Trainingsanalyse GP Monaco 2018

Red Bull kann Party-Modus kompensieren

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Monaco - Formel 1 - Donnerstag - 24.5.2018 Foto: sutton-images.com 113 Bilder

Red Bull dominierte den ersten Trainingstag in Monte Carlo. Auf eine Runde und im Longrun. Doch wird es auch am Samstag reichen? Red Bull glaubt schon. Weil Ferrari und Mercedes zu weit zurückliegen.

Selten hat ein Team so den ersten Trainingstag dominiert wie Red Bull in Monte Carlo. Platz 1 und 2 im ersten und im zweiten Training. Die Konkurrenz schaute nur mit dem Fernglas auf Max Verstappen und Daniel Ricciardo. Lewis Hamilton fehlten 0,354 Sekunden in der ersten Sitzung, bei Sebastian Vettel waren es 0,572 Sekunden in der zweiten. Daniel Ricciardo durchbrach mit 1.11,841 Minuten als erster Fahrer die 1.12er Schallmauer. Experten gehen davon aus, dass am Samstag noch einmal eine Sekunde schneller gefahren wird. Räikkönens Pole Position aus dem Vorjahr mit 1.12,178 Minuten ist längst Makulatur.

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Monaco 2018 - Rennen GP Monaco 2018 - Rennen Ricciardo gewinnt vor Vettel

Auch bei den letzten beiden Grand Prix in Baku und Barcelona sah Red Bull jeweils wie ein möglicher Sieger aus. Um dann am Samstag doch wieder nur hinter Ferrari und Mercedes anstehen zu müssen. Diesmal glaubt Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko, dass Max Verstappen und Daniel Ricciardo ihre Vormachtstellung auch über die Qualifikation hinaus retten können. „Unser Vorsprung ist ziemlich groß. Das sollte reichen, um am Samstag den Party-Modus der Konkurrenz zu kompensieren.“ Simulationen im Team zufolge liegt der Beitrag des Motors zu Rundenzeit in Monte Carlo nur bei zwei Zehntel. Auf anderen Strecken ist es bis zu einer halben Sekunde. Der Hypersoft-Reifen garantiert Red Bull obendrein, dass die Fahrer ihre Reifen sicher in ihr Temperaturfenster bringen.

Red Bull unter allen Bedingungen schnell

Sebastian Vettel sieht die Red Bull auch als Favorit: „Die sind schon stark hier. Max und Daniel fahren schnell, wann immer sie wollen.“ Bei Vettel passte es am Vormittag noch nicht so. „Da waren die Mercedes fixer als wir. Am Nachmittag haben wir den Spieß dann umgedreht.“

Red Bull ist auch in den Hypersoft-Longruns eine Macht. Zumindest mit Ricciardo im Cockpit. Der Australier schaffte im Mittel seiner 13 Runden eine Zeit von 1.15,253 Minuten. Knapp drei Zehntel schneller als Sebastian Vettel und um 0,7 Sekunden besser als Lewis Hamilton. Max Verstappen lag knapp hinter Vettel. „Bei Max haben die Reifen stärker abgebaut als bei Ricciardo“, bestätigte Marko. Der Holländer teilte seine Rennsimulation in zwei Portionen. Der zweite Dauerlauf war deutlich schneller als der erste.

Valtteri Bottas - Mercedes - GP Monaco - Formel 1 - Donnerstag - 24.5.2018 Hypersoft bringt eine Sekunde Monaco wohl wieder Einstopprennen

Red Bull beschränkte sich bei den Longruns notgedrungen auf die weichste Gummimischung von Pirelli. Beide Fahrer haben nur jeweils einen Satz Ultrasoft und Supersoft in der Hinterhand. Die werden für den Sonntag reserviert. „Das Kriterium ist hier, wie lange der Hypersoft hält. Was der Ultrasoft kann, wissen wir“, erklärte Marko. Der erste Trainingstag ergab jedoch einen unerwartet hohen Verschleiß der zuvor hoch gelobten Hypersoft-Sohlen. „Die Reifen sind schneller eingebrochen, als wir gedacht haben. Vor allem vorne körnen die Reifen“, erzählte Vettel. Das trifft laut dem Ferrari-Piloten auch auf die Ultrasoft-Gummis zu. Diese Rangliste führten die beiden Ferrari zwei Zehntel vor Valtteri Bottas an. Kein Grund zur Beunruhigung, meinte Vettel: „Das gibt am Sonntag eh einen Zug, bei dem der eine dem anderen hinterherzuckelt. Da sollten die Reifen keine Probleme machen.“

Mercedes probierte im Gegensatz zur Konkurrenz alle Mischungen aus. Lewis Hamilton wurde für sechs Runden sogar mit den Supersoft-Reifen auf die Bahn geschickt. Der Weltmeister klagte über „null Grip“. Seine Rundenzeiten auf der härtesten Mischung im Angebot waren auch nicht berauschend. Nur drei Zehntel schneller als Marcus Ericsson, der sich 21 Runden lang auf Pirellis Beton-Mischung abmühte. Auf den weicheren Mischung notierten Hamilton und Bottas wie die Ferrari-Piloten Körnen links vorne. „Das sollte aber mit mehr Gummi auf der Bahn und höheren Temperaturen abnehmen“, hieß es bei Mercedes.

HaasF1-Piloten mussten vorsichtig fahren

Longruns in Monte Carlo sind immer mit großen Fehlern behaftet. Fast jede dritte Runde treffen die Fahrer auf ein langsames Auto. „Wie ein Pingpong-Spiel. Zwei schnelle, eine langsame Runde“, verglich Vettel. So spiegelten die Rennsimulationen auch nur bedingt die Rangliste der schnellsten Runden wieder. Sergio Perez war beispielsweise auf den Hypersoft-Reifen nur zwei Zehntel langsamer als Bottas, doch im Dauerlauf fand sich der Mexikaner nur auf Platz 12 wieder. Nico Hülkenberg bestätigte mit seinem 1.16,621 Minuten-Longrun seine Position im zweiten Training. Dafür taucht der Langsamste des Trainings, Marcus Ericsson, erstaunlich weit vorne auf.

Die McLaren landeten auf eine Runde in den Top Ten, sind aber in den Rennsimulationen eine Enttäuschung. Genauso wie die zuletzt so starken HaasF1. Die Fahrer klagten über zu niedrige Temperaturen der Vorderreifen. Und sie mussten auf Befehl des Teams vorsichtig fahren. „Uns gehen langsam die Ersatzteile aus“, verrät Teamchef Guenther Steiner. Die beiden Unfälle von Romain Grosjean in Baku und Barcelona haben das Materiallager geplündert. Das reparierte Unfallchassis von Barcelona traf erst am Donnerstagabend als Ersatz in Monte Carlo ein.

Longrun-Analyse GP Monaco 2018

Fahrer Ø längster Longrun Runden Reifen
1. Ricciardo 1.15,253 13 hypersoft
2. Vettel 1.15,599 7 hypersoft
3. Verstappen 1.15,612 11+13 hypersoft
4. Hamilton 1.15,978 9 hypersoft
5. Bottas 1.16,195 8 hypersoft
6. Perez 1.16,371 6 hypersoft
7. Ericsson 1.16,469 9 hypersoft
8. Hülkenberg 1.16,621 11 hypersoft
9. Räikkönen 1.16,649 6 hypersoft
10. Ocon 1.16,793 9 hypersoft
11. Magnussen 1.16,826 15 hypersoft
12. Vandoorne 1.16,842 13 hypersoft
13. Hartley 1.17,086 14 hypersoft
14. Sainz 1.17,103 9+6 hypersoft
15. Leclerc 1.17,172 15 hypersoft
16. Grosjean 1.17,328 9 hypersoft
17. Alonso 1.17,366 11 hypersoft
18. Gasly 1.17,429 9 hypersoft
19. Stroll 1.17,722 15 hypersoft
20. Sirotkin 1.17,849 21 hypersoft
1. Vettel 1.15,740 12 ultrasoft
2. Räikkönen 1.15,781 9 ultrasoft
3. Bottas 1.15,978 12 ultrasoft
4. Grosjean 1.16,774 6 ultrasoft
5. Leclerc 1.16,799 9 ultrasoft
6. Perez 1.16,913 13 ultrasoft
7. Ocon 1.17,215 13 ultrasoft
8. Alonso 1.17,462 15 ultrasoft
1. Hamilton 1.16,965 6 supersoft
2. Ericsson 1.17,201 21 supersoft
Neuester Kommentar

@Proesterrchen
Natürlich ist die Qualifyingpace in Monaco wichtiger als nirgendwo sonst. Eine Analyse der Longrunpace macht aber trotzdem Sinn. Gerade im Falle eines Over- oder Undercuts muss man wissen, wie schnell der Reifen auf Temperatur kommt und wie schnell man gerade in den Anfangsrunden z.B. auf dem US ist. Bei ähnlicher Pace kann sowas über Sieg und Niederlage entscheiden, siehe 2017.

Confi_User_3 25. Mai 2018, 11:29 Uhr
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