nach Niederlagen immer besonders stark zurückkam, würden wir unser Geld auf Hamilton setzen. Hinter den beiden Top-Teams präsentierte sich Ferrari zuletzt klar als dritte Kraft. Vor allem die 90°-Kurven in Monaco und Baku schmeckten dem roten Auto. In Le Castellet weist das Layout weitere Radien auf. Damit sollte McLaren seinen Rückstand auf den Erzrivalen wieder etwas reduzieren können.

Hoffnungen auf WM-Punkte kann sich auch Alpine machen. Beim Heimspiel der französischen Equipe erwarten wir bessere Leistungen als zuletzt. Bei Alpha Tauri und Aston Martin, die es in Baku bis aufs Podium geschafft haben, sind wir dagegen etwas vorsichtiger. Genau wie für Mercedes dürfte der Grand Prix von Frankreich auch für Sebastian Vettel zum Rennen der Wahrheit werden, das uns einen Vorgeschmack auf den restlichen Verlauf der Saison gibt.

Lewis Hamilton - GP Frankreich 2019
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Die letzten beiden Rennen in Le Castellet konnte Lewis Hamilton gewinnen. 2019 konnte niemand den Weltmeister gefährden.

Rückblick auf den GP Frankreich 2019:

Weil das Frankreich-Rennen 2020 Corona-bedingt ausfiel, müssen wir zwei Jahre auf den letzten Auftritt der Königsklasse in Le Castellet zurückblicken. Damals dominierte Lewis Hamilton das Geschehen in der Formel 1 nach Belieben. Auf dem Circuit Paul Ricard feierte der spätere Weltmeister den sechsten Sieg im achten Saisonrennen. Von der Pole Position ließ der Brite nach dem gewonnenen Start nichts anbrennen. Nur ein Problem mit dem Sitz und ein paar Blasen auf den Vorderreifen sorgten zwischenzeitlich für etwas Aufregung im Funkverkehr mit dem Kommandostand.

Doch aufhalten konnte den Briten niemand. Hamilton führte alle Rennrunden an und rollte am Ende ungefährdet mit 18 Sekunden vor Valtteri Bottas im zweiten Mercedes über die Linie. Charles Leclerc konnte den Rückstand auf den Finnen zwar am Ende noch auf unter eine Sekunde verkürzen, zu einem echten Angriff reichte es für den Ferrari-Youngster aber nicht.

Mehr Action bekamen die Fans auf den letzten Metern im Mittelfeld geboten. Daniel Ricciardo passierte erst seinen heutigen Teamkollegen Lando Norris in Kurve 8 neben der Strecke. Beim Zurückkommen auf die Piste drängte er den McLaren auch noch ab. Kurz danach fuhr der damalige Renault-Pilot auch noch außerhalb der Begrenzungslinien an Kimi Räikkönen vorbei. Für den wilden Ritt gab es von den FIA-Kommissaren gleich zwei separate 5-Sekunden-Strafen, die Ricciardo nachträglich vom siebten auf den elften Platz aus den Punkten kickten.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die Bilder des GP Frankreich 2019.

Zeitplan GP Frankreich 2021

Session Datum (MEZ)
Freies Training 1 Fr. 18. Juni - 11.30 Uhr
Freies Training 2 Fr. 18. Juni - 15.00 Uhr
Freies Training 3 Sa. 19. Juni - 12.00 Uhr
Qualifikation Sa. 19. Juni - 15.00 Uhr
Rennen So. 20. Juni - 15.00 Uhr
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