GP Kanada

Ralf Schumacher auf Pole

Foto: dpa

Überraschend holte sich der Williams-BMW-Fahrer in Montreal die Trainingsbestzeit vor Jenson Button im BAR-Honda. Michael Schumacher rutschte in der Qualifikation bis auf Rang sechs ab.

Beide Ferrari-Fahrer leisteten sich einen Fahrfehler. Rubens Barrichello kam nur auf Rang sieben, Tabellenführer Michael Schumacher steht am Sonntag (13.6.) nur einen Platz weiter vorn. Rang sechs ist die schlechteste Trainingsplatzierung für den Titelträger in diesem Jahr. "Ich bin in der Haarnadel ein bisschen ins Schleudern gekommen, aber das erklärt den Rückstand nicht. Ich war ein bisschen überrascht", sagte der Weltmeister, der eingestand, dass Ferrari in Montreal auf einer einzelnen schnellen Runde nicht konkurrenzfähig war.

Der Grund der Überraschung hieß Ralf Schumacher, der nach einem bisher bescheidenen Wochenende fehlerlos schon im ersten Einzelzeifahren die Bestzeit setzte. Auch im entscheidenden Durchgang gelang dem jüngeren Schumacher eine perfekte Runde, die ihm die erste Pole Position der Saison bescherte. Damit habe ich nach all den Problemen nicht gerechnet. Perfekt war das Auto eigentlich erst bei der ersten Qualifikations-Runde", sagte der Trainingsschnellste. Teamkollege Juan Pablo Montoya startet in Montreal von Platz vier. "Diese Strecke liegt uns", sagt Sportchef Mario Theissen.

Publikums-Lieblinge Button und Sato

Den größten Applaus ernteten die BAR-Honda-Männer. Die vorläufige Bestzeit von Jenson Button (am Ende Zweiter) bejubelten die Kanadier wie ein Tor der Eishockey-Nationalmannschaft. "Da kommt plötzlich Ralf, und schnappt mir das Ding noch vor der Nase weg", sagte Button in der Pressekonferenz.

Auf dem Weg in die erste Startreihe war auch Teamkollege Takuma Sato. Doch der Japaner übertrieb wieder einmal den Einsatz und drehte sich in der Schikane vor der Zielgeraden. Sato verfehlte die Betonmauer nur um wenige Zentimeter, legte nach der Pirouette den ersten Gang ein und beschleunigte unter stehenden Ovationen der Fans über den Zielstrich. Die Zeit des Japaners reichte sogar noch, um einen fehlerlosen Zsolt Baumgartner hinter sich zu lassen.

Glock zeigt Nerven

Vor Sato platzierte sich bei seinem ersten Grand Prix-Qualifying Timo Glock. Der Odenwalder zeigte in beiden Einzelzeitfahren Nerven, hielt aber trotz kleiner Fahrfehler den Jordan auf der Straße. Glock geht von Rang 16 aus ins Rennen, ein Platz vor ihm steht Teamkollege Nick Heidfeld. "Das ist schon etwas anderes, als nur am Freitag so seine Runden zu drehen. Ich war im ersten Durchgang etwas zu aggressiv."

Nicht ganz so überragend wie beim letzten Freien Training waren die Renault. Jarno Trulli schaffte es auf Rang drei, ohne eine Chance auf die Bestzeit zu haben, Fernando Alonso wurde Fünfter. Immerhin stehen beide Renault vor den Ferrari. Hinter den Roten platzierten sich Kimi Räikkönen und David Coulthard in den McLaren-Mercedes.

Keine schnelle Runde fuhren Gianmaria Bruni (Minardi) und Felipe Massa (Sauber). Bruni hätte wegen eines Motorwechsels (= zehn Startplätze zurück) ohnehin von ganz hinten starten müssen, Felipe Massa brach seinen Versuch ebenfalls ab. Schon in der dritten Kurve bemerkte der Brasilianer einen Reifenschaden hintern rechts.


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