GP Italien 2011 - Qualifikation

Vettel überlegen auf Pole Position

Formula 1 Grand Prix, Italy, Friday Practice Foto: xpb 61 Bilder

Sebastian Vettel hat die Konkurrenz im Monza-Qualifying deklassiert. Viereinhalb Zehntel hinter dem Weltmeister stehen die beiden McLaren auf den Plätzen zwei und drei. Ferrari braucht ein kleines Wunder, um den Vorjahreserfolg beim Heimspiel zu wiederholen.

Sebastian Vettel steht nach 2008 zum zweiten Mal in Monza auf der Pole Position. Mit viereinhalb Zehnteln Vorsprung deklassierte der Weltmeister die komplette Konkurrenz. "Wir hatten eigentlich erwartet, dass es enger wird", grinste der Quali-Spezialist. Nach der dominanten Vorstellung erwarten viele auch einen Sieg im Rennen - genau wie vor drei Jahren. "Ich habe mich schon das ganze Wochenende wohl gefühlt im Auto", begründete Vettel die Glanzleistung. "Trotz unserer kleinen Flügel - im Vergleich zum McLaren - sind wir schnell unterwegs. Wir haben vom Setup eigentlich mehr aufs Rennen hingearbeitet. Deshalb bin ich sehr zufrieden. Mehr ging nicht."

McLaren-Duo sitzt Vettel im Nacken

Hinter dem Red Bull-Piloten, der am Sonntag zum 25. Mal in seiner Karriere von der ersten Startposition ins Rennen geht, droht die größte Gefahr von McLaren. Lewis Hamilton steht neben Vettel in der ersten Startreihe. "Die halbe Sekunde hätte ich auch mit einer perfekten Runde nicht aufgeholt", gratulierte Hamilton, der in der zweiten Schikane einen Fehler eingebaut hatte. "Sie waren heute unerreichbar." Der zweite McLaren von Jenson Button lauert direkt dahinter auf Rang drei. "Wir konnten sie nicht herausfordern. Jetzt müssen wir mal sehen, warum wir so einen großen Rückstand haben."

Im Qualifying kam es in der letzten Minute zum großen Showdown der Favoriten. Doch außer Vettel konnte nur noch Fernando Alonso seine Zeit verbessern. Der Ferrari geht zur Enttäuschung der vielen Tifosi auf den Tribünen allerdings erst von Rang vier ins Rennen. Das zweite rote Auto steht neben dem zweiten Red Bull eine Reihe dahinter. Felipe Massa wurde hinter Mark Webber Sechster. Der Australier verlor das Teamduell gegen Vettel deutlich.

Rosberg pokert mit harten Reifen

Mit Platz sieben taucht der Renault von Vitaly Petrov überraschend weit vorne auf. Der Russe konnte dabei sogar die beiden Werksmercedes hinter sich lassen. Michael Schumacher wurde Achter, Nico Rosberg startet von Position neun. "Ich habe versucht etwas Windschatten von Lewis mitzunehmen", berichtete der Altmeister anschließend. "Doch der hat sich dann vor der Schikane etwas verbremst. Das war natürlich nicht optimal, aber ob siebter oder achter, ist am Ende auch egal."

Mit sieben Zehnteln Vorsprung gewann Schumi immerhin das teaminterne Silberpfeil-Duell deutlich. Allerdings ging Rosberg auf der härteren Reifenmischung ins Qualifying, was für das Rennen ein Vorteil sein könnte. "Wir haben uns zusammengesetzt und haben beschlossen, wir probieren es auf harten Reifen", erklärte der Youngster danach. "Wir haben einen guten Renntrimm. Für morgen ist denke ich alles möglich. Ich kann mir schon vorstellen vorne reinzufahren."

Senna ohne Rundenzeit im Q3

Der zweite Renault von Bruno Senna verzichtete im Q3 ganz auf eine schnelle Runde. Er hat somit am Sonntag die freie Reifenwahl. Alle anderen Piloten vor ihm müssen auf den Gummis starten, auf denen sie ihre schnellste Runde gedreht hatten.

Trotz guter Trainingszeiten verpassten die beiden Force India das Finale der besten Zehn. Paul di Resta wurde in letzter Sekunde noch von Senna verdrängt und landete auf Platz elf. Adrian Sutil wurde vier Hundertstel hinter seinem Teamkollegen zwölfter. In der sechsten Startreihe hat das Force India-Duo immerhin den Vorteil der freien Reifenwahl.

Glock auf Stammplatz 21

Timo Glock startet wie so oft aus den hinteren Reihen. Auf seinem Stammplatz 21 war mal wieder Schluss für den Virgin-Piloten. Das Minimalziel konnte er erreichen. Die beiden Hispania-Autos und Teamkollege Jerome D’Ambrosio starten hinter dem Odenwälder. Um die Konkurrenz von Lotus zu gefährden, reichte es aber nicht. Vier Zehntel fehlten auf Heikki Kovalainen. "Wir hatten das Problem, dass der Heckflügel zwar aufging, aber beim Bremsen nicht wieder zu", klagte Glock. Obwohl die schwächsten drei Teams ohne KERS antreten mussten, blieben alle Piloten unter der 107-Prozent-Marke.

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