GP Monaco

Schumi auf Pole, aber wie lange?

Foto: dpa

Update ++ Michael Schumacher fuhr in Monte Carlo eine umstrittene Pole Position heraus. Weil der Ferrari-Star in der letzten Minute die Piste blockierte, prüft die Rennleitung, ob sich Schumacher unsportlich verhalten hat.

Unmittelbar vor Trainingsende rutschte der Ex-Weltmeister in der Rascasse-Kurve ins Richtung Leitplanken. Der Ferrari kam wenige Millimeter vor der Leitplanke zum stehen. Die beiden Renault mußten mußten sich an dem havarierten Ferrari vorbeiquetschen und hatten so keine Chance mehr, Schumacher in ihrem letzten Versuch die Bestzeit abzuknöpfen. Die Analyse der Zwischenzeiten ergab, dass sowohl Fernando Alonso, als auch Mark Webber und Kimi Räikkönen die Chance gehabt hätten, Schumacher zu verdrängen.

„Ein verrrücktes Qualifying“, entschuldigte sich Schumacher. „Das Auto hat ein bißchen überbremst vor Kurve 18. Ich wollte halt ein bißchen mehr versuchen. Das ist alles so eng hier. Der kleinste Fehler und dann entstehen solche Situationen. Ich habe versucht, den Rückwärtsgang einzulegen, aber dann hab ich das lieber sein lassen, weil von hinten ja noch Verkehr kam.“

Auf den Vorwurf, er habe getrickst und sein Auto absichtlich auf der Strecke geparkt, reagierte Schumacher verständnislos. „Ich habe erklärt, wie es sich abspielte, und wenn das einige nicht glauben wollen, kann ich auch nix machen. Das ist halt so in der Welt in der wir leben.“ Ob er betrogen habe, hakte ein Journalist nach. „Würden Sie hier rumfahren, dann würden sie eine solche Frage nicht stellen“, gab Schumacher zurück.

Widersprüche in der Pressekonferenz

Peinlicherweise verwickelte sich Schumacher in der Pressekonferenz in einen Widerspruch: „Der Motor ist abgestorben“, gab der Deutsche zu Protokoll. „Wir müssen jetzt erst mal prüfen, warum das so war.“ "Das ist eines siebenmaligen Champions unwürdig", schimpfte Renault-Teamchef Flavio Briatore. Ex-Weltmeister Keke Rosberg forderte spontan Schumachers Rücktritt, Williams-Mitbesitzer Patrick Head warf dem Kerpener mangelnde Cleverniss vor: "Ich hätte das Auto wenigstens in die Mauer krachen lassen."

Fernando Alonso fühlte sich durch Schumachers Aktion behindert und war über Platz zwei alles andere als glücklich: „Ich war bis dato in meiner letzten Runde drei Zehntelsekunden schneller“, klagte der Weltmeister. „In der Rascasse-Kurve habe ich dann diese drei Zehntelsekunden wieder verloren. Ich habe gelbe Flaggen gesehen und wußte nicht was los ist. Also habe ich früher als üblich gebremst.“ Zu dem Zwischenfall in der Rascasse wollte er nichts weiter sagen: "Ich habe meine Meinung, aber ich werde sie hier nicht äußern."

Für das Rennen ist der Spanier sehr zuversichtlich: „Das Auto hat toll funktioniert. Wir haben tolle Reifen für das Rennen. Wir haben das ganze Wochenende dominiert. Im letzten Jahr bin ich auch als Zweiter ins Rennen gegangen und wurde dann nur Vierter. Ich hoffe, dass es morgen besser läuft und dass ich gewinne. Wir haben einen tollen Reifen für das Rennen. Morgen kommt mein Tag.“

Heidfeld und Ralf Schumacher nicht in den Top Ten

Mark Webber war von Platz drei begeistert: „Ich mag die Strecke und ich mag es, wenn Fehler bestraft werden“, freute sich der Australier nach seiner besten Trainingsleistung des Jahres. Williams-Teamkollege Nico Rosberg kam nur auf Platz zehn. Die Stewards, deren Urteil zum Schumacher-Ausrutscher durch das GP2-Rennen verzögert wurde, müssen zusätzlich einen zweiten Vorfall untersuchen: Rosberg und Red Bull-Fahrer David Coulthard sollen massiv von Renault-Mann Giancarlo Fisichella behindert worden sein.

Kaum erwähnenswert sind die Leistungen von BMW: Als 15. und 16. des zweiten Teils des Qualifyings verpaßten Jacques Villeneuve und Nick Heidfeld den Einzug in die Runde der schnellsten zehn sehr deutlich. Heidfeld war wehrlos. Er musste sein Auto mit einer Panne abstellen. Ralf Schumacher im Toyota mußte in der Finarlrunde ebenfalls zuschauen: Er geht als Elfter ins Rennen.

Schlußlicht in der Startaufstellung ist Felipe Massa: Der Brasilianer warf seinen Ferrari am Casino schwungvoll in die Leitplanke und hatte keine einzige gezeitete Runde vorzuweisen.

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