Charles Leclerc - GP Italien 2019 Motorsport Images
Sergio Perez - Racing Point - Formel 1 - GP Italien - Monza - 6. September 2019
Pierre Gasly - Toro Rosso - Formel 1 - GP Italien - Monza - 6. September 2019
Pierre Gasly - Toro Rosso - Formel 1 - GP Italien - Monza - 6. September 2019
Antonio Giovinazzi - Alfa Romeo - Formel 1 - GP Italien - Monza - 6. September 2019 60 Bilder

GP Italien 2019 - Ergebnis Qualifying

Leclerc-Pole nach Taktik-Slapstick

Charles Leclerc hat sich die Pole Position zum Italien-Grand-Prix gesichert. Der Ferrari-Pilot profitierte vom Windschatten-Pokerspiel in den letzten Sekunden, durch das seine Konkurrenten einen zweiten Schuss verpassten.

Charles Leclerc macht in Monza da weiter, wo er in Spa-Francorchamps aufgehört hat. Nach dem ersten Rennsieg folgte am Samstag (7.9.2019) auf der Traditionsstrecke in Monza bereits die vierte Pole Position für den Monegassen. Es war aber wohl die kurioseste Qualifying-Session, die man seit langem in der Formel 1 gesehen hat.

Grund dafür war ein Katz-und-Maus-Spiel vor dem letzten Versuch im Q3-Segment. Weil der Windschatten in Monza so wertvoll ist, wollte niemand die Führungsarbeit für einen Konkurrenten übernehmen. Nico Hülkenberg fuhr zwar als Erster auf die Bahn, versuchte dann aber das Feld hinter sich passieren lassen. Dazu rollte der Rheinländer sogar in den Notausgang der ersten Schikane.

Doch die Verfolger dachten gar nicht dran, den Renault zu passieren. Wie beim Bahnradfahren kam es in der Curva Grande zu kuriosen Stehversuchen. Doch irgendwann merkten die Piloten, dass die Zeit abläuft. Dann brach die große Panik aus. Im letzten Sektor wurde plötzlich um die Positionen gekämpft wie im Rennen, um es noch rechtzeitig vor Ablauf der Uhr über die Linie zu schaffen.

Charles Leclerc - GP Italien 2019
xpb
Leclerc brauchte nur einen Versuch, um die beiden Mercedes hinter sich zu lassen.

Nur Leclerc und Sainz rechtzeitig

Am Ende reichte es aber nur noch für Carlos Sainz und Charles Leclerc. Der Monegasse brauchte aber gar keinen guten Versuch mehr, weil er im ersten Anlauf schon die Bestzeit gesetzt hatte. So blieb es auf den ersten Plätzen bei der Reihenfolge, die schon zu Beginn des Q3 Bestand hatte.

Leclerc wusste nicht ganz, ob er sich anschließend freuen durfte. „Ich bin natürlich happy mit der Pole. Aber das Chaos in der letzten Runde tut mir natürlich auch etwas leid“, grinste der Youngster etwas gequält. „Die Pace in den Rennsimulationen im Training war gut – besser als in Spa. Deshalb bin ich sehr optimistisch für morgen.“

Mercedes verpasste durch die Bummelei in den Schlusssekunden die Chance, den Ferrari-Piloten noch einmal anzugreifen. Lewis Hamilton fehlten mickrige 39 Tausendstel. Die Pole Position wäre also locker drin gewesen. Der Brite ärgerte sich aber nicht zu sehr: „Ich bin dankbar dafür, dass ich in der ersten Reihe stehe. Es war am Ende natürlich ein Spannungskiller, dass einfach die Zeit abgelaufen ist.“

Bottas doppelt ausgebremst

Etwas genervter zeigte sich schon Valtteri Bottas, der am Ende ebenfalls ohne zweiten Run auf Rang drei hängenblieb. Im ersten Run lag der Finne nur 47 Tausendstel hinter der Leclerc-Zeit. Dabei musste Bottas im letzten Sektor noch kurz vom Gas, weil Kimi Räikkönen direkt vor ihm in der Parabolica abflog. Weil die Rennleitung sofort die roten Flaggen schwenkte, wurde die Rundenzeit von Bottas zunächst nicht gewertet. Erst nach einer Untersuchung erschien sie doch noch auf dem Monitor.

Kimi Räikkönen - GP Italien 2019
xpb
Der Crash von Landsmann Kimi Räikkönen kostete Bottas wohl die Pole Position.

„Das war alles etwas unglücklich. In meinem ersten Versuch hatte ich gelbe Flaggen im dritten Sektor. Da habe ich wohl die Pole Position verloren. Und am Ende herrschte nur noch Chaos“, schimpfte der Finne. Teamchef Toto Wolff fand klare Worte. „Das war noch nicht einmal einer Junior-Formel würdig. Wenn ein Fahrer sogar die Schikane auslässt, um andere passieren zu lassen, dann ist das Kinder-Niveau. Wir haben alle ausgesehen wie Idioten.“

Ein Leidtragender war auch Sebastian Vettel. Der Heppenheimer hatte im ersten Run freiwillig die Lokomotive gespielt, wodurch alle Piloten im Zug hinter ihm vom Windschatten profitierten. „Ich war schon im ersten Versuch alleine vorne. Da hätte es im zweiten Run ein anderer sein sollen“, schimpfte der vierfache Weltmeister.

Vettel beklagt fehlenden Windschatten

Während es Leclerc noch rechtzeitig über die Linie schaffte, fehlten Vettel in seinem Heck wenige Zehntel. „Ich habe schon vorher versucht, durchzukommen, aber ich wurde blockiert. Ich glaube ein McLaren und ein Renault haben die Linie versperrt. Natürlich bin ich nicht happy, wie es gelaufen ist. Das Auto ist gut. Ich stehe nur nicht auf Pole Position, weil ich keinen Windschatten hatte.“

Dritte Kraft war am Samstag Renault. Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg starten am Sonntag von den Plätzen fünf und sechs. Hülkenberg war durch die Verzögerungstaktik mitverantwortlich für das Chaos am Ende. Für Renault machte es allerdings nichts aus. Mercedes und Ferrari hätte man wohl so oder so nicht geschlagen.

Carlos Sainz konnte zwar noch eine Zeit setzen, es reichte aber nur noch zu Position sieben. Dahinter blieben Alex Albon und Lance Stroll ohne Rundenzeit auf den Plätzen acht und neun. Kimi Räikkönen konnte durch den bereits erwähnten Unfall ebenfalls keine Zeit setzen. Der Iceman muss aber befürchten, dass beim Crash das Getriebe zerstört wurde, was eine Strafe nach sich ziehen wurde.

Am Ende des Q2 hatte sich Räikkönen mit zwei Tausendstel Vorsprung gegen seinen Teamkollegen Antonio Giovinazzi durchgesetzt. Der Italiener verpasste damit beim Heimspiel die Top Ten knapp. Am Ende des Feldes starten am Sonntag Lando Norris und Max Verstappen, die wegen Motorenstrafen nach hinten versetzt werden.

GP Italien 2019 - Ergebnis Qualifying

Fahrer Auto Q1 Q2 Q3
1. Charles Leclerc Ferrari 1:20.126 1:19.553 1:19.307
2. Lewis Hamilton Mercedes 1:20.272 1:19.464 1:19.346
3. Valtteri Bottas Mercedes 1:20.156 1:20.018 1:19.354
4. Sebastian Vettel Ferrari 1:20.378 1:19.715 1:19.457
5. Daniel Ricciardo Renault 1:20.374 1:19.833 1:19.839
6. Nico Hülkenberg Renault 1:20.155 1:20.275 1:20.049
7. Carlos Sainz McLaren 1:20.413 1:20.202 1:20.455
8. Alexander Albon Red Bull 1:20.382 1:20.021 keine Zeit
9. Lance Stroll Racing Point 1:20.643 1:20.498 keine Zeit
10. Kimi Räikkönen Alfa Romeo 1:20.634 1:20.515 keine Zeit
11. Antonio Giovinazzi Alfa Romeo 1:20.657 1:20.517  
12. Kevin Magnussen Haas 1:20.616 1:20.615  
13. Daniil Kvyat Toro Rosso 1:20.723 1:20.630  
14. Lando Norris McLaren 1:20.646 1:21.068  
15. Pierre Gasly Toro Rosso 1:20.508 1:21.125  
16. Romain Grosjean Haas 1:20.784    
17. Sergio Perez Racing Point 1:21.291    
18. George Russell Williams 1:21.800    
19. Robert Kubica Williams 1:22.356    
20. Max Verstappen Red Bull keine Zeit    
Fahrer Auto Q1 Q2 Q3
1. Charles Leclerc Ferrari 1:20.126 1:19.553 1:19.307
2. Lewis Hamilton Mercedes 1:20.272 1:19.464 1:19.346
3. Valtteri Bottas Mercedes 1:20.156 1:20.018 1:19.354
4. Sebastian Vettel Ferrari 1:20.378 1:19.715 1:19.457
5. Daniel Ricciardo Renault 1:20.374 1:19.833 1:19.839
6. Nico Hülkenberg Renault 1:20.155 1:20.275 1:20.049
7. Carlos Sainz McLaren 1:20.413 1:20.202 1:20.455
8. Alexander Albon Red Bull 1:20.382 1:20.021 keine Zeit
9. Lance Stroll Racing Point 1:20.643 1:20.498 keine Zeit
10. Kimi Räikkönen Alfa Romeo 1:20.634 1:20.515 keine Zeit
11. Antonio Giovinazzi Alfa Romeo 1:20.657 1:20.517  
12. Kevin Magnussen Haas 1:20.616 1:20.615  
13. Daniil Kvyat Toro Rosso 1:20.723 1:20.630  
14. Lando Norris McLaren 1:20.646 1:21.068  
15. Pierre Gasly Toro Rosso 1:20.508 1:21.125  
16. Romain Grosjean Haas 1:20.784    
17. Sergio Perez Racing Point 1:21.291    
18. George Russell Williams 1:21.800    
19. Robert Kubica Williams 1:22.356    
20. Max Verstappen Red Bull keine Zeit    
Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - GP Italien 2019 GP Italien 2019 - Ergebnis Training 3 Vettel mit erster Monza-Bestzeit

Sebastian Vettel drehte im dritten Monza-Training die schnellste Runde.

Mehr zum Thema GP Italien (Formel 1)
Sebastian Vettel - GP Italien - 2019
Aktuell
Mercedes - Formel 1 - GP Italien - Monza - 2019
Aktuell
Kubica-Lenkrad - GP Italien 2019
Aktuell