Lewis Hamilton - Mercedes - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020 xpb
Esteban Ocon - Renault - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020
Impressionen - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020 40 Bilder

GP Italien 2020 - Qualifying

Siebte Monza-Pole für Hamilton

Mercedes ist einfach nicht aufzuhalten. Lewis Hamilton brauste in Italien zur nächsten Pole-Position vor Valtteri Bottas. Carlos Sainz schaffte als Dritter eine Sensation. Red Bull enttäuschte. Ferrari war wie erwartet schwach.

Die Party steigt auch ohne den Party-Modus. Trotz der neuen Motorregeln fährt Mercedes der versammelten Konkurrenz weiter auf und davon. Lewis Hamilton holte sich seine siebte Pole-Position beim GP Italien und die 94. der Laufbahn mit einem Streckenrekord. Im Windschatten von Valtteri Bottas umrundete der Weltmeister den Kurs in 1:18.887 Minuten.

Bottas spielte freiwillig das Zugpferd, war aber trotzdem dicht dran am ersten Startplatz. Der WM-Dritte verfehlte die 14. Pole seiner Karriere um nur 69 Tausendstel. Für Hamilton ist es ein großer Schritt in Richtung des sechsten Saisonsiegs. In Monza ist die Pole viel wert. Das lehrt die Vergangenheit. Seit dem Umbau 2000 gewann der Pole-Setter 15 der 20 Ausgaben des GP Italien.

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Italien - Monza - 4. September 2020
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Valtteri Bottas verpasste den Spitzenplatz nur um sieben Hundertstel.

Enttäuschung für Red Bull

"Es war eine herausragende Leistung des Teams. Wir haben das Timing wieder einmal optimal hinbekommen. Ich brauchte eine saubere Runde, um Valtteri zu schlagen. Das ist mir gelungen", resümierte der Schnellste des Samstagsnachmittags. Bottas wirkte leicht geknickt. "Platz zwei ist nicht schlecht. Meine Longrun-Pace am Freitag im Vergleich zu Lewis war gut. Ich will ihn morgen schlagen." Der Finne entschied sich vor der Qualifikation bewusst dafür, vorneweg zu fahren. "Mir war die saubere Luft lieber als der Windschatten."

Carlos Sainz ließ McLaren jubeln. Wie am Vormittag war der Spanier in außergewöhnlicher Form. Er stellte seinen McLaren auf den dritten Startplatz – sieben Zehntel entfernt von den Mercedes. "Seit Q1 war ich sehr stark. Danach ging es nur noch darum, die optimale Runde tatsächlich hinzubringen. Fast hätte ich das Auto in der ersten Lesmo-Kurve verloren. Danach bin ich um mein Leben gefahren. Die letzten Kurven waren unglaublich. Es hat tatsächlich hingehauen", freute sich der McLaren-Pilot.

Lando Norris untermauerte McLarens Hoch. Der Engländer raste auf den sechsten Startplatz. Davor reihten sich Sergio Perez und Max Verstappen ein. Racing Point, das mit Mercedes-Motoren fährt, bestätigte, dass der Sechszylinder-Turbo aus Brixworth durch die Einführung von nur noch einem Motormodus ab der Qualifikation kaum von seiner Vormachtstellung eingebüßt hat.

Während Mercedes seine makellose Bilanz ausbaute – kein anderes Auto fuhr in dieser Saison bislang auf Pole – musste Red Bull eine Niederlage einstecken. Max Verstappen büßte in seinem schnellsten Umlauf trotz Windschatten des Teamkollegen über neun Zehntel ein. Es wird für den Niederländer bereits eine Aufgabe, Sainz und Perez zu knacken, um auf das Podest zu fahren. Über die Strategie kann er keinen Unterschied machen. Wie die Spitze startet Verstappen auf den weichen Reifen.

Auch Renault erlebte eine Enttäuschung. Daniel Ricciardo war im dritten Teil nur der siebtschnellste Fahrer. Zwei Zehntel schneller und er wäre aber auf dem dritten Platz gestanden. Lance Stroll, der über ein angeschlagenes Auto klagte, Alexander Albon und Pierre Gasly komplettierten die obere Tabellenhälfte.

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Italien 2020 - Monza
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Für Sebastian Vettel war bereits nach den ersten 18 Minuten Feierabend.

Ferrari erlebt Debakel

Das Heimspiel wird für Ferrari zum schweren Gang. Charles Leclerc, der im Vorjahr noch auf Pole-Position gerast war, stellte seinen SF1000 nach Q2 ab. Für den Aufstieg fehlten zwei Zehntel. Der Ferrari ist auf den Geraden einfach zu langsam und kann die Verluste in den elf Kurven nicht aufholen. "Mehr war nicht drin", entschuldigte sich Leclerc, der die 13. schnellste Runde in den Asphalt brannte.

Teamkollege Sebastian Vettel erwischte hingegen einen rabenschwarzen Tag. Dreimal in Folge war der vierfache Weltmeister zuletzt im zweiten Quali-Durchgang ausgeschieden. In Monza war sogar nach dem ersten Teil Schluss. Vettel wurde in seinem letzten Versuch in den Verkehr geschickt. Statt von Windschatten zu profitieren, musste er seine letzte Runde in einem Zug von sechs Autos, angeführt von Esteban Ocon, abbrechen. "Ich konnte leider nichts machen. Es waren zu viele Autos auf einem Fleck. Ich war gefangen. Wir hätten einfach später rausfahren sollen", klagte der Sieger des GP Italien von 2008, 2011 und 2013.

Daniil Kvyat verlor das siebte Quali-Duell der Saison gegen Gasly, obwohl er im letzten Run vom Windschatten des Garagennachbars profitieren hätte sollen. Immerhin darf sich der Russe am Start als erster Fahrer die Reifen frei aussuchen. Mit ihm teilt sich Esteban Ocon die Startreihe. Der Franzose fiel nicht durch schnelle Runden auf, sondern vielmehr durch einen heißen Zweikampf mit Kimi Räikkönen in Q1. Der Finne brachte seinen Alfa Romeo immerhin in den zweiten Teil. Wie Kevin Magnussen. Im letzten Versuch rodelte der Haas-Pilot ausgangs der zweiten Lesmo-Kurve durchs Kiesbett. Gegen Ocon, Räikkönen und Nicholas Latifi läuft noch eine Untersuchung. Da könnte es am Abend noch Strafen hageln.

Esteban Ocon - Renault - GP Italien 2020 - Monza
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Esteban Ocon und Kimi Räikkönen lieferten sich in der Qualifikation einen beinharten Zweikampf. Sebastian Vettel hing dahinter fest.

Vettel scheitert in Q1

Bereits im ersten Quali-Durchgang kam es zu turbulenten Szenen. Esteban Ocon und Kimi Räikkönen lieferten sich im letzten Versuch ein Duell wie in einem Rennen. Beinahe wäre der Finne dem Renault vor der Roggia-Schikane aufgefahren. "Er blockiert mich die ganze Zeit", schimpfte der Weltmeister von 2007 am Funk seines Alfa Romeo. Trotzdem schaffte der Iceman den Aufstieg in den zweiten Teil. Vettel konnte hingegen hinter seinem ehemaligen Ferrari-Teamkollegen die Runde vergessen. Er brach sie ab. Die Zeit aus dem ersten Run reichte nicht aus. "Was ein Durcheinander. Warum mussten die Alfa Romeos auf der Outlap alle überholen?", beklagte der 33-jährige Heppenheimer.

Mit Vettel flog auch Romain Grosjean raus, der bei der Einfahrt in die Boxengasse vor Wut aufs Lenkrad schlug. Nach den ersten 18 Minuten mussten auch Antonio Giovinazzi und die beiden Williams-Fahrer George Russell und Nicholas Latifi aus den Autos klettern. Russell gewann zwar das achte Quali-Duell des Jahres gegen seinen Teamkollegen, schimpfte aber über die Taktik. Er steckte im letzten Anlauf hinter den Streithähnen Ocon und Räikkönen fest.

GP Italien 2020: Qualifikation

Fahrer Team Q1 Q2 Q3
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:19.514 1:19.092 1:18.887
2. Valtteri Bottas Mercedes 1:19.786 1:18.952 1:18.956
3. Carlos Sainz McLaren 1:20.099 1:19.705 1:19.695
4. Sergio Perez Racing Point 1:20.048 1:19.718 1:19.720
5. Max Verstappen Red Bull 1:20.193 1:19.780 1:19.795
6. Lando Norris McLaren 1:20.344 1:19.962 1:19.820
7. Daniel Ricciardo Renault 1:20.548 1:20.031 1:19.864
8. Lance Stroll Racing Point 1:20.400 1:19.924 1:20.049
9. Alexander Albon Red Bull 1:21.104 1:20.064 1:20.090
10. Pierre Gasly Alpha Tauri 1:20.145 1:19.909 1:20.177
11. Daniil Kvyat Alpha Tauri 1:20.307 1:20.169  
12. Esteban Ocon Renault 1:20.747 1:20.234  
13. Charles Leclerc Ferrari 1:20.443 1:20.273  
14. Kimi Räikkönen Alfa Romeo 1:21.010 1:20.926  
15. Kevin Magnussen Haas 1:20.869 1:21.573  
16. Romain Grosjean Haas 1:21.139    
17. Sebastian Vettel Ferrari 1:21.151    
18. Antonio Giovinazzi Alfa Romeo 1:21.206    
19. George Russell Williams 1:21.587    
20. Nicholas Latifi Williams 1:21.717    
Fahrer Team Q1 Q2 Q3
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:19.514 1:19.092 1:18.887
2. Valtteri Bottas Mercedes 1:19.786 1:18.952 1:18.956
3. Carlos Sainz McLaren 1:20.099 1:19.705 1:19.695
4. Sergio Perez Racing Point 1:20.048 1:19.718 1:19.720
5. Max Verstappen Red Bull 1:20.193 1:19.780 1:19.795
6. Lando Norris McLaren 1:20.344 1:19.962 1:19.820
7. Daniel Ricciardo Renault 1:20.548 1:20.031 1:19.864
8. Lance Stroll Racing Point 1:20.400 1:19.924 1:20.049
9. Alexander Albon Red Bull 1:21.104 1:20.064 1:20.090
10. Pierre Gasly Alpha Tauri 1:20.145 1:19.909 1:20.177
11. Daniil Kvyat Alpha Tauri 1:20.307 1:20.169  
12. Esteban Ocon Renault 1:20.747 1:20.234  
13. Charles Leclerc Ferrari 1:20.443 1:20.273  
14. Kimi Räikkönen Alfa Romeo 1:21.010 1:20.926  
15. Kevin Magnussen Haas 1:20.869 1:21.573  
16. Romain Grosjean Haas 1:21.139    
17. Sebastian Vettel Ferrari 1:21.151    
18. Antonio Giovinazzi Alfa Romeo 1:21.206    
19. George Russell Williams 1:21.587    
20. Nicholas Latifi Williams 1:21.717    
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