Valtteri Bottas im Pech

Richtige Taktik, falsche Strecke

Valtteri Bottas - Formel 1 - GP Monaco 2018 Foto: Wilhelm 22 Bilder

Valtteri Bottas war in der Qualifikation zum Monaco-GP chancenlos. Einen Tag später hätte er auf das Podest fahren können. Wäre Monaco eine normale Rennstrecke. Trotz der richtigen Taktik und der richtigen Reifen stockte die Aufholjagd.

68 Punkte in sechs Rennen: Bis auf den Saisonauftakt hat sich Valtteri Bottas nichts zu Schulden kommen lassen. Ohne den Reifenplatzer in Baku wäre sein Konto um 25 Punkte reicher. Was ihn in der Weltmeisterschaft gleich in eine komfortablere Situation bringen würde. So ist der Finne verdammt, 42 Punkte auf den Teamkollegen aufzuholen, will er das große Ziel WM-Titel tatsächlich erfüllen.

Monaco war in dieser Hinsicht ein verlustreiches Wochenende. Der Finne verlor fünf Zähler auf Lewis Hamilton, acht auf Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo schlüpfte durch den Sieg vorbei auf den dritten WM-Rang. Im Endeffekt war es die durchwachsene Qualifikation, die Bottas schon vor dem Start in die 78 Runden um alle Chancen brachte. „Unser Auto ist nicht das Beste. In solchen Situationen holt Lewis mehr aus dem Paket“, erklärte Niki Lauda nach den Startpositionen drei und fünf.

Kein Vorbeikommen an Räikkönen

Der Start brachte keinen Positionsgewinn. Wie auch die restlichen 1:42 Stunden. Vordermann Kimi Räikkönen löste sich beständig vom Auto mit der Startnummer 77. Wie Ricciardo harrte Bottas 17 Runden auf der weichsten Reifenmischung Hypersoft aus. „Sie waren unsere Schwachstelle“, urteilt Bottas.

Mit einem Rückstand von 27,391 Sekunden auf Ricciardo und fast 14 Sekunden auf Räikkönen ging es in den zweiten Rennabschnitt. Mercedes taktierte mit Bottas und schnallte statt dem Ultrasoft den Supersoft auf. Ein Reifen, den am Trainingsdonnerstag nur Hamilton, die McLaren, Kevin Magnussen und Marcus Ericsson wirklich ausprobiert hatten. „Ein Reifen, der für uns unbrauchbar war, aber im Rennen von allen Mischungen am besten funktionierte“, so Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Monaco 2018 - Rennen Rennanalyse GP Monaco Ricciardo durch nichts aufzuhalten

Bottas hatte für das gesamte Wochenende nur einen Supersoft-Satz im Angebot. Der neue Gummi sollte ihn wieder an die Führungsgruppe heranführen. „Die Performance des Supersofts war eine Überraschung. Ich konnte mich in den Kurven schön auf ihn stützen.“ Bis Runde 28 war der Abstand zu Ricciardo halbiert. Bis Runde 30 die Lücke zu Räikkönen geschlossen.

Doch der Mann im schnelleren Auto fand keinen Weg vorbei. „Kimis Hinterreifen waren in gutem Zustand. Sein Ferrari hatte eine gute Traktion. Das machte es unmöglich, in der Kurve vor dem Tunnel dranzubleiben. Auf der Zielgerade ist es einfach, sich zu verteidigen. Auch wenn der Hintermann DRS hat. In zwei Situationen hatte ich das Gefühl, dass ich es probieren sollte, habe es dann aber unterlassen.“

Bottas hoffte vergebens, dass sich seine Strategie auszahlen würde. Mit den Supersofts, die laut Pirelli mindestens 90 Grad warm und maximal 110 Grad heiß sein dürfen, um anständigen Grip zu liefern, konnte er locker durchfahren. Die rotmarkierten Gummis hätten nach den Rechnungen von Pirelli auch eine ganze Renndistanz überlebt. Ricciardo verschleppte durch die defekte MGU-K das Tempo. Und die Ultrasoftreifen zwangen alle, gedrosselt zu fahren. So kamen die vier Vordermänner ohne zusätzlichen Stopp durch. „Meine Hoffnung, dass sie ein zweites Mal wechseln müssen, erfüllte sich leider nicht. Festzustecken ist frustrierend. Ohne Kimi vor mir hätte ich 1,5 Sekunden schneller fahren können. Aber es gibt auf dieser Strecke einfach nichts, was man tun kann.“

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