GP Kanada 2011 - Ergebnis Rennen

Button siegt im Regen-Chaos von Montreal

Jenson Button GP Kanada 2011 Foto: xpb 51 Bilder

Jenson Button heißt der Sieger im Regen-Chaos von Montreal. In einem chaotischen Regenkrimi ging der McLaren-Pilot in der letzten Runde an Sebastian Vettel vorbei. Mark Webber wurde Dritter, Schumi Vierter.

In Runde 38 lag Jenson Button noch auf dem letzten Platz. Eine Stunde später überquerte der McLaren-Pilot als Erster die Ziellinie. Die letzte Hürde der grandiosen Aufholjagd des Briten hieß Sebastian Vettel. Ein kleiner Rutscher des Deutschen sorgte in der allerletzten Runde für die Entscheidung zugunsten von Button.

Mit sechs Boxenstopps erlebte der Sieger das ereignisreichste Rennen seiner Karriere. Schon in Runde sieben überstand er eine Kollision mit Teamkollege Lewis Hamilton nur mit Glück unbeschadet. Später krachte er mit Fernando Alonso zusammen und musste sich in der Box einen neuen Frontflügel holen. Für Alonso und Hamilton war das Rennen vorzeitig beendet. Für Button gab es von der Rennleitung zudem noch eine Durchfahrtsstrafe, weil er hinter dem Safety-Car zu schnell war. Insgesamt ging Button sechs Mal durch die Boxengasse.

Button dreht am Ende auf

Eine couragierte Fahrweise, der Segen der Regengötter und die richtige Reifenstrategie brachten den Engländer am Ende aber wieder bis an die Spitze. In einem lange verregneten Grand Prix wechselte Button auf der abtrocknenden Strecke als einer der ersten Piloten auf Slicks und schnappte sich in den letzten Runden einen Gegner nach dem anderen. Trotz der feuchten Piste neben der Ideallinie blieb der Engländer bei seinen Überholmanövern fehlerlos.

Lange hatte Sebastian Vettel wie der sichere Sieger ausgesehen. Der Red Bull-Pilot hatte das Rennen die gesamte Renndistanz angeführt. Erst in der letzten Runde sorgte ein kleiner Rutscher für die Entscheidung im Duell gegen Button. Zuvor hatte sich der strahlende Montreal-Sieger schon mit einem beherzten Manöver den Red Bull von Mark Webber und den Mercedes von Michael Schumacher geschnappt. In einem spannenden Finish verpasste Schumi seinen ersten Podiumsplatz nur knapp.

Vettel rutscht Sieg aus den Fingern

"Das waren die emotionalsten drei Stunden meines Lebens. Das war unglaublich", freute sich Button nach dem Rennen. Vettel zeigte sich im Ziel etwas geknickt. "Natürlich bin ich etwas enttäuscht, wenn man bis auf die letzte alle Runden führt. Ich war vorher etwas zu vorsichtig. Aber ich habe mir das selbst zuzuschreiben mit dem Fehler. Ich habe gut gepunktet. Es war ein gutes Rennen. Aber wenn man den Sieg in der Hand hat, dann will man natürlich auch zugreifen."

Hinter dem Führungsquartett sicherte sich Vitaly Petrov Rang fünf. Eigentlich hatte Renault-Teamkollege Nick Heidfeld die besseren Karten in der Hand. Doch der Deutsche schmiss 14 Runden vor dem Ziel ein gutes Ergebnis weg, als er dem Sauber von Kamui Kobayashi ins Heck fuhr, sich den Frontflügel beschädigte und dann in die Bande krachte.

Massa mit Fotofinish gegen Kobayashi

In den letzten Runden musste sich Kobayashi dann gegen den Ferrari von Felipe Massa zur Wehr setzen. Erst im Fotofinish auf dem Zielstrich setzte sich der Brasilianer durch. Für Kobayashi war der siebte Platz am Ende eine kleine Enttäuschung. Als das Chaos-Rennen nach 24 Runden für zwei Stunden wegen heftigen Regens unterbrochen wurde, lag der Japaner noch auf Rang zwei.

Mit Jaime Alguersuari auf Rang acht und Sebastien Buemi auf Platz zehn kamen dahinter noch zwei Toro Rosso in die Punkte. Dazwischen sicherte sich Williams-Pilot Rubens Barrichello Rang neun.

Rosberg und Sutil geraten aneinander

Nico Rosberg verpasste dagegen auf Platz elf einen Platz in den Punkten. Der Mercedes-Pilot wurde beim Restart der vierten von fünf Safety-Car-Phasen von Adrian Sutil getroffen und konnte danach kein gutes Tempo mehr anschlagen. Nachdem er dann auch noch auf den Sauber von Kobayashi auffuhr, ging nichts mehr nach vorne.

Sutil beschädigte sich beim Restart-Techtelmechtel mit Rosberg den Frontflügel. Weil er anschließend auch noch zu früh überholte, wurde er zusätzlich auch noch mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Ein Bandentreffer mit Slicks bedeutete schließlich das vorzeitige Aus. Timo Glock war einer der Piloten, der von den vielen Ausfällen profitierte. Mit Rang 15 feierte er das beste Ergebnis der Saison. Am Ende sorgte allerdings ein Harakiri-Manöver von Narain Karthikeyan dafür, dass er hinter seinem Teamkollegen Jerome D'Ambrosio ins Ziel kam.

Button darf Siegerpokal behalten

Nach der Zieldurchfahrt musste Button noch lange um seinen Sieg zittern. Die Rennleitung untersuchte die beiden Zwischenfälle mit Hamilton und Alonso. Am Ende brachten es die Kommissare aber wohl nicht übers Herz, Button den Siegerpokal noch einmal wegzunehmen. In der WM-Gesamtwertung hat Vettel mit seinem zweiten Platz sein Punktekonto auf 161 Zähler vergrößert. Sein Vorsprung beträgt nun bereits 60 Punkte auf den neuen Zweitplatzierten Button. Webber liegt mit 94 Zählern auf Rang drei.

Die spektakulären Fotos zum Krimi in Montreal gibt es wie immer in unserer großem Bildergalerie.

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