GP Italien

Vettel schafft die Sensation

Foto: Red Bull 56 Bilder

Der 21-jährige Heppenheimer Sebastian Vettel hat am Sonntag (14.9.) den Grand Prix von Italien in Monza gewonnen. Als jüngster Rennsieger aller Zeiten verwies der Toro Rosso-Pilot seine Konkurrenten Heikki Kovalainen und Robert Kubica auf die weiteren Plätze.

"Ich hatte ein perfektes Rennen, ein perfektes Auto und die perfekte Strategie. Es ist wirklich der schönste Tag in meinem Leben", so die erste Reaktion des sympathischen Youngsters nach der Zieldurchfahrt. Bei feuchten Bedingungen kontrollierte Vettel von der Pole Position aus das Renngeschehen über die gesamte Distanz und rollte am Ende mit einen 12,5 Sekunden-Vorsprung vor McLaren-Pilot Heikki Kovalainen über die Ziellinie.

Toro Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger konnte die Sensation kurz nach dem Rennen noch gar nicht richtig fassen: "Es ist so schön, wieder auf der Siegerstraße zu sein", so der ehemalige F1-Pilot. Innerhalb einer Saison wandelte sich das Hinterbänkler-Team Toro Rosso zu einem Siegerauto. Kurioser Nebeneffekt: Mit dem Erfolg durch Vettel schob sich das Team der Jungbullen in der Teamwertung auch noch vorbei am großen Bruderteam Red Bull.

Hamilton und Massa nicht in Podiumnähe

Für die großen Favoriten gab es dagegen wenig Grund zu feiern in Monza. BMW-Pilot Robert Kubica schaffte es als einziger der Top3-Piloten aus dem Gesamtklassement aufs Treppchen. Der Kampf um die WM-Krone zwischen Felipe Massa und Lewis Hamilton blieb dagegen fast unverändert. Massa lief auf Rang sechs einen Platz vor dem Briten ins Ziel und verkürzte seinen Rückstand in der Fahrerwertung auf einen Punkt.

Neben Vettel konnte auch Nick Heidfeld aus deutscher Sicht überzeugen. Hinter Ex-Weltmeister Fernando Alonso kam der BMW-Pilot als Fünfter ins Ziel. Für die anderen Deutschen lief das Rennen dagegen enttäuschend: Toyota-Pilot Timo Glock konnte als Elfter bei widrigen Bedingungen nur wenig überzeugen. Ein Dreher direkt in der Anfangsphase und viel Verkehr verhinderten ein besseres Ergebnis des Odenwälders.

Rosberg mit Reifenpech

Auch Nico Rosberg auf Rang 15 konnte seine sehr gute Startposition nicht in Punkte ummünzen. Der Wiesbadener war auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs und fuhr über weite Strecken einem guten Ergebnis entgegen. Bei seinem einzigen Service verordneten die Williams-Strategen allerdings richtige Regenreifen, als auf abtrocknender Strecke eigentlich Intermediates angesagt waren. Als Rosberg nur wenige Runden später erneut an die Box kam, um die Reifenwahl zu korrigieren, waren die Punkte bereits außer Reichweite.

Das Pech für Rosberg war das Glück für Vettel. Durch die abtrocknenden Bedingungen mussten alle Piloten in der zweiten Rennhälfte noch einmal an die Box kommen. Vettel, der ohnehin auf einer Zwei-Stopp-Strategie unterwegs war, konnte somit beim regulären Wechsel von Regenreifen auf Intermediates gehen.

Auch Rekordweltmeister Michael Schumacher war nach dem Rennende voll des Lobes für den Youngster: "Einer hat sich durch die ganzen Umstände heute überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das war schon bravourös heute." Er freue sich für Vettel und habe ihm am Ende sogar die Daumen gedrückt, dass das Auto hält, gab Schumacher zu.

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