Enges Mittelfeld in Monaco

Renault doch nicht vierte Kraft

Carlos Sainz - Renault - GP Monaco 2018 - Qualifying Foto: sutton-images.com 48 Bilder

Force India brachte beide Autos in den dritten Qualifikationsteil und das beste auf den sechsten Platz. Fernando Alonsos McLaren kam erst nach einem Radikalumbau in die Spur. Und bei Renault setzte sich Carlos Sainz gegen Nico Hülkenberg durch.

Am Donnerstag hatte es danach ausgesehen, dass Renault die vierte Kraft auf dem engen Stadtkurs im Fürstentum ist. Im dritten Training deutete sich eine Trendwende an. Plötzlich setzten sich beide Toro Rosso vor die Nase von Carlos Sainz. Gute drei Stunden später waren es der Force India von Esteban Ocon und der McLaren von Fernando Alonso.

Hülkenberg blockieren Vorderreifen

Die ersten sechs waren für die Mittelfeldteams außer Reichweite. Es trennte sie mehr als sechs Zehntel von Valtteri Bottas auf dem fünften Rang. Zwischen Position sechs und zehn machten hingegen Kleinigkeiten den Unterschied. Der Abstand zwischen dem sechsplatzierten Ocon und dem langsamsten Auto in Quali-Durchgang drei, gesteuert von Pierre Gasly, betrug gerade einmal 0,160 Sekunden.

Beginnen wir mit Renault. Der französische Werksrennstall verlor Nico Hülkenberg bereits im zweiten Durchgang. „Die Reifen blockierten beim Anbremsen zu Kurve zehn. Deshalb traf ich die Linie nicht. Das kostete mich zwei Zehntelsekunden“, berichtete der Le Mans-Sieger von 2015. Zwei Zehntel in der Schikane nach dem Tunnel, die den Sprung in Q3 verhinderten. Immerhin hat Hülkenberg am Start als erster Pilot freie Reifenwahl. Das kann ein Vorteil sein. Je nachdem, ob er antizyklisch fährt, und Safety Car- oder VSC-Phasen günstig für ihn fallen. Hülkenberg geht von einem Einstopprennen aus. „Es wird entweder stinklangweilig oder verrückt. So wie immer halt in Monaco.“

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Teamkollege Sainz kommt nach Trainingsniederlagen zu Beginn des Jahres immer besser in Schwung. Zum sechsten Mal im sechsten Rennen glückte die Teilnahme an Q3. Bis dahin war es ein schwerer Weg. „Mit der ersten Runde in der Qualifikation begann der Kampf. Ich musste schon ein paar verrückte Runden hinzaubern, um überhaupt so weit zu kommen.“ Der erste Versuch in der Schlussphase brachte ihn sogar vorläufig auf den sechsten Platz. „Da gehören wir vom Speed her an diesem Wochenende nicht hin.“ Im Schlussspurt fiel der Spanier noch zwei Positionen zurück.

Sainz führt die Stärke der Gegner auf Stillstand im eigenen Lager zurück. „Unsere Balance im Auto ist seit Donnerstag die gleiche. Die Strecke hat sich entwickelt. Die anderen mit ihr. Unsere Gegner haben einfach mehr zulegen können.“ Die neuen Bargeboards sind im Cockpit kaum zu spüren. „Dafür sind Barcelona und Monaco einfach zu unterschiedlich, um diese Kleinigkeiten auszumachen“, sagt Hülkenberg.

Aus Pessimismus wird Freude

Force India verfehlte im zweiten und dritten Training die Top 10. Die Teamführung war pessimistisch angesichts der Chancen, ins Q3 einzuziehen. Im entscheidenden Moment war der Rennstall mit den markant farbigen Rennwagen allerdings zur Stelle. „Kleine Änderungen am Setup haben uns auf den Weg gebracht. Die Balance stimmte, die Fahrer bekamen mehr und mehr Vertrauen“, äußerte sich Teammanager Andy Stevenson. Ocon entzauberte Alonso und Sainz, obwohl „es nicht meine beste Runde des Wochenendes war. Aber die Zeit hat gestimmt“. Sergio Perez kostete der Mittelsektor eine bessere Ausgangsposition für die Schlacht über 78 Runden. „In Q1 und Q2 gelangen mir perfekte Runden. In Q3 verlor ich etwas das Gefühl für das Auto.“

Bei McLaren behielt Fernando Alonso seine weiße Weste. Der Doppelweltmeister von 2005 und 2006 besiegte Stoffel Vandoorne zum sechsten Mal im sechsten Qualifying. Danach hatte es nach den Trainings nicht ausgesehen. Erst ein radikaler Umbau des Setups half. „Im dritten Training passte die Balance nicht. Ich verlor eine halbe Sekunde, obwohl ich fehlerlos fuhr. In der Quali stimmte es dann. Mit jeder Runde spürte ich mehr Grip“, fasste Alonso seine 60 Minuten zusammen. McLaren muss sich angesichts des Rückstands auf Red Bull kritische Fragen gefallen lassen. Das weiß auch der Anführer im Team. Alonso: „Wir müssen uns an Red Bull messen lassen. Sie fahren den gleichen Motor. Wir müssen schauen, wo sie besser sind und die richtigen Schlüsse ziehen.“

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