Heidfeld auf dem Podium

Nick Heidfelds süße Revanche

Nick Heidfeld Foto: Renault 14 Bilder

Malaysia ist für Nick Heidfeld ein gutes Pflaster. Zwei Wochen nach seinem Pleitenrennen von Melbourne revanchierte sich der Mönchengladbacher mit einem dritten Platz. Es ist der erste Podestplatz für Heidfeld seit dem GP Malaysia 2009. Da wurde der damalige BMW-Pilot Zweiter hinter Jenson Button.

Nick Heidfeld genoss die Siegerehrung, die Pressekonferenz und die Interviews nach dem Rennen in vollen Zügen. Es tat gut, endlich etwas Gutes berichten zu können nach einem Saisonauftakt voller Pleiten, Pech und Pannen. Heidfeld kletterte bei seinem 174. GP-Start zum 13. Mal auf das Podest. Zwei Jahre nachdem er an gleicher Stelle im BMW Platz zwei belegt hatte.

Vettel erstaunt über Anblick im Rückspiegel

Den Grundstein für die Leistungsexplosion legte Heidfeld beim Start. Er pfeilte sich innerhalb von 600 Metern von Platz sechs auf zwei vor. Schon in Melbourne hatte Renaults Ersatzpilot beim Start sechs Plätze gutgemacht. Als Sebastian Vettel in der ersten Kurve in den Spiegel schaute, traute er seinen Augen kaum: "Ich erwartete Hamilton und sah Heidfeld. Nick war so gut unterwegs, dass ich in Kurve zwei aufpassen musste, damit er mir da nicht durchrutscht."

Heidfeld lobte zunächst die Technik seines Autos: "Die Renault starten seit Jahren extrem gut. Hier in Malaysia war es aber nicht nur der gute Start. Vitaly kam fast noch besser vom Fleck als ich. Der Schlüssel für den Start war aber, dass ich auf der Außenseite geblieben bin. Alle sind nach innen geflüchtet, und dort wurde es eng. Es war ein bisschen Glück dabei, dass außen alles frei blieb. So konnte ich mich voll auf den Bremspunkt konzetrieren." Es war kein fester Plan, den Heidfeld sich für den Sprint in die erste Kurve vorgenommen hatte."Du legst dir ein paar Szenarien zurecht, aber dann entscheidest du je nach Situation."

Schwierige Voraussetzungen

Platz drei war unter den Umständen sogar noch wertvoller als in Melbourne. Erstens weil am Freitag nach den Radträgerbrüchen die Dauerläufe ausfallen mussten. "Wir wussten nicht, was wir von den harten Reifen zu erwarten hatten", klagte Heidfeld. "Im Rennen haben sie für mich besser funktioniert. Hätten wir das vorher gewusst, wäre vielleicht das Timing unserer Boxenstopps anders ausgefallen."

Beim ersten Boxenstopp blieben 1,5 Sekunden liegen, weil irgendetwas mit dem Wagenheber nicht funktioniert hat. Kleine Ursache, große Wirkung. Heidfeld gab drei Plätze ab. Und dann gab es noch eine Schrecksekunde in Kurve 11. "Ich bin auf die Reifenschnipsel neben der Strecke gekommen, und schon ging die Post ab. Zum Glück habe ich dabei keinen Platz verloren."

Mit dem dritten Platz ist bei Nick Heidfeld wieder alles im Lot. Der Auftakt in Melbourne hat keine Spuren auf der Rennfahrerseele hinterlassen. "Ich kann mit Enttäuschungen gut umgehen. Das hat mit meiner Erfahrung und meiner Einstellung zu tun. Ein schlechtes Wochenende bringt mich nicht um." Jetzt blickt Heidfeld gespannt Richtung Shanghai: "Wir haben ein Auto, mit dem wir auf das Podest fahren können, wenn alles passt."

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