GP Japan

Wer steht wo?

Foto: BMW Sauber

Nach den zwei Trainingssitzungen am Freitag (10.10.) klärt sich allmählich die Gefechtslage für den Großen Preis von Japan. Erwartungsgemäß begegneten sich die beiden Topteams McLaren-Mercedes und Ferrari annähernd auf Augenhöhe und weit vorne im Zeitenklassement.

McLaren-Teamdirektor Martin Whitmarsh analysiert: "Der einzig nennenswert Unterschied scheint im Moment darin zu bestehen, dass Ferrari mit der weichen Reifenmischung sehr schnell ist - und zwar konstant schnell." Doch das gleicht der Wiederholung einer alt bekannten Langspielplatte, denn schon während der gesamten Saison 2008 gilt Ferrari als Spitzenreiter beim Thema geringer Reifenverschleiß. "Wir haben uns ausschließlich auf die Longruns für das Rennen konzentriert" erläutert Whitmarsh, "und dabei keine nennenswerten Probleme zu beklagen gehabt."

Auch bei Ferrari war man zufrieden. "Uns ging es heute primär darum, so viel Daten wie möglich unter trockenen Bedingungen zu sammeln", so Teammanager Luca Baldisseri. "Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach der besten Reifenwahl für Rennen und Zeittraining. Wir haben da noch keine endgültigen Antworten, weil unsere beiden Fahrer jeweils einen anderen Reifentyp favorisierten." Felipe Massa war dennoch optimistisch: "Die Balance des Autos war sehr gut - und vor allem auch konstant gut über die Longruns. Das ist immer ein gutes Zeichen."

Renault gut bei der Musik

Als stärkster Verfolger der Top-Teams scheint sich Renault herauszukristallisieren: Fernando Alonso konnte unter allen Bedingungen die Spitzenzeiten mitgehen. "Wir sind im ersten Training mit 50 Kilo Sprit und im zweiten Training mit 30 Kilo gefahren", so Teamchef Flavio Briatore. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen Teams mit mehr Benzin gefahren sind als wir und das legt die Vermutung nahe, dass die Rundenzeiten aussagekräftig sind und Renault ganz gut bei der Musik ist - vielleicht nicht ganz so gut wie in Singapur, aber auf einem guten, konkurrenzfähigen Niveau."

Das lässt sich so von BMW nicht behaupten: Zwar lag Robert Kubica in beiden Trainingssitzungen am Ende der Top-Ten, doch Nick Heidfeld kam nicht über die Plätze 14 und 19 hinaus: "Wir hatten relativ große Setup-Probleme zu beklagen, das war auch der Grund für meine vielen Dreher", so der Mönchengladbacher. "Uns ging es aber auch nicht um Spitzenzeiten, sondern wir haben uns ausschließlich der Rennvorbereitung gewidmet. Ich bin absolut zuversichtlich, dass wir uns für morgen verbessern werden." Das zweite Training musste Heidfeld vorzeitig beenden, weil eine Hydraulikalarmmeldung im Dashboard aufleuchtete. BMW-Sauber-Technik-Direktor Willi Rampf nahm das Resultat gelassen und kommentierte: "Im Gegensatz zu unseren Konkurrenten haben wir auf Vorstands-Rundenzeiten verzichtet." 

Glock lernt schnell

Der Seitenhieb galt Toyota: Timo Glock markierte im zweiten Trainingsdurchgang am Freitag (10.10.) beim Heimspiel vor den japanischen Bossen die schnellste Rundenzeit des gesamten F1-Feldes. "Das war ein guter Tag", frohlockte Glock. "Ich musste die Strecke ja erst einmal lernen, weil ich hier noch nie gefahren bin. Der Kurs ist nicht ohne Tücken, für allem bezüglich der Setup-Arbeit und wegen der sehr unterschiedlichen Charakteristik mit langer Gerade und langsamen Kurven."

Williams-Pilot Nico Rosberg war nach ersten Fuji-Kilometern alles andere als zufrieden. "Uns könnte wieder mal ein schwieriges Wochenende blühen, denn wir kämpfen mit den alt bekannten Problemen, die uns schon die ganze Saison begleiten: in schnellen Kurven haben wir zu viel Untersteuern, weil der Abtrieb nicht konstant genug arbeitet. Und in den langsamen Ecken kämpfen wir mit Übersteuern."

Erfreulich der bisherige Auftritt von Toro Rosso-Pilot Sebastian Vettel, der mit den Plätzen sieben und acht den Aufwärtstrend der letzten Wochen bestätigte: "Fuji ist eine knifflige Strecke in Bezug auf das Setup. Auf der einen Seite hast du die längste Gerade im GP-Kalender, auf der anderen Seite viele enge und langsame Kurven. Auch für den Fahrer ist die Strecke ziemlich anspruchsvoll, weil sie so breit ist. Das lässt viele unterschiedliche Linien zu und braucht eine gewisse Zeit, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht funktioniert. Immerhin war die Balance des STR3-03 recht erfreulich."

-> GP Japan: Ergebnis 2. Freies Training
-> GP Japan: Ergebnis 1. Freies Training
 
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